Deutsche Spuren Ukraine Nationale Oper der Ukraine

Nationale Oper der Ukraine
Nationale Oper der Ukraine | © Goethe-Institut / Serhiy Klymenko

Das Opernhaus in Kiew wurde nach dem Entwurf des deutschstämmigen Architekten Viktor Schröter 1897-1901 gebaut.

Im Jahre 1867 wurde in Kiew eine ständige Opern- und Balettgruppe gebildet und im Kiewer Stadttheater sind regelmäßig Opern und Ballette aufgeführt worden. Nachdem das alte Theatergebäude 1896 abbrannte, wurde vom Kiewer Stadtrat ein internationaler Architekturwettbewerb für ein neues und – wichtig! – steinernes Opernhaus ausgeschrieben. Über zwanzig namhafte Architekten aus verschiedenen Ländern – Italien, Deutschland, Russland und Frankreich – nahmen am Wettbewerb teil. Als Gewinner wurde der Entwurf des deutschstämmigen Architekten Viktor Schröter im Stil der Neorenaissance ernannt. Der Architekt fertigte dafür über 250 Zeichnungen an. 1898 begannen die Bauarbeiten, an denen gleichzeitig etwa 300 Arbeiter beschäftigt waren. Das Theater sollte nicht nur von außen beeindrucken, sondern auch gemütlich für die Zuschauer und bequem für die Schauspieler sein.

Das Theater besaß im damaligen Russischen Reich die größte Bühne (22,87 Meter hoch, 34,3 Meter breit und 17,2 Meter tief), die aufs Modernste ausgestattet war.

Besonders festlich sah der Zuschauersaal für 1650 Gäste aus. Dabei wurden 384 Plätze im Parterre untergebracht. Das Amphitheater, die Beletage, vier Ränge wurden mit feinen Dekorationsdetails in Blattgold geschmückt. Dunkelrote Sessel und Vorhänge waren erhaben und geheimnisvoll gleichzeitig. Für Feierlichkeit sorgten große Kristallleuchter.

Die Außenfassade des Theaters wurde reich dekoriert: schöne Rosetten, Theatermasken und Giebel. Über dem Eingang werden die Gäste durch die Skulpturen von Melpomene und Terpsichore begrüßt.

Das neue Opernhaus wurde im September 1901 mit der Oper „Ein Leben für den Zaren“ vom russischen Komponisten Michail Glinka eingeweiht.

Griffonköpfe auf dem Dach der Nationalen Oper der Ukraine © Goethe-Institut / Nataliia Diachenko
Die Geschichte der Kiewer Oper kennt aber auch traurige Ereignisse: Am 1. September 1911 wurde bei einem Opernbesuch der damalige Premierminister und Innenminister des Russischen Reiches Pjotr Stolypin von einem Sozialrevolutionär tödlich verwundet. Er starb an seinen Verletzungen vier Tage später und wurde auf dem Territorium des Kiewer Höhlenklosters begraben.

Seit 1939 trägt das Opernhaus den Namen des großen ukrainischen Dichters Taras Schewtschenko, dessen Büste über dem Haupteingang angebracht ist.    

Führung durch die Oper mit Susanna Chakhoian

Führung durch die Oper mit Susanna Chakhoian
© Goethe-Institut / Film – Wolodymyr Usik, Ton – Mykhaylo Zakutskiy
© Goethe-Institut / Film – Wolodymyr Usik, Ton – Mykhaylo Zakutskiy

Standortinformationen

Nationale Oper der Ukraine
Kiew, wul. Wolodymyrska 50
Tel. +38 044 2347165