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Erfolgreicher Jugendroman
„Tschick“ jetzt auch auf der grossen Leinwand

Maik und Tschick erkunden in einem geklauten Lada Deutschland
Maik und Tschick erkunden in einem geklauten Lada Deutschland | Foto (Ausschnitt): © Reiner Bajo

Wolfgang Herrndorfs Jugendroman „Tschick“ gibt es bereits als Hörbuch, als illustrierten Roman und als Theaterstück. Regisseur Fatih Akin bringt den Stoff nun ins Kino – die Erwartungen sind hoch.
 

Seit Tschick von Wolfgang Herrndorf im September 2010 erschien, hält der Erfolg des Jugendromans an. Die abenteuerliche, aus der Perspektive des Außenseiters Maik erzählte Sommergeschichte wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt, vielfach ausgezeichnet und weltweit mehr als zwei Millionen Mal verkauft. Längst ist das Werk Schullektüre und wurde als Hörspiel, Theaterstück und nun auch fürs Kino adaptiert.

Fast auf den Tag genau sechs Jahre nach Erscheinen des Buches lenkt der Filmstart von Tschick unter der Regie des vielfach ausgezeichneten Regisseurs Fatih Akin (Gegen die Wand, Soul Kitchen) erneut große Aufmerksamkeit auf Herrndorfs Werk. In den Hauptrollen sind Tristan Göbel als Maik und Anand Batbileg als Tschick zu sehen. Wie wichtig Tschick für Wolfgang Herrndorf war, hielt dieser in seinem autobiografischen Werk Arbeit und Struktur fest: „Ich versinke in der Geschichte, die ich da schreibe, wie ich mit zwölf Jahren versunken bin, wenn ich Bücher las.“ Das ganze Ausmaß des Erfolgs von Tschick hat der 2013 verstorbene Autor nicht mehr erlebt.

Eine Opernfassung wird 2017 uraufgeführt

Die Kraft der literarischen Vorlage hat zahlreiche Künstler animiert, sich mit Tschick auseinanderzusetzen. Die Bühnenfassung von Robert Koall, die 2011 am Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt wurde, war in den vergangenen Jahren in mehr als 50 Theatern zu sehen. Das Theater Hagen plant für März 2017 die Uraufführung einer Opernfassung von Tschick.

Für ihre Illustrationen von „Tschick“ hat Laura Olschok den Gestalterpreis der Büchergilde erhalten Für ihre Illustrationen von „Tschick“ hat Laura Olschok den Gestalterpreis der Büchergilde erhalten | Foto: © Martin Mascheski/Edition Büchergilde Im Juni 2016 ist zudem eine herausragend illustrierte Buchausgabe von Tschick in der Edition Büchergilde erschienen. Die junge Illustratorin Laura Olschok wurde dafür mit dem Gestalterpreis 2016 der Büchergilde ausgezeichnet. „Ich kannte den Roman vorher nicht, lediglich der Titel kam mir bekannt vor“, erinnert sie sich. Doch schon Olschoks minimalistisches und stilsicheres Cover überzeugt. Auf schwarzen Hintergrund hat sie eine Landkarte mit Straßen, Bäumen und Häusern gezeichnet. Gleich mehrfach zu sehen ist der gestohlene hellblaue Lada, mit dem Maik und Tschick eine Woche lang die deutsche Provinz erkunden. „Die Geschichte von Tschick ist so aussagekräftig, dass ich bei jeder Szene sofort ein Bild im Kopf hatte“, sagt Olschok.

„Danach wusste ich: Das will ich verfilmen“

Auch zum Hören gibt es mehrere Fassungen von Tschick. Das im Argon-Verlag erschienene Hörbuch liest Schauspieler Hanno Koffler spontan und lebendig. Bei Rowohlt erscheinen zum Kinostart außerdem mehrere Bücher und E-Books über den Erfolgsroman und seinen Autor. Wann hat es ‚Tschick‘ gemacht? versammelt erstmals alle schriftlich erhaltenen Interviews mit Wolfgang Herrndorf. Tschick – Das Drehbuch von Lars Hubrich mit der vollständigen Drehbuchfassung und einem Beitrag von Fatih Akin ist ab September 2016 erhältlich.

Tschick – Das Buch zum Film enthält zusätzlich zum Romantext Materialien und Fotos aus dem Film und einen Aufsatz des Filmwissenschaftlers Michael Töteberg, der die Rowohlt Agentur für Medienrechte leitet. Abgedruckt ist auch ein Gespräch von Töteberg mit Fatih Akin: „Es gibt zwei, drei Schlüsselsequenzen im Roman, danach wusste ich: Das will ich verfilmen“, sagt Akin darin. Und: „Nachdem ich Arbeit und Struktur gelesen hatte, habe ich begriffen, was für ein Cineast Wolfgang Herrndorf war.“

Sich freimachen von der literarischen Vorlage

Die Dreharbeiten liefen im Spätsommer 2015 in Berlin, Brandenburg und an weiteren Orten. Maik ist in fast jeder Szene präsent, in kurzen Szenen sind zudem seine Tagträume zu sehen. Bisweilen hört man seine Stimme aus dem Off. „Im Schneideraum haben wir ausprobiert, ganz gezielt an bestimmten Stellen Voice-Over einzusetzen“, sagt Akin über diese Technik. „Danach war auch ich überzeugt: Jetzt ist der Film fertig, jetzt hat er Seele.“

Die redaktionelle Federführung der Koproduktion mehrerer öffentlich-rechtlicher Sender liegt beim Bayerischen Rundfunk. „Tschick ist eines der größten Literaturphänomene der vergangenen zehn Jahre“, sagen Cornelius Conrad und Cornelia Ackers aus der Redaktion Kinderfilm. Die Verfilmung sei auch für die ARD ein spannendes Projekt. „Wegen der Besonderheit dieses Stoffes wollten wir den Film gemeinsam mit Fatih Akin realisieren, einem einzigartigen Regisseur und einem der wenigen deutschen Filmemacher von internationalem Renommee.“

Wolfgang Herrndorfs Ideal von Literaturverfilmungen war, sich freizumachen von der Vorlage. Ob das gelungen ist, davon können sich Zuschauer ab dem 15. September 2016 in Deutschland und anschließend in weiteren Ländern ein Bild machen.

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