Sprachassistenten in der Ukraine

Sprachassistenten 2018/2019 © Goethe-Institut / Ivan Dinius

Unsere Sprachassistenten 2018/2019

Ab Anfang Oktober beginnen vier junge Leute aus Deutschland ihre Tätigkeit an den Zentren der deutschen Minderheiten in Cherson, Mukatschewo/Tschynadijewo, Odessa und Saporischja. Wir sind gespannt auf neue Projektideen und erfolgreiche Zusammenarbeit in den nächsten neun Monaten. Unten stellen sich unsere Sprachassistenten vor.

Heinrich Ammon Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Ich habe mich für das Sprach­assistenten­programm des Goethe-Instituts in der Ukraine entschieden, da ich bereits mehrere Male in diesem tollen Land war und meine Begeisterung für seine Menschen, Kultur und Geschichte weiterhin anhält. Im Zuge meines Studiums der Sprache, Kultur und Translation des Englischen und Russischen konnte ich ein dreimonatiges Praktikum am Institut für öffentliche Verwaltung in Odessa absolvieren und erhielt dadurch einen umfangreichen Einblick in das Leben und die Arbeit vor Ort. Im letzten Jahr begann ich damit, neben meinem Studium, Deutsch als Fremdsprache in einer Sprachschule zu unterrichten. Die Arbeit bereitete mir sehr viel Freude und ich entschied mich dazu, diese Erfahrungen für einen weiteren, längeren Aufenthalt in der Ukraine zu nutzen. Aufgrund der Ereignisse der letzten Jahre in der Ukraine wurde mein Vorhaben von Freunden und Bekannten zu Hause durchaus mit Skepsis betrachtet. Ich selbst dachte mir jedoch: Jetzt erst recht! Ich möchte die Menschen hier auch in dieser vielleicht kritischen Phase des Umbruchs unterstützen.
 
Außerdem liegt mir vor allem auch die Arbeit mit der deutschen Minderheit am Herzen, da ich eine persönliche Verbindung dazu habe. Meine Eltern und Großeltern kamen als Angehörige eben dieser Minderheit aus der Ukraine und anderen Republiken der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Insofern kann man in meinem Fall wohl durchaus ein wenig von „Zurück du den Wurzeln“ sprechen.
Ich freue mich auf die kommenden Monate und bin schon sehr gespannt auf die bevorstehende Arbeit.
Jana Dall Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Ich mag Osteuropa. Und Osteuropa mag mich: Immer, wenn hier jemand meinen Pass in den Händen hält und dann mein Geburtsdatum sieht, muss er lächeln. Denn das ist der 9. Mai. Also war es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis ich aus diesem gegenseitigen Mögen auch Taten erwachsen ließ. Nach der Schule verschlug es mich also für ein Jahr in die Republik Moldau, während des Studiums mehrmals zum Sprachaustausch nach Weißrussland und für ein halbes Jahr nach Russland. Nun, da ich fertig ausgebildete Lehrerin für die Fächer Latein, Russisch und Deutsch bin, wollte ich meine im Studium erlernten Fertigkeiten nutzen und entschied mich zu einer Bewerbung um eine Sprachassistenz. Dass meine Bewerbung tatsächlich angenommen wurde, ist für mich das Wahrwerden eines Traumes. Nicht nur kann ich ungemein viel über das Land Ukraine und seine Kultur lernen, sondern auch den sich vollziehenden Umbruch miterleben. Besonders freue ich mich auch auf die Arbeit mit den verschiedenen Gruppen hier vor Ort und mit den deutschen Minderheiten in den umliegenden Dörfern. Und, da ich selbst vom Meer komme, auch auf den leicht salzigen und immerzu vorhandenen Wind, der durch Odessa weht.
Sara Hähnel Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Vor Kurzem habe ich mein Lehramtsstudium beendet und möchte noch einmal in eine neue Kultur eintauchen. Ich freue mich daher sehr, dass ich die Chance habe als Sprachassistentin des Goethe-Instituts in der Ukraine tätig sein zu dürfen. Auch wenn ich bis jetzt erst wenige Tage da bin, finde ich die Ukraine sehr spannend. Vor allem in Transkarpatien werde ich viele Einflüsse aus verschiedenen Kulturen entdecken, die das Zusammenleben vor Ort prägen.
 
Aufgewachsen bin ich in Chemnitz, habe aber die letzten Jahre wegen meines Studiums in Halle (Saale) gelebt. Ich interessiere mich sehr für Musik und singe gerne. Außerdem arbeite ich gerne mit Kindern zusammen. Von daher habe ich viele Projektideen zum Thema Musik und für Kinder und Jugendliche. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und den verschiedenen Partnerorganisationen.
Patrick Vosen Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Das Spannendste ist, wie sehr ich mich in der Ukraine mit meiner eigenen Herkunft auseinandersetze. Für viele Menschen vor Ort hat unsere Arbeit als Sprachassistenten einen großen Einfluss auf ihr Deutschlandbild. Umso wichtiger ist es also, dass wir keine Vorurteile bestätigen, sondern ein differenziertes Bild von unserem Heimatland vermitteln.
 
Ich bin Patrick und habe bis vor Kurzem Russische Kultur und Sinologie in Bochum studiert. Mein Interesse an Osteuropa entstand innerhalb meines Europäischen Freiwilligendienstes in Russland 2011/12, wonach ich mich für ein Studium an der Ruhr-Universität Bochum entschied. Dieses Interesse zog sich auch durch mein ehrenamtliches Engagement. Als die Bürgerproteste auf dem Euromaidan ihren Höhepunkt erreichten, initiierte eine Jugendgruppe ein deutsch-ukrainisch-russisches Jugendforum, um den Kontakt zwischen den in der Zivilgesellschaft aktiven Jugendlichen nicht abreißen zu lassen. Als Teil des Organisationsteams konnte ich über vier Jahre lang einen Beitrag zu diesem Austausch leisten. In der Ukraine bin ich nun das vierte Mal und gleichzeitig sehr motiviert, das aktuelle politische und gesellschaftliche Leben in Deutschland allen Interessierten und vor allem der deutschen Minderheit vorzustellen. Mich fasziniert zudem die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern. Als Freiwilliger bei Sprachcamps für junge Menschen habe ich ein Herz für Kinder gewonnen und hoffe, viele bei ihrer Motivation zum Sprachenlernen zu unterstützen!