Sprachassistent*innen in der Ukraine

Sprachassistenten 2019/2020 © Goethe-Institut / Ivan Dinius

Unsere Sprachassistent*innen 2019/2020

Ab Anfang Oktober beginnen vier junge Leute aus Deutschland ihre Tätigkeit an den Zentren der deutschen Minderheiten in Cherson, Mukatschewo, Kiew und Saporischja. Wir sind gespannt auf neue Projektideen und erfolgreiche Zusammenarbeit in den nächsten neun Monaten. Unten stellen sich unsere Sprachassistent*innen vor.

Philip Reiber Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Bereits während der Zeit meines Physikstudiums hatte ich erste Erfahrungen mit dem Unterrichten gemacht. Ich gab damals Mathenachhilfe und habe große Freude daran empfunden Lernende auf ihrem Weg zu begleiten.

Aufgrund meiner Jugendzeit und vieler russischsprachiger Freunde habe ich ein großes Interesse an Fremdsprachen und insbesondere an der russischen Sprache entwickelt. Ein Fachrichtungswechsel in eine linguistische Fachrichtung war für mich der einzig richtige Weg und so habe ich mich für ein Studium der Slavistik und Indologie entschieden. Mein Interesse an der Ukraine wurde durch einen Vortrag zur Sprachsituation dieses Landes geweckt. Ich habe also begonnen nebenher Ukrainisch zu lernen und dann ein Jahr in Kiew an der Taras-Shevchenko Universität Russisch und Ukrainisch als Fremdsprache studiert.

Während dieser Zeit habe ich mich zu einem großen Teil dadurch finanziert, dass ich online Deutsch unterrichtet habe. Wie bereits beim Mathenachhilfeunterricht hat mir dies sehr viel Spaß gemacht.

Die Sprachassistenz am Goethe-Institut ist für mich die ideale Gelegenheit mein Interesse für die russische und ukrainische Sprache und für Fremdsprachen allgemein mit meiner Leidenschaft fürs Unterrichten zu kombinieren und ich hoffe dadurch fachlich und persönlich einen großen Schritt vorwärts machen zu können.

Luise Witschel Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Ich komme ursprünglich aus München, habe aber die letzten Jahre im gemütlichen Bamberg gelebt und dort Orientalistik, Judaistik und Slavistik studiert. Das mag im ersten Moment eine ungewohnte Fächerkombination sein, doch erlaubte mir mein Studium somit diverse Fachrichtungen zu kombinieren, die mich schon seit langem interessieren, wie etwa die Überschneidung der islamischen und post-sowjetischen Kultur in Zentralasien.

In Bamberg habe ich mich zudem ehrenamtlich für Geflüchtete engagiert und etwa bei Wohnungs-und Arbeitssuche geholfen, aber auch beim Deutsch lernen und Ankommen in Deutschland. So habe ich zum Beispiel Kunst-Projekte für Kinder durchgeführt sowie Sprachkurse im Einzelunterricht angeboten.

Schon seitdem ich 2011/12 ein schulisches Auslandsjahr in Bulgarien absolviert habe, interessiere ich mich sehr für Osteuropa und daher war ich sofort begeistert, als sich mir überraschend die Chance geboten hat, als Sprachassistentin in die Ukraine zu gehen. Ich freue mich darauf, mich rasch einzuleben und meine Erfahrung aus meinen bisherigen Projekten zu nutzen, um meine Arbeit in Cherson möglichst abwechslungsreich zu gestalten.

Sebastian Lins Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Zum ersten Mal kam ich auf einer Reise im Jahr 2016 in die Ukraine. Ein Land, welches eigentlich gar nicht auf meiner ursprünglichen Reiseroute lag, war im Nachhinein das Highlight meiner Reise geworden. Schon als ich zum ersten aus dem Lwiwer Bahnhof lief, war ich fasziniert von goldenen Kuppeln, gelben Bussen und bunten Häusern. Auch wenn ich zu diesen Zeitpunkt kaum mehr als ein paar Brocken russisch, geschweige denn Ukrainisch sprechen konnte, waren alle Menschen, denen ich begegnete freundlich und interessiert daran, was ich in diesem Teil der Welt verloren hatte. Trotz fehlender Sprache fühlte ich mich verstanden. 3 Jahre und einige Reisen in die Ukraine und Osteuropa später habe ich die Chance bekommen in den Karparten für 9 Monate in der deutschen Minderheit zu arbeiten. Ich will Menschen mit meiner Arbeit ein Bild von Deutschland vermitteln, wie es wirklich ist. Zeigen wie divers, nachhaltig und offen Deutschland ist, aber auch das nicht alles perfekt läuft und es auch in Deutschland Probleme gibt. Auf der anderen Seiten, komme ich nicht nur als Lehrer, sondern auch als Schüler in die Ukraine. Ich freue mich darauf in den kommenden Monaten Menschen vor Ort kennenzulernen, in eine andere Kultur einzutauchen und eine Sprache im Land zu lernen zu können.

Patrick Vosen Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Das Spannendste ist, wie sehr ich mich in der Ukraine mit meiner eigenen Herkunft auseinandersetze. Für viele Menschen vor Ort hat unsere Arbeit als Sprachassistenten einen großen Einfluss auf ihr Deutschlandbild. Umso wichtiger ist es also, dass wir keine Vorurteile bestätigen, sondern ein differenziertes Bild von unserem Heimatland vermitteln.

Ich bin Patrick und habe bis vor Kurzem Russische Kultur und Sinologie in Bochum studiert. Mein Interesse an Osteuropa entstand innerhalb meines Europäischen Freiwilligendienstes in Russland 2011/12, wonach ich mich für ein Studium an der Ruhr-Universität Bochum entschied. Dieses Interesse zog sich auch durch mein ehrenamtliches Engagement. Als die Bürgerproteste auf dem Euromaidan ihren Höhepunkt erreichten, initiierte eine Jugendgruppe ein deutsch-ukrainisch-russisches Jugendforum, um den Kontakt zwischen den in der Zivilgesellschaft aktiven Jugendlichen nicht abreißen zu lassen. Als Teil des Organisationsteams konnte ich über vier Jahre lang einen Beitrag zu diesem Austausch leisten. In der Ukraine bin ich nun das vierte Mal und gleichzeitig sehr motiviert, das aktuelle politische und gesellschaftliche Leben in Deutschland allen Interessierten und vor allem der deutschen Minderheit vorzustellen. Mich fasziniert zudem die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern. Als Freiwilliger bei Sprachcamps für junge Menschen habe ich ein Herz für Kinder gewonnen und hoffe, viele bei ihrer Motivation zum Sprachenlernen zu unterstützen!

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