Sprachassistenten in der Ukraine

Sprachassistenten 2017/2018 © Goethe-Institut / Ivan Dinius

Unsere Sprachassistenten 2017/2018

Ab Anfang Oktober beginnen vier junge Leute aus Deutschland ihre Tätigkeit an den Zentren der deutschen Minderheiten in Kiew, Krementschuk, Lwiw und Tscherniwzi. Wir sind gespannt auf neue Projektideen und erfolgreiche Zusammenarbeit in den nächsten neun Monaten. Unten stellen sich unsere Sprachassistenten vor.

Dieter Drawski Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Nach Ende meines Studiums stellte ich mir die Frage, was ich mit meinem Leben jetzt eigentlich machen wollte? Nun diese Frage war und ist nicht einfach zu beantworten! Mit meinem Abschluss in Osteuropäischer Geschichte und Politikwissenschaften ließen sich einige berufliche Wege einschlagen, dennoch lag es für mich damals auf der Hand, sich weiter mit Osteuropa zu beschäftigen. Daher bewarb ich mich für das Sprachassistentenprogramm in der Ukraine beim Goethe-Institut. Die Gründe hierfür waren vielfältig: zum einen hatte ich bereits erste Erfahrungen in der Sprachvermittlung gesammelt, u.a. in Österreich und in Russland, welche ich jetzt mit dem Assistentenprogramm weiter professionalisieren kann. Zum anderen hatte ich im Studium viel über die Geschichte und die politischen Ereignisse in der Ukraine gelesen, was in mir ein großes Interesse an dem Land geweckt hat; auch weil sich die ukrainische Gesellschaft aktuell in einer Umbruchphase befindet. Diesen Transformationsprozess hautnah mitzuerleben fasziniert mich, ebenso wie die Chance viel neues über die Geschichte, Kultur und Sprache zu erfahren.

Die Tätigkeit als Sprachassistent bietet hierfür ideale Möglichkeiten. So kommt man mit Sprachschülern aus verschiedensten Altersgruppen zusammen und kann mit ihnen die deutsche wie auch ihre eigene Sprache und Kultur entdecken. Denn mit Muttersprachlern zu sprechen, ist wesentlich effektiver als nur aus Büchern zu lernen. Zudem freue ich mich darauf kleinere landeskundliche Projekte zu initiieren und den Angehörigen der deutschen Minderheit wie auch allen anderen interessierten ukrainischen Bürgern ein aktuelles und realitätsnahes Deutschlandbild zu vermitteln. Nur wer einander versteht, so glaube ich, kann auch einträchtig miteinander zusammenleben und hierbei helfe ich sehr gerne.
Erik Eberle Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius „Ukraine? O Gott, was willst du denn da?“ Solche Aussagen und diverse andere Reaktionen waren keine Seltenheit, wenn ich Bekannten von meinen Plänen für mein Vorhaben nach dem Absolvieren meines Studiums erklärte. Zwar sind viele meine andauernde Reiselust und Sucht nach Neuem gewöhnt, doch für neun Monate dort zu leben, war für die meisten unbegreiflich. Bereits als junger Student durfte ich aufgrund meiner Tätigkeit als „Kabler“ beim Fernsehen im Jahre 2012 zur Fußball Europameisterschaft in die Ukraine reisen. Mein damaliger Einsatzort war Kiew, die Hauptstadt des Landes. In den anderthalb Monaten, die ich dort verbrachte, begann ich Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen und tiefer in die Kultur einzutauchen, die mich fortan gepackt hatte. In den folgenden Jahren erfolgten kürzere Reisen und Besuche nach Kiew, Simferopol, Sudak, Jalta und Lemberg. Dabei imponierte mir besonders Lemberg gewaltig. Eine Stadt in der verschiedene historisch- kulturelle Einflüsse verschmelzen und der westlichsten Metropole der Ukraine ihren einzigartigen kosmopolitischen Charme verleihen.
 
Nach einiger Zeit der Ukraine- Abstinenz ergab sich nun die Chance nach der Absolvierung meines 1. Staatsexamen, das Land noch besser kennen zu lernen und in Kultur, Sprache und Gebräuche weiter einzutauchen. Zugleich bietet mir diese Stelle, aber auch die Möglichkeit meine eigene Kultur an interessierte Menschen vor Ort zu vermitteln. Somit kann ich einen positiven Beitrag zum interkulturellen Austausch zwischen Deutschland und der Ukraine beitragen, welcher für mich eine überaus reizvolle und spannende Aufgabe darstellt. Das Interesse zur Solidarität mit anderen Menschen, das gegenseitige Entdecken der jeweiligen Kultur und das gemeinsame Miteinander empfinde ich als Grundstock für eine konstruktive Kooperation. Ich bin gespannt auf die Zusammenarbeit mit der deutschen Jugend vor Ort und freue mich einen Dienst für die deutsch- ukrainische Brücke der Freundschaft leisten zu können.
Kevin Walther Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Als ich mit meinem Slawistik-Studium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg begann, war für mich schnell klar, dass ich unbedingt ins Ausland gehen möchte. 2013/14 war ich bereits schon einmal Sprachassistent in Frankreich und wollte nun unbedingt etwas ähnliches noch einmal machen. Durch eine Dozentin habe ich dann von dem Programm des Goethe-Instituts erfahren. Es stellte sich schnell heraus, dass das Sprachassistentenprogramm für mein Lehramtsstudium (Französisch, Russisch) und meinen Bachelor (Slawische Kulturen, Literaturen, Sprachen und Germanistik) genau das richtige war. So entschied ich mich, mich zu bewerben und freue mich, es in die Ukraine geschafft zu haben.

Die Möglichkeit, die deutsche Minderheit hier zu unterstützen, ist für mich etwas sehr wichtiges. Seit vielen Jahren engagiere ich mich in Deutschland ehrenamtlich im Bereich der Integration und freue mich, den Menschen hier die deutsche Kultur näher bringen zu können. Mein Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich, von der deutschen Sprache zu begeistern und einen intensiven Austausch, sei es in Form von Sprachunterricht oder vielfältigen Projekten, anzuregen. Dabei möchte ich auch meine eigene Kenntnisse über dieses Land und seine Mentalität erweitern. Es gibt nichts spannenderes als interkulturelle Kontakte und daher freue ich mich sehr auf die kommende Zeit.
Sarah Mattiza Foto: Ivan Dinius @ Goethe-Institut Bei meinem Praktikum an einem Gymnasium in Odessa konnte ich schon viele Eindrücke von dem Leben hier in der Ukraine sammeln: Freundliche Menschen, leckeres Essen und noch vieles mehr. Ich habe eine wahre Leidenschaft für dieses Land entwickelt und mich deshalb auch wieder für die Ukraine entschieden. Die drei Monate in Odessa waren viel zu kurz um die Vielfalt der Ukrainer und der Landschaft zu erkunden. Meine bisherigen Erfahrungen möchte ich durch Unterrichtsbegleitung und Kulturarbeit vertiefen.

Im September habe ich mein Lehramtsstudium beendet und möchte nun meine erworbenen Kenntnisse in Methodik und Didaktik einsetzen um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die deutsche Sprache näher zu bringen.  Zudem kann ich lernen, wie man Projekte organisiert und durchführt. Da man bei den Projekten viel Unterstützung erhält und nicht allein arbeitet, kann ich auch vieles von den Projektorganisatoren und -teilnehmern lernen. Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit den anderen Sprachassistenten, den Deutschlehrern und natürlich den Deutschlernenden. 
Deutschlandpuzzle © Goethe-Institut


Landeskundeveranstaltung mit Muttersprachlern