06.09.2016: Deutsch lehren lernen Kooperationsvertrag mit der Universität Mariupol unterzeichnet

Unterzeichnung des Vertrages in Mariupol © mdu.in.ua
Unterzeichnung des Vertrages in Mariupol | © mdu.in.ua

Am 6. September wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Universität Mariupol und dem Goethe-Institut unterzeichnet. Drei Jahre lang soll laut Vertrag ein Pilotprojekt realisiert werden, das Angebote der Reihe „Deutsch lehren lernen“ ins Curriculum der Fakultät für Fremdsprachen einführt.

Geplant ist weiterhin eine Fortbildung für Deutschlehrer aus der Universität sowie aus den Schulen von Mariupol bei einem 12-wöchigen Online-Kurs, der im September 2016 startet.

Mariupol liegt im Osten der Ukraine und ist die erste von drei Städten – weitere sind Nizhyn und Winnytsja – wo „Deutsch lehren lernen“ umgesetzt wird. Das Projekt wird von der Leiterin der Spracharbeit des Goethe-Instituts Ukraine Susanne Becker und der Leiterin des Lehrstuhls für deutsche und französische Philologie der Universität Mariupol Julija Kazhan betreut.

Julia Kazhan © mdu.in.ua Julia Kazhan | © mdu.in.ua Frau Kazhan hat unsere Fragen zum Projekt beantwortet.

Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages wird die Zusammenarbeit Ihrer Universität mit dem Goethe-Institut Ukraine intensiviert. Wie können die Studenten der Universität davon profitieren?

Wir haben vor, dass am Projekt sowohl die Studenten mitmachen, die Deutsch als erste Fremdsprache studieren, als auch diejenigen, die Deutsch als zweites Fach haben. Mit diesem internationalen Projekt machen wir natürlich Werbung für Deutsch in unserer Universität, und die Studenten sind daran sehr interessiert. Die Teilnahme trägt zur Entwicklung ihrer sprachlichen und methodischen Kompetenz bei, sie sammeln Erfahrungen im Umgang mit der elektronischen Plattform, was auch von großer Bedeutung ist, weil viele Fortbildungen jetzt online angeboten werden. Die Teilnehmer bekommen ihr erstes Zertifikat, das auch vom Bildungsministerium der Ukraine anerkannt wird, was für ihre weitere berufliche Laufbahn nicht zu unterschätzen ist.
 
Was erwartet die Universität noch von der Kooperation mit dem deutschen Kulturinstitut?
 
Eigentlich arbeiten wir schon lange mit dem Goethe-Institut zusammen und wurden von ihm immer unterstützt. Alle Lehrkräfte am Lehrstuhl nutzen die Fortbildungsangebote des Goethe-Instituts und nehmen an Seminaren teil, sowohl in der Ukraine als auch in Deutschland, was die Qualität des Deutschunterrichts an der Universität erhöht. Viele Lehrmaterialien, die wir im Lernprozess benutzen, haben wir in verschiedenen Jahren vom Goethe-Institut bekommen.

Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung wird unsere Zusammenarbeit auf eine feste Grundlage gestellt. Davon profitieren nicht nur Studenten, sondern auch Dozenten am Lehrstuhl, die im Rahmen des Projektes in Präsenzveranstaltungen und bei Online-Kursen fortgebildet werden. Sie lernen die Reihe "Deutsch lehren lernen" näher kennen und können den Deutschunterricht effektiver gestalten.

Ehrlich gesagt, erwarten wir, dass die Unterzeichnung des Vertrages als Werbung für Deutsch in den Schulen der Stadt wirkt und diese Sprache ihren festen Platz als zweite Fremdsprache in den Schulen der Stadt einnimmt. Dann können wir auch auf höhere Studentenzahlen hoffen.

Würden Sie sagen, dass ihre gemeinsamen Aktivitäten mit dem Goethe-Institut über die Universität hinaus wirken und für die Stadt Mariupol auch von Wert sein können?
 
Natürlich wirken die Aktivitäten über die Universität hinaus. Unsere Studenten des 4. Studienjahres werden im Rahmen des pädagogischen Praktikums ihre Praxiserkundungsprojekte am Ende des Kurses in den Schulen der Stadt durchführen. Die LehrerInnen aus den für das Projekt ausgewählten Schulen bekommen die Möglichkeit, an den Online-Kursen teilzunehmen, neue Methoden und Formen des Deutschunterrichts kennenzulernen. Außerdem mache ich als Multiplikatorin des Goethe-Instituts regelmäßig - jeden Herbst und jeden Frühling - Mini-Fortbildungen für alle DeutschlehrerInnen der Stadt.