25.10.2016: Nachruf Vera Bagaliantz, 24. Oktober 2016

Mit Bestürzung und tiefer Trauer teilen wir den Tod unserer ehemaligen Institutsleiterin Vera Bagaliantz mit. Seit Februar 2009 leitete Frau Bagaliantz sechs Jahre lang das Goethe-Institut Ukraine. Die Beisetzung findet statt in Berlin am Freitag, den 11.11.2016, um 12:00 Uhr auf dem Russisch-Orthodoxen Friedhof in Tegel, Wittestraße 37.

  • Vera Bagaliantz. Foto: Kateryna Gutsol Foto: Kateryna Gutsol
  • Vera Bagaliantz. Foto: Kateryna Gutsol Foto: Kateryna Gutsol
  • Vera Bagaliantz. Foto: Kateryna Gutsol Foto: Kateryna Gutsol
  • Vera Bagaliantz. Foto: Kateryna Gutsol Foto: Kateryna Gutsol
  • Vera Bagaliantz. Foto: Kateryna Gutsol Foto: Kateryna Gutsol
  • Vera Bagaliantz. Foto: privat Foto: privat
  • Vera Bagaliantz. Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius Foto: Goethe-Institut / Ivan Dinius

Geboren in Berlin, studierte Frau Bagaliantz Slawistik und Geschichte an der Freien Universität Berlin. Seit 1980 war sie beim Goethe-Institut tätig. Bis 1989 arbeitete sie in Deutschland als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache und entwickelte Fortbildungsprogramme für Journalisten und Lehrer. Anschließend leitete Frau Bagaliantz das Goethe-Institut York. Danach gründete sie das Goethe-Institut Minsk und übernahm auch dessen Leitung. Ab 1998 war sie kommissarische Leiterin des Goethe-Instituts in Göteborg und anschließend kommissarische Leiterin des Goethe-Forums in der Abteilung für visuelle und performative Kunst in der Zentrale des Goethe-Instituts in München. Seit September 1999 leitete Frau Bagaliantz das Goethe-Institut in Warschau und danach war sie als Leiterin der Kulturprogramme in der Region Osteuropa /Zentralasien am Goethe-Institut in Moskau beschäftigt.

Frau Bagaliantz hatte mütterlicherseits ihre Wurzel in der Ukraine, was auch ihre tiefe persönliche Verbundenheit mit unserem Land erklärte. Mit viel Empathie hat sie die Revolution der Würde und die tragischen Ereignisse auf dem Maidan miterlebt und in diesen dramatischen Zeiten das Goethe-Institut mutig und würdig geleitet.

Frau Bagaliantz hat mit großem Engagement und Hingabe viele neue Projekte ins Leben gerufen. Dabei legte sie einen besonderen Wert auf Großprojekte, die eine grundlegende und nachhaltige Auswirkung auf das kulturelle Leben hatten.

Im Kulturbereich thematisierte Frau Bagaliantz die Veränderung im öffentlichen Raum, die von ukrainischen und deutschen Künstlern in verschiedenen Projekten umgesetzt wurden, u.a. „Spielstraße – Straßenspiele“ auf dem Andriivskyi uzviz in Kiew. Im Rahmen des Regionalprojekts „Zeitmaschine. Museen im 21. Jahrhundert“ wurde ein erfolgreiches Ausstellungsprojekt „Helden. Ein Versuch der Inventur“ im Nationalen Kunstmuseum der Ukraine realisiert. Ihr besonderes Interesse gehörte auch den Bereichen Theater und Film. Sie hat das zeitgenössische deutsche Drama und das neue deutsche Kino dem Publikum in der Ukraine näher gebracht.

Eine Vielzahl von Projekten setzte sie mit Partnern des Goethe-Instituts in allen Regionen der Ukraine, u.a. in Charkiw, Odessa und Tscherniwzi, um.

Frau Bagaliantz zeichnete sich durch eine hohe Professionalität, ein einzigartiges Temperament, kreative Ideen, vernetztes Denken und tiefe Einfühlsamkeit aus. Sie hatte noch viele schöpferischen Pläne und Ideen, die sie nach Ihrer Verrentung umsetzten wollte.

Vera Bagaliantz bleibt in unseren Herzen als talentvolle, kreative und unermüdliche Persönlichkeit, die das Leben liebte...