31.10.2016 Schulen: Partner der Zukunft PASCH-Initiative: Informationsreise nach Deutschland

Informationsreise von Ministerialbeamten und  Schulleitungen aus der Region OEZA nach Deutschland
Foto: Olga Zaporozhets © Goethe-Institut

Vom 23. bis 28. Oktober 2016 führten 36 Ministerialbeamte und Schulleitungen aus vom Goethe-Institut betreuten PASCH-Schulen der Länder Armenien, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Ukraine und Usbekistan eine Informationsreise nach Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bonn und Bochum durch. Ziel der Reise war es unter anderem, die Gäste aus der Region Osteuropa/Zentralasien (OEZA) mit der deutschen Bildungslandschaft vertraut zu machen. In einer Zukunftswerkstatt zum Abschluss der Reise machten sich die Gäste Gedanken über die Zukunft der PASCH-Initiative in ihren Ländern und der Region.

Zum Auftakt der Veranstaltung wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil begrüßt. Frau Heil hieß sie in ihrer Heimat Rheinland-Pfalz herzlich willkommen und betonte in ihrem Grußwort vor allem den internationalen Charakter der PASCH-Initiative: „Das Interesse am modernen Deutschland, unserer Kultur und der deutschen Sprache soll gezielt gefördert werden. Auf Dauer wird eine internationale Lerngemeinschaft gebildet. Die Erfahrungen aus den einzelnen Ländern und Partnerschulen fließen zusammen.“

In einer anschließenden Podiumsdiskussion, an der die Abgeordnete auch teilnahm, ging es vor allem um die Motivation der Teilnahme der Schulen an der Initiative. Diese reicht vom Beispiel des Deutschunterrichts als Impuls für andere Fremdsprachen, über das Erhalten von Zertifikaten des Goethe-Instituts, einem möglichen Studium in Deutschland bis hin zu einer Änderung in den Verhaltensmustern (Professionalität, Transparenz und Offenheit am Beispiel Deutschlands). Als eines der größten Probleme wurde beispielsweise der Abzug von zukünftigen Fachkräften aus allen sieben beteiligten Ländern benannt.

Dr. Tobias Funk, Abteilungsleiter Schulen im Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland (KMK) führte die Gäste in das deutsche Bildungssystem ein und beantwortete viele Fragen.

Am 24. Oktober standen vor allem Besuche von unterschiedlichen Schultypen der Stadt Bonn auf dem Programm. Eine Visite führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Helmholz-Gymnasium, eine Schule mit naturwissenschaftlichem und englisch-bilingualem Zweig. Nach einer Begrüßung durch die Schulleiterin Frau Dr. Dorothea von Hoerschelmann, einer Vorstellung des Schulkonzeptes sowie einem Rundgang durch die Schule bekamen die Schulleitungen aus der Region OEZA einen Einblick in naturwissenschaftlichen Unterricht an dem Gymnasium. Weitere wichtige Ziele der Initiative sind nicht nur Stärkung und Ausbau des Deutschunterrichts an den PASCH-Schulen, sondern auch eine intensivere Förderung von MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und CLIL (Content and language integrated learning).

Im Rahmen der Informations- und Besucherreise standen auch Treffen mit  Partnern der Initiative, insbesondere mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und dem Pädagogischen Austauschdienst der KMK auf dem Programm. Somit konnten auch Fragen zum Deutschen Sprachdiplom und zur Initiierung von Schulpartnerschaften beantwortet werden.

Ein wichtiger Punkt der Reise war die Vorstellung des Programms Studienbrücke an der Ruhr-Universität Bochum am 26. Oktober, in das auch ein Treffen mit drei Stipendiaten des Programmes aus der Ukraine integriert war. Gelebte Landeskunde erhielten die Gäste unterwegs in die Stadt an der Ruhr, als ihr Bus in einem längeren Stau auf der Autobahn in der Nähe von Köln stecken blieb.

Am 27. Oktober fand dann noch eine Zukunftskonferenz im Format eines World-Cafés statt. Bei der Auswertung sprach sich die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Intensivierung und für einen Ausbau des Partnernetzwerkes zwischen den Schulen und für eine stärkere Zusammenarbeit aus. Auch soll der MINT-Bereich an den Schulen gestärkt werden. Die Schulleitungen plädierten auch für Veränderungen innerhalb ihrer Schulen.

Am Ende der Reise würdigten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer den intellektuellen Austausch mit Hilfe von interaktiven Formaten und nahmen viele neue Aufgaben mit an ihre Schulen, die sie dort konkret umsetzen möchten. Auch wurden die angenehme Atmosphäre und das gute Klima der Reisenden untereinander abschließend hervorgehoben.