​Right to move

Refugees at the border between Serbia and Croatia_September 2015 © Àngel García/OTR
Refugees at the border between Serbia and Croatia_September 2015 ©Àngel García_OTR

Von Außen- und Innengrenzen über Kollaborationen bis hin zu Fluchtlinien und Perspektiven
23. bis 26. Mai, ganztägig

Für die Charakterisierung der gegenwärtigen Migrationsbewegungen werden in der allgemeinen Medienlandschaft und in der Politik bevorzugt Metaphern von Katastrophen wie bspw. „Lawine“(1), „Flut“, „Welle“(2) oder „Ansturm“ verwendet. Dies führt zu einer Naturalisierung der Situation der Geflüchteten(3). Durch diese sprachliche Gestaltung der Informationen über die aktuellen Ereignisse kommen negative Meinungen und Haltungen sowie Ängste gegenüber der sich verändernden Lage zum Ausdruck.

Um der Verfestigung dieser Ängste in der Gesellschaft entgegenzuwirken, fordern einige soziale Kollektive dazu auf, neben begleitenden Hilfeleistungen zusätzlich politische Forderungen an die Regierenden zu stellen, um die Reproduktion herkömmlicher Kultur-, Denk- und Sprachpraktiken zu hinterfragen. Diese Forderungen bedeuten die Loslösung von der eigenen Leitkultur und von einem Denken, welches sich an nationalen und ökonomischen Interessen orientiert. Die Gesellschaft solle zur Krisenbewältigung neben den physischen Außengrenzen auch das Konzept kultureller Innengrenzen überdenken, so dass die vielen Minderheiten mit einbezogen werden können.

Das Projekt „Right to move“ definiert sich als Forum und wird zum einen Bezug auf die Perspektive von Menschen nehmen, die aus anderen Ländern des globalen Südens nach Europa kommen und zum anderen Projekte aus dem Kunst- und Sozialbereich sowie aus dem politischen Aktivismus zusammenbringen.

Vier Tage möchten wir im Goethe-Institut Barcelona Art-Lectures, Diskussionsrunden, Filmprojektionen und Dokumentationen rund um die Themenpunkte „Sprache dekolonialisieren“, „Fluchtlinien“ und „Vernetzungsstrategien“ veranstalten. Der Themenpunkt "Sprache dekolonialisieren" hinterfragt Sprache und Kultur als Praxis der Umorganisierung von Gesellschaft und Politik. "Fluchtlinien" schafft einen Überblick über gegenwärtige migratorische Bewegungen und die Kontinuität vergangener Konflikte in der Migration und der abschließende Themenpunkt "Vernetzungsstrategien" stellt Praktiken und Perspektiven vor, die die vorherigen Punkte mit positiven Beispielprojekten zusammenfasst und neue soziale und politische Koalitionen vorstellt.

Das Programm "Right to move" entsteht aus der Zusammenarbeit des Goethe-Instituts Barcelona mit Anja Steidinger
 

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