Intervention Right to move_Daniela Ortiz: "Objektives Publikum"

Público objetivo_Encuentro inmigración y prensa escrita _Daniela Ortiz

Di, 24.05.2016

20:00 - 21:00

Goethe-Institut Barcelona

Público objetivo_Encuentro inmigración y prensa escrita

Daniela Ortiz stellt hier ihr Projekt "Objektives Publikum" vor, das die auf die Migrationsbevölkerung und das System der Einwanderungskontrolle bezogenen Diskurse, die durch die Massenmedien gesteuert werden, hinterfragt.

Die Künstlerin hat eine Debatte dafür organisiert, zu der drei Journalist_innen eingeladen waren, die kontinuierlich Nachrichten über die Migrationsbevölkerung veröffentlichen. Bei den eingeladenen Journalist_innen handelte es sich um Rebeca Carranco der Zeitung El País, Angel Calleja der Zeitung 20 Minutos und Daniel Ayllón der Zeitschrift La Marea.

Das eingeladene Publikum bestand nur aus Migranten, die zum Großteil gegen das System der Einwanderungskontrolle kämpfen.

Bei der Durchführung des Projektes wurde eine Auswahl von Titelseiten verschiedener Zeitungen gezeigt, die veröffentlicht wurden, nachdem 15 Migranten durch die Verantwortung der spanischen Polizei am 6. Februar 2014 am Strand von El Tarajal ums Leben kamen. Die spanischen Massenmedien wählten die Strategie, schreckenerregende Nachrichten zu veröffentlichen, über den Versuch der Migranten über die Zäune von Ceuta und Melilla zu gelangen, in einer Positionierung, die die Morde am Strand von El Tarajal rechtfertigten. Die Titelseiten wurden im Gegensatz zu Bildern und Dokumenten platziert, die Fotografien von ermordeten Personen am Strand von El Tarajal und medizinische Berichte der Überlebenden beinhalteten, Information, die trotz öffentlichen Charakters nie in diesen Zeitungen veröffentlicht wurde.

Auf der anderen Seite wurde eine Publikation erarbeitet, auf Basis der Nachrichten verschiedener Zeitungen, bezogen auf die muslimische Bevölkerung, die durch folgende Worte ersetzt wurden: Muslim durch Jude, Moschee durch Synagoge, Islamisierung durch Judaisierung, Islamismus durch Judaismus, Burka durch Frumka, Schleier durch Tichel, Imam durch Rabbiner. 

Daniela Ortiz (Cuzco, 1985) ist eine peruanische Künstlerin, die in Barcelona lebt. In ihrem Werk beschäftigt sie sich mit Themen, die sich auf Immigration, Nationalität oder Gender beziehen. Die Ausstellung Público Objetivo (Objektives Publikum) wurde innerhalb des Zyklus Trets enmig del concert ausgestellt. „Der Titel kommt von dem Video, das in der Ausstellung projiziert wurde. Es ist ein Gespräch, zu dem ich drei Journalisten einlade, die mit einem Publikum sprechen, das nur aus Migranten besteht. Die Migranten sind fast immer Zielobjekte, immer wird über sie gesprochen. Ich strebte danach, das umzudrehen, sie zum Publikum werden zu lassen und sie waren in einer objektiven Position, um mit den eingeladenen Journalisten über das Thema der Migration sprechen zu können. In der Medienlandschaft sind fast alle Menschen, die schreiben, Spanier, es gibt keine Migranten“, sagt Daniela. 
 

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