Art-Lecture Right to move_Grada Kilomba: Decolonizing Knowledge

 Decolonizing Knowledge _Grada Kilomba

Mi, 25.05.2016

21:00 - 22:30

Goethe-Institut Barcelona

Decolonizing Knowledge_Grada Kilomba

In dieser Vortragsperformance erkundet Grada Kilomba Formen des de-kolonialisierenden Wissens, indem sie gedruckte Werke, Schreibübungen, performative Erzählungen und visuelle Kunst als Formen alternativer Wissensproduktion einsetzt. Kilomba erhebt Fragen bezüglich der Konzepte von Wissen, Rasse und Geschlecht: „Was wird als Wissen anerkannt? Wessen Wissen ist es? Wer ist berechtigt, Wissen zu produzieren?“ Dieses Projekt stellt nicht nur die Gewalt klassischer Wissensproduktion dar, sondern auch die Gewalt, mit der in akademischen, kulturellen und künstlerischen Räumen umgegangen wird, und welche darüber entscheidet, wer sprechen kann und worüber wir sprechen können.

Um sich dieser kolonialen Wunde zu nähern, erschafft sie einen hybriden Raum, wo die Grenzen zwischen der akademischen und der künstlerischen Sprache verlaufen und die Anordnung von Wissen und Macht verwandeln. Grada Kilomba benutzt eine Collage ihrer literarischen und visuellen Arbeit, um einen Dialog zu initiieren zwischen den vielfachen Erzählungen, die sprechen, unterbrechen und sich anpassen an die „normale“ und kontinuierliche Kolonialisierung, in welcher wir uns befinden.

Das Publikum ist eingeladen, daran teilzunehmen und das Konzept des Wissens noch einmal zu hinterfragen, indem neue Räume für de-kolonialisierendes Denken eröffnet werden.

Diese Vortragsperformance ist Teil der Reihe “Decolonizing Knowledge – Performing Knowledge“ von Grada Kilomba, geschrieben und produziert während ihres Künstler/Schriftsteller Aufenthaltes in Berlin, 2015-17.

Grada Kilomba ist eine portugiesische Autorin, Theoretikerin und interdisziplinäre Künstlerin. Ihre Arbeit dreht sich um Geschlecht, Rasse, Trauma und Erinnerung und wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und in internationalen Anthologien, Magazinen und Journalen veröffentlicht sowie international aufgeführt. Ihre Arbeit ist besonders bekannt für die Verwendung verschiedener Formate, von Printpublikationen bis hin zu Lesungen und Performances, wobei die Verbindung von akademischen und lyrischen Erzählstrukturen einen neuen literarischen Stil erschafft.

Sie ist Mitherausgeberin von „Mythen, Masken und Subjekte“ (2005), einer Anthologie über Kritisches Weißsein; und Autorin von „Plantation Memories“, einer Kompilation von Episoden über täglichen Rassismus, geschrieben in Form von psychoanalytischen Kurzgeschichten, erstmals präsentiert beim International Literature Festival (2008), bei den Haus der Berliner Festspielen und adaptiert für eine szenische Lesung im Ballhaus Naunynstraße, Berlin (2013).

Kilomba hat Vorlesungen an verschiedenen internationalen Universitäten gehalten und war zuletzt als Gastprofessorin für Gender Studies an der Humboldt-Universität Berlin tätig. Momentan ist sie als Künstlerin und Autorin in Berlin, wo sie eine Reihe von Projekten über “Decolonizing Knowledge - Performing Knowledge” (2015 -2017) entwickelt und sich dabei dem Schreiben, der performativen Erzählung und der visuellen Kunst zuwendet, als Formen alternativer Wissensproduktion.

Zurück