Ausstellung Stolpersteine - Gedenken und Soziale Skulptur

Stolpersteine sind in den Boden verlegte kleine Gedenktafeln, die an Menschen erinnern, die zur Zeit des Nationalsozialismus getötet worden sind Foto: © dpa/Hendrik Schmidt

Do, 30.09.2021 -
So, 14.11.2021

Kontraktowa Platz

Ausstellungseröffnung: 30. September 2021, um 15.30 Uhr

Ausstellung der Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
Projekt des Goethe-Instituts Ukraine 

In Zusammenarbeit mit:  
Deutsche Botschaft Kiew und Ukrainisches Institut für Nationales Gedenken


Vor genau 80 Jahren, Ende September 1941, ermordeten Sondereinsatzkommandos der deutschen Besatzungstruppen in der Schlucht von Babyn Jar über 33.000 jüdische Bürgerinnen und Bürger Kiews. Das Massaker von Babyn Jar gilt als eine der größten Ermordungsaktionen der Shoah.  Anlässlich des 80. Jahrestags dieser grauenvollen Verbrechen zeigt das Goethe-Institut Ukraine die Ausstellung "Stolpersteine – Gedenken und Soziale Skulptur", die von der Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin realisiert wurde. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 30. September um 15.30 Uhr auf dem Kontraktowa-Platz statt, in unmittelbarer Nähe der Metro-Station. Die Ausstellung wird dort bis zum 30. Oktober zu sehen sein. Erster Ausstellungsort war im August in Kamjanez-Podilskyi. Nach der Präsentation in Kiew wird die Ausstellung in der Ukraine zur Verfügung stehen.
 
Das Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig hat mittlerweile einen festen Platz in der Erinnerungskultur Deutschlands und ist in unzähligen Städten Deutschlands und Europas präsent. Mit in den Boden eingelassenen Betonquadern mit einer Messingplatte wird an Menschen erinnert, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt und in den meisten Fällen ermordet wurden. Das Erinnern an die Ermordeten der Shoah und damit an jüdische Mitmenschen spielt dabei eine zentrale Rolle, es werden aber auch Stolpersteine z.B. für Sinti und Roma, Menschen aus dem politischen oder religiös motivierten Widerstand, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Opfer der „Euthanasie”-Morde oder für Menschen, die als vermeintlich „Asoziale” verfolgt wurden, verlegt. Die Betonquader mit einer Kantenlänge von 10 cm werden in den Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort von Verfolgten des Nationalsozialismus eingelassen. Der Name und die verfolgungsbedingten Eckdaten der Person, an die mit dem jeweiligen Stein erinnert wird, sind auf der  Messingplatte auf der Oberseite eingraviert.
 
In der Ukraine wurden bislang fünf Stolpersteine in Riwne verlegt und neun in Perejaslaw-Chmelnyzki. Anlässlich des Gedenkens an Massaker von Babyn Jar werden im Rahmen des Projekts „Ein Stein, ein Leben – 80 Stolpersteine für Kiew“, initiiert von der Deutschen Botschaft Kiew und umgesetzt vom Ukrainischen Zentrum für Holocaust-Studien, die ersten Stolpersteine in Kiew verlegt. Der erste Stolperstein in Kiew wird am 30.09. verlegt. Er erinnert an Ljudmyla Tkatsch, die als Kind das Massaker überlebte.

Nähere Informationen zum Projekt und zu den Biographien der mit den Stolpersteinen geehrten Personen sowie eine Karte, auf der die Orte der Stolpersteine verzeichnet sind, finden sich unter kyivstones.org.
 

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