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Der zweite Akt der Berliner Mauer

Gedenkstätte Berliner Mauer
Foto: Cheyenne Concepcion, 2019

Cheyenne Concepcion gibt ihre Eindrücke von der Zeit in Berlin wieder. Insbesondere reflektiert sie darüber, welche Ansätze die ehemals geteilte Stadt für den Umgang mit Grenzen und Monumentalität in den USA bieten und das (Nach)leben von Grenzmauern als Orte der Auseinandersetzung mit dem Erbe der Teilung.

Von Cheyenne Concepcion

Bevor ich nach Berlin kam, nahm ich an, ich würde etwas über den physischen Zustand der Berliner Mauer in Bezug zu unserer Mauer entlang der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze erfahren. Ich glaubte, Verbindungen ziehen zu können zwischen der Sicherheitsarchitektur der Deutschen Demokratischen Republik und den mittelalterlichen Lösungen, mit denen die USA heutzutage aufwarten. Stattdessen lernte ich mehr darüber, was als Nächstes kommt. Ich bekam einen Einblick, was mit einer Grenzmauer geschieht, die nicht mehr als Migrationsbarriere dient, und wann sie in den zweiten Akt übergeht.

Vor ihrem Fall war die Berliner Mauer als Monument Symbol der Unfreiheit im Kommunismus und der durch den Kalten Krieg verursachten Teilung Deutschlands. Seit der Wiedervereinigung und dem Mauerfall scheint diese Symbolik fortzubestehen, wenn auch nun mit Schuld gepaart. Während unserer Forschungsreise besuchten wir viele Denkmäler und Gedenkstätten. Sie wirkten so, als unterlägen sie direkt Zwängen des Tourismus, ausländischer Investoren und in den meisten Fällen staatlich geförderter Initiativen. Was sind die räumlichen Auswirkungen dieser konkurrierenden Interessen, und wie werden Denkmäler genutzt, um diese Absichten zu erreichen? Und an welchem Punkt wird die Symbolik eines Monuments neu definiert und für wen?

Nach meiner Rückkehr möchte ich diese Annäherung der Interessen unterschiedlicher Parteien an das mit der Erinnerungskultur assoziierte, soziopolitische Umfeld ergründen, analysieren, kritisch beurteilen und neu darstellen. Ich glaube, dass die Untersuchung und Analyse der Politik dieser Orte unbedingt in Zusammenhang mit meinen eigenen Forschungsschwerpunkten in San Francisco und San Diego stehen. Ich hoffe, auf der Theorie des Nachlebens von Monumenten aufbauen zu können.

Ostdeutsche Antiquitäten auf dem Flohmarkt Foto: Cheyenne Concepcion, 2019

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