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Ausgesprochen ... posthuman
Was wissen wir über das Coronavirus?

Was wissen wir über das Coronavirus?
Foto (Detail): PxHere, CC0

Das Coronavirus, oder genauer, Covid-19, verbreitet sich in großen Teilen Chinas und sorgt weltweit für Alarm. Am 30. Januar 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotstand. Was wissen Wissenschaftler*innen über das Virus? Was konnten Gesundheitsexpert*innen der Öffentlichkeit bisher sagen? Und: Warum ist die Welt angesichts des Coronavirus so nervös?

Von Liwen Qin

 

Grund für die weltweite Unruhe ist nicht unbedingt, dass das Coronavirus tödlicher ist, als andere bekannte Viren, wie etwa Ebola. Sondern, dass die derzeitige Krankeitswelle keine Epidemie, sondern eine Pandemie ist. Eine Epidemie ist ein plötzlicher Anstieg von Krankheitsfällen in einer Region – mehr als eine Bevölkerung normalerweise erwartet. Eine Pandemie ist „die weltweite Ausbreitung einer neuen Krankheit“ (WHO).

„Neue Krankheit“ und „weltweite Ausbreitung“ sind die charakterisierenden Stichwörter der aktuellen Coronavirus-Krise. Ein unbekanntes, hochansteckendes Virus bedeutet unvorhersehbare Gesundheitsrisiken für die globale Weltbevölkerung: Sowohl was die Folgen eines Ausbruchs für individuelle Patient*innen bedeuten mag, aber auch die individuelle Ansteckungsgefahr und internationale Verbreitung des Virus.

Hochansteckend

Gesundheitsorganisationen verwenden eine Zahl, um zu bemessen, ob und wie stark sich ein Virus ausbreiten wird: R0, gesprochen „R-nought“. R-nought (R0) ist die durchschnittliche Anzahl von Menschen, die sich bei einer bereits infizierten Person anstecken werden. Ist R-nought (R0) drei, so wird damit gerechnet, dass jeder neue Krankheitsfall drei weitere Krankeitsfälle erzeugen wird.

Das Coronavirus hatte anfangs einen geschätzten R-nought (R0)-Wert von 4. Später reduzierte sich dieser Wert auf 2,68. Zum Vergleich: Das tödliche Ebola Virus hat einen R-nought (R0)-Wert von 2,0. Noch immer handelt es sich beim Coronavirus 2019-nCoV also um eine hoch ansteckende Krankheit.

In diesem frühen Stadium einer Pandemie ändern sich die gesammelten Krankheitsdaten noch ständig. Die aktuell aufgezeichneten Fälle zeigen, dass die Sterblichkeitsrate bei 11 Prozent liegt. Höher also, als die des SARS-Virus (10 Prozent), aber niedriger als die des MERS-Virus (40 Prozent). 23 Prozent der Patient*innen wurden auf Intensivstationen behandelt. Dies ist auch deshalb so wichtig, da Überlebende unter Umständen irreversible Lungenschäden davontragen können.

Wer ist besonders in Gefahr?

Zu Beginn der Krise schien die Schwere der Symptome bei den Patienten nicht mit ihrer medizinischen Vorgeschichte oder ihrem Gesundheitszustand zusammenzuhängen. Die Hälfte der frühen Patienten war zwischen 25 und 49 Jahre alt, aber die infizierten Patienten reichten von einem 8 Monate alten Baby bis zu Menschen über 80. Inzwischen hat die Weltgesundheitsorganisation diese Einschätzung jedoch aktualisiert. 

Während wir das Coronavirus noch weiter erforschen müssen, so erscheint es nun doch so, als ob ältere Menschen, und Menschen mit medizinscher Vorbelastung (Diabetes, Herzkrankheit) ein erhöhtes Risiko haben, von einer Infektion mit Covid-19 ernsthafte Krankheitssymptome zu entwickeln.

Weltgesundheitsorganisation (WHO), 11.02.2020

Fakt ist, dass sich das Coronavirus sehr schnell ausbreitet. Wir wissen jetzt, dass es sich um eine Tröpfcheninfektion handelt. Das Virus kann sich an fein-schwebende Tröpfchen anheften, und sich so direkt von Mensch zu Mensch verbreiten. Zwei Fälle aus einem Krankenhaus in Wuhan, China aber zeigen, dass sich das Virus auch aus Blutproben an schwebende Flüssigkeitströpfchen anhängen kann. So hatten sich zwei medizinische Labortechniker*innen an Blutproben von Patienten infiziert. Es ist sehr wichtig, während der Coronavirus-Krise vorsichtig zu sein. 

Gemeinsam Lösungen finden

Wie bei allen Pandemien in der Geschichte der Menschheit ist es jedoch nicht das Virus, das die größte Herausforderung darstellt. Noch größer erscheint die Herausforderung, dass sich Menschen in Krisenzeiten Unwissenheit, Arroganz, Panik, Chaos, Misstrauen und dem Hass gegenüber Anderen hingeben, anstatt sich zusammenzuschließen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. 

​Wenn wir es schaffen, mit unseren Mitmenschen gut umzugehen, werden wir auch die Coronavirus-Krise gut bewältigen können. Vielleicht beginnen wir damit, uns jeden Tag die Hände zu waschen, unsere Handys zu desinfizieren und den Bedürftigen in nah und fern zu helfen.

 

“Ausgesprochen…”

In unserer Kolumnenreihe „Ausgesprochen …“ schreiben im wöchentlichen Wechsel Liwen Qin, Maximilian Buddenbohm, Dominic Otiang’a und Gerasimos Bekas. Liwen Qin beobachtet in „Ausgesprochen … posthuman“ den technischen Fortschritt und wie er unser Leben und unsere Gesellschaft beeinflusst: im Auto, im Büro und an der Supermarktkasse.

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