Helen und Kurt Wolff-Übersetzerpreis Foto: Deutsches Literaturarchiv Marbach

Mit dem Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreis wird jedes Jahr im Juni eine herausragende Literaturübersetzung vom Deutschen ins Englische ausgezeichnet, die im vorangegangenen Jahr in den USA veröffentlicht wurde. Der Preisträger erhält eine mit $10.000 dotierte Auszeichnung. Der Preis wurde erstmalig 1996 vom Goethe-Institut Chicago ausgelobt und dort bis 2014 verliehen. Der von der deutschen Regierung finanzierte Preis wird ab 2015 vom Goethe-Institut New York verliehen.

Preisträger 2016

Daniel Bowles wurde für seine 2015 bei Farrar, Straus and Giroux erschienene Übersetzung von Christian Krachts Imperium: A Fiction of the South Seas von einer fünfköpfigen Jury als diesjähriger Gewinner des Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreises ausgewählt. Die Auszeichnung wird ihm im Juni 2016 von der Deutschen Generalkonsulin Frau Wagner in New York überreicht.

Stellungnahme der Jury

Die Jury freut sich, den Helen und Kurt Wolff Übersetzer-Preis 2016 an Daniel Bowles für seine Übersetzung von Imperium des Schweizer Autors Christan Kracht zu verleihen. Imperium ist die Geschichte eines radikal vegetarischen, deutschen Nudisten, der zur Wende des 20. Jahrhunderts entschlossen war, eine Südsee-Kolonie zur Anbetung der Sonne und Kokosnüsse zu gründen. Der Roman, der vor Anspielungen und zwischentextlichen Echos strotzt, ruft literarische Modelle von Conrad Stevenson und Melville bis Thomas Mann hervor. In brillant kreativem Gebrauch einer überspitzt antiquierten Ausdrucksweise und Syntax gelingt es Bowles durch einen geziert überladenen und gekünstelten Text, die komische Durchtriebenheit der Prosa Krachts für englischsprachige Leser einzufangen.  

Über Daniel Bowles

Daniel Bowles Foto: Lee Pellegrini Zu Daniel Bowles Übersetzungen gehören Werke von Christian Kracht, Thomas Meinecke, Alexander Kluge, Rainald Goetz und Xaver Bayer. Seine akademischen Publikationen konzentrieren sich hauptsächlich auf die heutige deutsche Literatur und die der Nachkriegszeit, wie z.B. die kürzlich erschienene Studie The Ends of Satire (De Gruyter, 2015), eine Untersuchung von satirischen Schriften und Theorien seit 1950. In den vergangenen Jahren erhielt er Unterstützung sowohl durch das Fulbright Programm als auch vom Deutschen Akademischen Austauschdienst. Zurzeit lehrt er Germanistik am Boston College und lebt in Cambridge, Massachusetts.
 

Die Jury

Shelley Frisch, Princeton, NJ, Vorsitzende der Jury
Ross Benjamin, Nyack, NY
John Hargraves, New York, NY
Susan Harris, Chicago, IL
Karen Nölle, Niederkleveez, Deutschland