Street-Art-Entdeckungen aus Mexiko, Kanada und den USA
„Stille Helden“ von Hera, Heragraff, Tomer Linaje und Óscar Axo

Hera © Goethe-Institut Mexiko

Stille Helden

Street-Art-Künstlerin Jasmin Siddiqui Hera aus Frankfurt am Main und die mexikanischen Künstler*innen HeraGraff, Tomer Linaje und Óscar Axo hatten wegen abgesagter Festivals und Events auf ihrer Reise durch Zentralamerika nach Mexiko in Mexiko-Stadt mehr Zeit als gedacht. „Dank“ und angesichts der Covid-19-Krise schufen sie in Mexiko-Stadt auf dem Parkplatz des Goethe-Instituts Mexiko ein Werk, das niemanden kalt lässt: Bild-Elemente aus mexikanischen Mythen, deutschen Märchen sowie Zeichen aus unseren Tagen, die die ganze Welt kennt, finden in einer melancholischen Bildsprache zueinander.
 

„Unsere wahren Helden sind die stillen und kleinen Helfer, ihre Kraft liegt nicht im Handeln, sondern in Ruhe und Besonnenheit.“

Ein Satz, der viele von uns immer wieder dazu anhält, unser Leben dieser Tage kritisch auf das eine große Ziel hin zu prüfen: Durchhalten!
Wir sind den Künstler*innen unendlich dankbar.

  • Ausschnitt Stille Helden © Hera, Heragraff, Tomer Linaje und Óscar Axo, Foto: Goethe-Institut Mexiko
  • Stille Helden mit Künstlern © Hera, Heragraff, Tomer Linaje und Óscar Axo, Foto: Goethe-Institut Mexiko
  • Ausschnitt Stille Helden © Hera, Heragraff, Tomer Linaje und Óscar Axo, Foto: Goethe-Institut Mexiko
  • Ausschnitt Stille Helden © Hera, Heragraff, Tomer Linaje und Óscar Axo, Foto: Goethe-Institut Mexiko

Künstler*innen


 

Jasmin Siddiqui ist eine in Deutschland geborene Künstlerin, besser bekannt als Hera. Für ihre zeitgenössische Stadt- und Graffiti-Kunst nutzt sie eine Vielzahl von Medien, um wirklich emotionale Kunstwerke zu schaffen. Hera arbeitete 2018 mit URBAN NATION für das M/13-Projekt.

Jasmin Siddiqui ist deutsch-pakistanischer Herkunft und wurde katholisch-muslimisch erzogen. Wegen ihres Hintergrunds gab es schon vor ihrer Einschulung Konflikte. Sie wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte, bis sie Graffiti entdeckte. Hera ist Grafikdesignerin und versucht, traditionelle Techniken und Spray-Malerei zu kombinieren, um mythologische Kreaturen und komische und satirische Szenen darzustellen. Diese Bilder fangen oft zeitgenössische Fragen der Ungerechtigkeit und des sozialen Bewusstseins ein.

Hera auf Instagram
Óscar Axo wurde in Oaxaca geboren und lebt seit seinem 15. Lebensjahr in Mexiko-Stadt. Er hat einen Abschluss in bildender Kunst von der Facultad de Artes y Diseño an der Universidad Autónoma de México (UNAM). Sein Interesse an Wandkunst wurde geweckt, als er einen Freiwilligendienst im Instituto de Investigaciones Estéticas an der UNAM absolvierte und an einem Projekt zum mexikanischen Muralismus teilnahm. Die Ausbildung schloss er mit der Arbeit „Muralismo Mexicano: productor de la Revolución Mexicana en América“ (Mexikanischer Muralismus: Erzeuger der mexikanischen Revolution in Amerika) ab und verlegte seine gesamte künstlerische Arbeit auf den Muralismus, um mehr Menschen zu erreichen.

„Ich habe mich an einige Freunde gewandt, die Muralisten sind, weil ich die Wandkunst aus meinem ästhetischen und künstlerischen Blickwinkel erfahren wollte. 2010 begann ich zu malen und kurz darauf gründete ich das Colectivo Axolotol, mit dem ich mehrere Projekte auf der Straße, in Museen und Impressionen durchgeführt habe“, sagt er.

Sein farbenfroher Stil geht Hand in Hand mit mexikanischen Elementen wie Masken, traditioneller Kleidung und Porträts von Figuren, denen wir täglich auf der Straße begegnen.

Óscar Axo auf Instagram
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HeraGraff begann mit siebzehn Jahren in der Welt der Straßenkunst aktiv zu werden, auch weil sie zeigen wollte, dass Frauen in dieser männerdominierten Welt des Hip-Hop bestehen können. Sie stammt ursprünglich aus Pachuca, Hidalgo, einer Stadt, in der es schwierig ist, eine große Bewegung aufzubauen, und noch schwieriger, wenn man eine Frau ist. Das war ein Teil der Motivation: „Los, das gefällt mir“ – und hartnäckig zu bleiben. Hier ist sie also.

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Rafael Medina Martínez, besser bekannt als Tomer Linaje, ist ein autodidaktischer plastischer Künstler, der sich seit dem Gymnasium für Street-Art interessiert. Obwohl er am Anfang nur seinen Namen auf öffentliche Wände schrieb, verdiente er sich mit der Zeit und viel Beständigkeit einen Platz unter den anerkanntesten mexikanischen Wandmaler*innen der Welt, von der Insel Holbox und dem Valle de Bravo bis hin zu São Paulo und Deutschland.
„Ich bin ein Autodidakt. Ich habe mit Beständigkeit, Experimentierfreude und durch die Kunstgeschichte gelernt, und durch die Videos anderer Künstler*innen“, do Tomer Linaje.

Sein hyperrealistischer Stil porträtiert mexikanische Figuren und Tiere: Von Mädchen aus Puebla bis zur allseits beliebten Frida Kahlo, vom berühmten mexikanischen Nackthund bis zum eleganten Jaguar. Aber seine größte Inspiration ist sein Sohn, den er in seinen Werken auf verschiedene Weise dargestellt hat.

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