Seattle
„Story Porch“ – Kampf gegen Gentrifizierung und Verdrängung

WaNaWari Seattle © WaNaWari

Wie kann man sich der Gentrifizierung und Verdrängung der Schwarzen Räume in Seattle widersetzen? Und wie ehrt man die Arbeit und Errungenschaften der eigenen Vorfahren und setzt sie fort? 

Story Porch ist ein interdisziplinäres Projekt, das diasporische afrikanische Ahnenverehrung, die Aktivierung von Räumen und Reinvestition in Nachbarschaften und Gemeinden in dem vom Redlining geprägten Central District Seattles auf dem Land der Coast Salish People miteinander verbindet (Anm.: Redlining ist die Praxis, bestimmte Stadtgebiete aufgrund von rassistischen oder ethnischen Merkmalen abzugrenzen und zu diskriminieren). In Zusammenarbeit mit Free Egunfemi Bangura und dem Goethe Pop Up Seattle hat das Kunst- und Kulturzentrum Wa Na Wari die Vorderseite seines Gebäudes als Erinnerungsraum reaktiviert – eine vermittelnde Struktur zwischen Haus und Straße, privatem und öffentlichem Raum. Damit taucht das Projekt in die Geschichte der Porch-Kultur und des „Nationbuilding“ ein, bei gleichzeitiger Erhaltung der Traditionen des generationsübergreifenden Geschichtenerzählens.

Die Installation wurde an Allerseelen eröffnet – als ein Gedenkraum, der die Stimmen und Geschichten derer erzählt, die sonst eher selten Gehör finden. Das Konzept der Ausstellung folgt aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln. Besucher*innen haben die Möglichkeit, die interaktive Ausstellung bei einem Rundgang durch den Vorgarten des Gebäudes sicher zu erkunden und die auf den einzelnen Stationen angegebenen Telefonnummern anzurufen, um mehr über die Geschichten der jeweiligen Vorfahren zu erfahren und sich inspirieren zu lassen. 

Wa Na Wari ist ein Zentrum für Schwarze Kunst und Kultur, das sich in Seattles Central District befindet, einem historisch Afroamerikanischen Viertel, das vom Redlining geprägt ist. Die Organisation setzt sich mit der Wohnraumkrise in Seattle, der sich verändernden Demografie und den Erfahrungen der alternden Schwarzen Bewohner*innen mit Isolation und wirtschaftlicher Not auseinander. Mittels Kunst, der Erhaltung historischer Gebäude und dem Herstellen von Kontakten schafft Wa Na Wari Orte, die das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Zugehörigkeit der Schwarzen Bevölkerung stärken.

Mehr zu den Veranstaltungen

Hier finden Sie Videos und Fotos sowie die Aufnahme des Instagram Live-Gesprächs mit Free Egunfemi Bangura mit Wa Na Nari.

Beteiligte Künstler*innen

Free Bangura
Free Egunfemi Bangura ist eine freie Geschichtsstrategin und Social Entrepreneurin aus Richmond, VA, und gilt als Begründer der internationalen „Commemorative Justice“- Bewegung. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Erinnerung an Vorfahren und die Rückgewinnung der Erinnerungskultur durch Bewahrung der Erinnerungen an historisch Schwarze Viertel. 2013 gründete sie Untold RVA und Untold Tours, um ein junges Publikum mit schwungvoller Typografie, Straßenkunst mit Audioelementen zu erreichen und zur Erkundung des städtischen Raumes zu inspirieren.

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