Konzerte
MUSIC’S OVER

Study für Quadraturen II, 4 Fotos
Study für Quadraturen II, 4 Fotos | (c) Maria Tržan

Listening mit Peter Ablinger

diverse Veranstaltungsorte

Seit Jahrzehnten zeigt Peter Ablingers Arbeit Spannungsfelder in der Topographie des Hörbaren auf. Sein enormer Output an Partituren, elektronischen Stücken, Installationen und konzeptionellen Arbeiten findet immer wieder Wege - lustig, pointiert, verstörend -, die Organisation der Realität durch das Ohr in Frage zu stellen. Ist das eine Stimme, und was ist eine Stimme? Wann ist etwas neu oder nicht mehr Musik? Lärm? Informationen? In Ablingers raffiniertem Gerangel um Klangkategorien verliert das Hören seine Koordinaten. Konzepte lösen sich Klängen, das Land ändert seine Form.

Das Richard and Mary L. Gray Center for Arts and Inquiry eröffnet die neue Musikreihe Gray Sound mit Ablingers erstem Besuch in Chicago. Die neuntägige Residenz vom 19. bis 27. Januar kontrapunktiert eine Reihe von Vorträgen, Kompositionsseminaren und Diskussionen mit Konzerten und  Weltpremieren, die von international renommierten Ensembles aufgeführt werden.  Eine Woche wird im Gray Center Lab die Weltpremiere von MUSIC'S OVER geboten: einer der ambitioniertesten von Ablingers Quadraturen (“Squarings”), ein computergesteuertes Klavier spielt schallende, spektral abgeleitete "phonorealistische" Transkriptionen einer rohen Live-Performance der Doors von 1970. Kommen Sie ins Graz Center Lab, drücken Sie den roten Knopf am Klavier und bereiten Sie sich darauf vor, sich zu verirren und den richtigen Pfad wiederzufinden.  

Mit Fonema Consort, Wet Ink Ensemble und a•pe•ri•od•ic, mit zwei Uraufführungen von Ablinger sowie Werken von Chiyoko Szlavnics, Fernanda Aoki Navarro, Sam Pluta und anderen.

Dienstag, 21. Januar-Samstag, 25. Januar, täglich 10-17 Uhr
INSTALLATION:
Weltpremiere von MUSIC'S OVER für computergesteuertes Klavier, läuft die ganze Woche
Gray Center for Art and Inquiry, University of Chicago, 929 E. 60th St. Eintritt frei

Sonntag, 19. Januar, 20:30 Uhr
KONZERT:

Das Wet Ink Ensemble spielt Peter Ablinger und Sam Pluta
Constellation, 3111 N Western Ave. 15 USD allgemein / 10 USD für Studenten

Dienstag, 21. Januar, 17 Uhr
SEMINAR:

Peter Ablinger leitet das Kompositionsseminar der Universität von Chicago (öffentlich zugänglich)
Performance Penthouse, Reva and David Logan Center for the Arts, University of Chicago, 915 E 60th St. Eintritt frei

Mittwoch, 22. Januar, 18 Uhr
SIDEBAR:
Musik/Sprache/Gedanken/Geräusche
Peter Ablinger und Winfried Ritsch im Gespräch mit den University of Chicago-Professoren Alan C.L. Yu & Itamar Francez (Linguistik) und Jennifer Iverson (Musik), moderiert von Seth Brodsky (Musik), Direktor des Gray Center.
Gray Center for Arts and Inquiry, 929 E. 60th St. Eintritt frei

Donnerstag, 23. Januar, 17 Uhr
SEMINAR

Peter Ablinger leitet das Kompositionsseminar der Northwestern University
Regenstein Hall of Music, Master Classroom, 60 Arts Cirle Dr, Evanston
Freier Eintritt, für die Öffentlichkeit zugänglich


Donnerstag, 23. Januar, 20 Uhr.
KONZERT:

Eric Wubbels (Klavier) spielt Peter Ablinger's Voices and Piano (mit Uraufführung)
Experimental Sound Studio, 5925 N Ravenswood Ave. 10 USD allgemeiner Eintritt, 8 USD Studenten/ Mitglieder

Freitag, 24. Januar, 20 Uhr
KONZERT:

Fonema Consort spielt Peter Ablinger (mit Weltpremiere), Chiyoko Slavnics und Fernanda Aoki Navarro
Performance Penthouse, Reva and David Logan Center for the Arts, University of Chicago, 915 E 60th St. Eintritt frei

Samstag, 25. Januar, 19:30 Uhr
KONZERT:

a-pe-ri-od-ic spielt Peter Ablingers 3 Orte/3 Orte in Chicago
Gray Center for Arts and Inquiry, 929 E. 60th Street (das Konzert beginnt hier und wird dann an zwei weiteren Orten innerhalb des Logan Centers stattfinden) | Eintritt frei

Montag, 27. Januar, 16 Uhr.
KÜNSTLERGESPRÄCH:
Peter Ablinger, "Komplementäre Kunst"
Columbia College, 623 S Wabash Ave, Raum 109 (Hokin Hörsaal)


Wet Ink
Das von der New York Times als "The Best Classical Music Ensemble of 2018" ausgezeichnete Wet Ink Ensemble ist ein Zusammenschluss von Komponist*innen, Interpret*innen und Improvisator*innen, die sich dem abenteuerlichen Musikmachen widmen. Seit den ersten Konzerten der Gruppe im Jahr 1998 hat sich Wet Ink kontinuierlich zwischen Komposition, Improvisation und Interpretation bewegt, von frühen Kooperationen mit Christian Wolff, George Lewis und ZS über bahnbrechende Porträtkonzerte von Peter Ablinger, Mathias Spahlinger, Anthony Braxton und den AACM-Komponist*innen bis hin zu einer tiefen, langfristigen Zusammenarbeit der Mitgliedern von Wet Ink. Wet Ink wird von Erin Lesser (Flöten), Alex Mincek (Saxophon), Ian Antonio (Schlagzeug), Mariel Roberts (Cello), Eric Wubbels (Klavier), Josh Modney (Violine), Kate Soper (Stimme) und Sam Pluta (Elektronik) gemeinsam geleitet.

Eric Wubbels (c) Cameron Kelly courtesy of ISSUE Project Room
Eric Wubbels ist Komponist und Pianist und Co-Direktor von Wet Ink. Als Künstler hat er Werke von bedeutenden Persönlichkeiten wie Peter Ablinger, Richard Barrett, Beat Furrer, George Lewis und Mathias Spahlinger sowie wichtige junge Künstler wie Rick Burkhardt, Erin Gee, Bryn Harrison, Clara Iannotta, Darius Jones, Cat Lamb, Ingrid Laubrock, Charmaine Lee, Alex Mincek, Sam Pluta, Katharina Rosenberger und Kate Soper in den USA und weltweit uraufgeführt.

Fonema Loza (c) Ralph Loza
fonema : (Spanisch, Phonem) die kleinste Spracheinheit, die Wörter nach ihrer Klangqualität unterscheidet.
Diese Konzepte definieren die Essenz von Fonema Consort, wenn sie Musik in Auftrag geben, aufführen oder aufnehmen, untersuchen sie das Mögliche der menschlichen Stimme in einem avantgardistischen Kammermusik Setting. Bekannt für ihre "begeisterte Umarmung gewagter neuer Musik" (Chicago Reader), wird Fonema von der Faszination für Stücke inspiriert, die ein reichhaltiges Zusammenspiel von Stimme und Instrument fördert. Das Ensemble engagiert sich besonders dafür, Werke lateinamerikanischer Komponist*innen dem amerikanischen Publikum zu präsentieren und den musikalischen Austausch zwischen den beiden Regionen zu fördern.

a.pe.ri.od.ic (c) Ryan Bourque
Das 2010 gegründete Ensemble  a•pe•ri•od•ic untersucht die Unbestimmtheit musikalischer Elemente wie Instrumentation, Struktur, Tonhöhe und/oder Dauer. Das Ensemble, das sich zu Werken der Kargheit, Kontemplation und Stille hingezogen fühlt,  interpretiert Stücke in einem kollaborativen Probenprozess, und leitet mit großer Sensibilität Sinn und Absicht aus vagen Prosa-Partituren ab.

Peter Ablinger (c) Siegrid Ablinger, 1995

Peter Ablinger wurde 1959 in Schwanenstadt, Österreich, geboren. Er begann ein Grafikstudium und war vom Free Jazz begeistert. Er absolvierte ein Kompositionsstudium bei Gösta Neuwirth und Roman Haubenstock-Ramati in Graz und Wien. Seit 1982 lebt er in Berlin, wo er zahlreiche Festivals und Konzerte initiierte und dirigierte. 1988 gründete er das Ensemble Zwischentöne. Er war Gastdirigent des Klangforum Wien, des United Berlin und des Insel Musik Ensembles. Seit 1990 ist Peter Ablinger als freiberuflicher Musiker tätig. 2012 wurde er Mitglied der Akademie der Künste Berlin. 2012 bis 2017 war er Forschungsprofessor an der University of Huddersfield.




 

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