Podiumsdiskussion
Ästhetische Aufklärung und die Kunst der Dekolonisierung
Mit Nikita Dhawan und María do Mar Castro Varela
Die hitzige Debatte um die documenta fünfzehn in Kassel 2022 hat Fragen nach der Funktion und dem Wert der Ästhetik in den Vordergrund gerückt. Angesichts der Tatsache, dass Kunst tief in den Strukturen des Kapitalismus und Neokolonialismus verwurzelt ist, bleibt die politische, soziale und ökonomische Rolle von Kunst, künstlerischen Praktiken und Kunstinstitutionen unter den gegenwärtigen Bedingungen globaler Ungleichheit ambivalent und umstritten. Wie können wir in einer globalisierten Welt die gegensätzlichen und gleichermaßen legitimen Ansprüche konfligierender Erinnerungen miteinander in Einklang bringen? Könnten kritische künstlerische Praktiken transnationale Gerechtigkeit und Demokratie fördern und die Menschenrechte schützen und unterstützen? Kann Kunst dabei förderlich sein, uns unserer politischen und ethischen Verantwortung bewusst zu werden, und uns dazu veranlassen, unseren Zustand der Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit aufzugeben? Oder sollte Kunst im Gegenteil autonom und zweckfrei sein und nicht in den Dienst politischer und ethischer Imperative gestellt werden?
In dieser Veranstaltung werden Nikita Dhawan und María do Mar Castro Varela die Rolle einer ästhetischen Erziehung (Schiller, Spivak) bei der Verfolgung einer postimperialen globalen Ethik und Politik erörtern. Kann die politische Arbeit einer Stärkung der Einbildungskraft imperialistische, antisemitische, neokolonialistische, rassistische, orientalistische und heteronormative Strukturen und Praktiken abschwächen?
Melden Sie sich hier an
Details
Goethe-Institut Chicago
150 N Michigan Ave
Suite 200
IL 60601 Chicago
Sprache: Englisch
Preis: Kostenlos
Anmeldung erforderlich