Sarah Smith

© Sarah Smith Frau Smith, erzählen Sie uns etwas über Ihren Hintergrund: Wo, wann und weshalb haben Sie Deutsch gelernt?

Ich habe in der High School angefangen, Deutsch zu lernen, im Herbst 1998. Ich habe Deutsch belegt, weil ich in der achten Klasse eine schlimme Erfahrung im Spanischunterricht hatte und ich so weit wie möglich davon wegkommen wollte. Wo, wann und weshalb haben Sie beschlossen, Deutschlehrerin zu werden? Ich habe im Sommer 2003 beschlossen, Deutschlehrerin zu werden. Im vorherigen Semester hatte ich gerade das Hauptfach gewechselt und Deutsch gewählt, und überlegte, was ich mit einem Abschluss in Deutsch anfangen konnte. Ich war schon immer am Lehrerberuf interessiert, und damit war die Entscheidung gefallen.

Was ist die größte Herausforderung beim Deutschunterricht? Was ist besonders lohnend dabei?

Das Schwierigste am Deutschunterricht ist es, die Balance zwischen akademischer Leistung und interessanten/machbaren Inhalten zu wahren, und dabei ein Vollzeitprogramm durchzuziehen. Besonders lohnend ist es, wenn sich meine Schüler selbst näher mit der Kultur und der Sprache beschäftigen.

Gibt es so etwas wie den typischen Deutschlernenden?

Wenn es ein „typisches Profil“ gibt, dann sieht es in Texas vermutlich anders aus als anderswo. Wir haben hier einige deutsche Sprachinseln, obwohl das „Texas-Deutsch“ als Dialekt fast ausgestorben ist. Die meisten Schüler suchen allerdings nach etwas anderem, weil sie selbst etwas anders sind, oder weil sie etwas anderes machen wollen als ihre Freunde (bzw. die meisten ihrer Freunde).

Wo haben Sie sich Unterstützung und Anleitung als noch recht unerfahrene Deutschlehrerin geholt bzw. wo holen Sie sich diese?

Wenn ich Unterstützung brauche, frage ich entweder die anderen Deutschlehrer in meinem Schulbezirk um Rat, oder ich setze mich mit einem Mentor aus meinem Unterrichtssemester im Studium in Verbindung. Manchmal wende ich mich auch per E-Mail oder Facebook an Kollegen, die ich im Beruf (über den ACTFL, die TFLA, Seminare des Goethe-Instituts oder über das AP Summer Training) kennengelernt habe. Meistens brauche ich Unterstützung dabei, wie ich etwas Bestimmtes unterrichten kann oder ich möchte wissen, ob eine Idee plausibel ist. Wenn ich allerdings wissen möchte, wie etwas ankommen wird, frage ich meistens Freunde, die kein Deutsch können – wenn sie das Konzept begreifen, weiß ich, dass es funktionieren wird.

Welche Aussichten hat Deutsch als Fremdsprache in den USA?

Meiner Meinung nach sind die Aussichten für Deutsch als Fremdsprache in den USA unterschiedlich, je nachdem, ob man von Beruf oder Schule spricht. Ich glaube, dass es einige Anregung aus verschiedenen Bereichen gibt, die verhindern dürfte, dass Deutsch als Fremdsprache in Vergessenheit gerät. Daran muss aber weiter gearbeitet werden, damit die Sprache nicht noch mehr aus der Mode kommt. Dass man die Sprache nicht direkt im Alltag einsetzen kann, stellt in den USA meiner Meinung nach ein großes Problem dar.

Die Fragen stellten Christoph Veldhues und Olga Liamkina.