Film als Unterrichtsmaterial

Filme im Deutschunterricht

Filmrolle Foto: Goethe-Institut © Loredana La Rocca
Der Einsatz von Spielfilmen im Deutschunterricht stellt für Schülerinnen und Schüler eine schöne Abwechslung dar. Die Filme können aus unserem Filmarchiv ausgeliehen werden und gemeinsam mit den dazugehörigen Didaktisierungsmaterialien, die von den Goethe-Instituten der Länder Belgien, Frankreich und Dänemark zur Verfügung gestellt wurden, für den Unterricht genutzt werden. 

 

Wir sind jung. Wir sind stark. Foto: Stephan Rabold © teamWorx
Rostock-Lichtenhagen im Jahr 1992, drei Jahre nach der Wende. Die Tristesse in den verödeten Wohnsiedlungen verstärkt die Frustration der Jugendlichen, die wie die Clique um Stefan, Sohn eines Lokalpolitikers, keine Perspektive haben und hauptsächlich herumhängen. Sie streifen durch die Nacht, grundlose Randale gegen Polizei und Ausländer ist zum Normalzustand geworden. Liebe und Freundschaft sind in diesem System austauschbar. Auch die Vietnamesin Lien lebt mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin in der Siedlung, im "Sonnenblumenhaus", wo noch zahlreiche weitere Familien ehemaliger Vertragsarbeiter aus Vietnam wohnen.
Am 24. August 1992 finden die beiden parallelen Erzählstränge des Films zusammen: Es kommt zu Krawallen vor dem Sonnenblumenhaus, das mit Molotov-Cocktails in Brand gesetzt wird, während eine Menschenmenge tatenlos dabei zusieht, wie Lien mit ihrer Familie um ihr Leben kämpft.
 
Who am I - Kein System ist sicher Foto: Jan Rasmuss Voss © Sony Pictures Releasing
Der genialische Computerhacker Benjamin fühlt sich als Außenseiter, der nur in virtuellen Welten zuhause ist. Als er den charismatischen Max kennen lernt, scheint er endlich eine Chance zu bekommen, sein Talent gezielt einzusetzen: Max nimmt Benjamin in seiner Hackergruppe CLAY (Clowns Laughing At You) auf, zu der auch seine Kumpels Stephan und Paul gehören. Mit CLAY verfolgen die Freunde keine ernsthaften politischen Ziele, sondern wollen mit originellen Spaßaktionen vor allem Aufmerksamkeit erregen. Mit steigendem Kultstatus in der Netzgemeinde werden die Hacker jedoch immer risikofreudiger. Schließlich landen sie im Visier des BKA – und auf einmal wird Benjamin zum meistgesuchten Hacker der Welt.
Krabat Foto: Christian Redl © CWP-Film
Nach einem Roman von Otfried Preußler erzählt der Film von einem Jungen namens Krabat, der gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges hungernd durch deutsche Wälder streift. Seine Eltern hat Krabat verloren, seine Mutter etwa fiel der Pest zum Opfer. In seiner Einsamkeit hört er eines Tages einen unheimlichen Ruf, der ihn zu einer alten Mühle lockt. Dort lebt ein geheimnisvoller Meister mit seinen elf Gesellen. Wie sich herausstellt, hat er Krabat längst als zwölften Gesellen auserkoren. Während seiner Zeit in der Mühle macht Krabat die Bekanntschaft von Tonda, der sein bester Freund wird. Von ihm erfährt er auch das Geheimnis, das den Meister und die Mühle umgibt. Schließlich lernt Krabat die Kunst der schwarzen Magie kennen, aber auch ihre Gefahren. Als er sich eines Tages in ein Mädchen verliebt, muss er seine Beziehung vor dem Meister geheim halten – und wird dadurch schließlich auf eine harte Probe gestellt.
Kaddisch für einen Freund © SiMa Film 2010
Aufgewachsen in einem palästinensischen Flüchtlingslager, hat der vierzehnjährige Ali Messalam von klein auf gelernt, Juden zu hassen. Nach der Flucht aus dem Libanon ist er mit seiner Familie in Berlin-Kreuzberg untergekommen. Hier sucht er nun Anschluss und Anerkennung bei den arabischen Altersgenossen. Doch dafür soll er erst beweisen was er drauf hat.
Zum Zeichen seines Muts bricht Ali in die Wohnung seines russischen Nachbarn Alexander Zamskoy ein. Der ist vierundachtzig Jahre alt, Weltkriegsveteran und - Jude. Die Jugendlichen aber folgen Ali und verwüsten im Exzess die Wohnung des alten Mannes. Doch nur Ali wird vom dem vorzeitig zurückgekehrten Alexander erkannt und bei der Polizei angezeigt. Um einer Verurteilung und der damit verbundenen Abschiebung zu entgehen, ist Ali gezwungen, die Nähe seines Feindes zu suchen.
Der ganz große Traum Foto: Maria Krumwiede © Beta Cinema
Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt "Der ganz große Traum" von dem jungen Lehrer Konrad Koch, der im Jahr 1874 seinen Dienst in einem altehrwürdigen deutschen Gymnasium antritt, wo er die Schüler in Englisch unterrichten soll. Zunächst stößt das Fach bei den Eleven auf wenig Begeisterung. Also greift Koch zu einem ungewöhnlichen Trick, um ihr Interesse an allem zu wecken, was "englisch" ist: Er bringt ihnen einen seltsamen, in Deutschland gänzlich unbekannten Sport nahe, den er aus England kennt – Fußball. Zwar hat er mit seiner Methode Erfolg, dennoch stößt seine Taktik nicht überall auf Freunde. Kochs konservative Kollegen gehen gegen den Freigeist ebenso auf die Barrikaden wie eine Reihe einflussreicher Eltern und Würdenträger. Sie wollen den "Störenfried" loswerden. Doch sie haben nicht mit dem Engagement der Schüler gerechnet.
Almanya - Willkommen in Deutschland © Goethe-Institut
Am 10. September 1964 wurde in der Bundesrepublik der millionste "Gastarbeiter" begrüßt. Der Film der Schwestern Yasemin Samdereli (Regie) und Nesrin Samdereli (Buch) erzählt die Geschichte des Eine-Million-und-Ersten, eines Mannes namens Hüseyin Yilmaz, und seiner Familie. Und das über einen Zeitraum von 45 Jahren.
"Wer oder was bin ich eigentlich – Deutscher oder Türke?" Diese Frage stellt sich der sechsjährige Cenk Yilmaz, als ihn beim Fußball weder seine türkischen noch seine deutschen Mitschüler in ihre Mannschaften wählen. Um Cenk zu trösten, erzählt ihm seine 22-jährige Cousine Canan die Geschichte ihres Großvaters Hüseyin, der Ende der 60er Jahre als "Gastarbeiter" nach Deutschland kam und später Frau und Kinder nach "Almanya" nachholte. Längst ist Deutschland zur Heimat der Familie geworden. Doch eines Abends überrumpelt Hüseyin seine Lieben mit der Nachricht, er habe in der Türkei ein Haus gekauft und wolle mit ihnen in die alte Heimat fahren. Widerworte werden nicht geduldet, und so bricht die ganze Familie in die Türkei auf. Es beginnt eine Reise voller Erinnerungen, Streitereien und Versöhnungen – bis der Familienausflug eine unerwartete Wendung nimmt…