Buchclub

Goethe-Institut Boston Buchclub Foto: Barbara Eskin

Willkommen in unserem Buchclub, der während der Goethe-Institut Renovierungsarbeiten in Brookline stattfindet.
Wir treffen uns einmal im Monat, um aktuelle deutsche Literatur zu diskutieren — von moderner Klassik bis zu den neuesten Erscheinungen der Literaturszene.

Alle Diskussionen finden auf Deutsch statt.

Zeit:   
18:30 Uhr

Tag:     
normalerweise jeden zweiten Dienstag im Monat.

Termine und Titel:

Moderatorin:
Barbara Eskin

Neuer Treffpunkt während der Renovierung des Goethe-Instituts:
137 Jordan Road, Brookline

barbeskin@aol.com
 

Termine 2019

Felicitas Hoppe: Prawda, eine amerikanische Reise 
Reisebericht der ganz besonderen Art

Im Westen endlich was Neues: die Wahrheit über Amerika. Felicitas Hoppe auf Expedition in einem unbekannten Amerika: Zehntausend so komische wie hochpoetische Meilen reist Hoppe von Boston über San Francisco bis Los Angeles und zurück nach New York. Hellwach und hellsichtig begibt sie sich als literarischer Wirbelsturm auf die Spuren von Ilf und Petrow, zweier russischer Schriftsteller, die 80 Jahre vor ihr unterwegs waren und zu Kultfiguren wurden. Ob Hoppe mit ihnen die Ford-Werke und den ersten elektrischen Stuhl besichtigt, nebenbei den Zaun von Tom Sawyer streicht, in einem Tornado verschwindet oder im Auge des Sturms auf Quentin Tarantino persönlich trifft - 'Prawda' (russisch: Wahrheit) lässt die Leser Dinge sehen, wie sie über das unglaublichste Land der Erde noch nie geschrieben wurden: eine literarische Weltentdeckung.

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Perlentaucher.de
Dörte Hansen: Mittagsstunde

Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Dörte Hansen erzählt vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

Weitere Informationen und Rezensionen:
Perlentaucher.de
Hannah Arendt: Wir Flüchtlinge

Sie haben ihren Alltag und ihre Sprache verloren: "Wir Flüchtlinge" von Hannah Arendt stammt von 1943, er lohnt die erneute Lektüre.

Was es konkret bedeutete, Flüchtling zu sein, musste Arendt sogar ihrem migrationserfahrenen amerikanischen Publikum erklären: "Wir haben unser Zuhause und damit die Vertrautheit des Alltags verloren", schreibt sie: "Wir haben unseren Beruf verloren und damit das Vertrauen eingebüßt, in dieser Welt irgendwie von Nutzen zu sein. Wir haben unsere Sprache verloren und mit ihr die Natürlichkeit unserer Gebärden und den ungezwungenen Ausdruck unsere Gefühle." Überdies habe das Getrenntsein von den zurückgelassenen oder ermordeten Freunden und Angehörigen "den vollständigen Zusammenbruch unserer privaten Welt" zur Folge.

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Sueddeutsche.de
Kulturbuchtipps.de
Natascha Wodin: Sie kam aus Mariupol

"Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe" — Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und wusste nicht viel mehr, als dass sie zu einer Art Menschenunrat gehörte, zu irgendeinem Kehricht, der vom Krieg übriggeblieben war. Wieso lebten sie in einem der Lager für "Displaced Persons", woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft, erst ein bisschen, dann immer mehr. Sie kam aus Mariupol ist das außergewöhnliche Buch einer Spurensuche. Natascha Wodin geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als "Ostarbeiterin" nach Deutschland verschleppt wurde. Sie erzählt beklemmend, ja bestürzend intensiv vom Anhängsel des Holocaust, einer Fußnote der Geschichte: der Zwangsarbeit im Dritten Reich. Ihre Mutter, die als junges Mädchen den Untergang ihrer Adelsfamilie im stalinistischen Terror miterlebte, bevor sie mit ungewissem Ziel ein deutsches Schiff bestieg, tritt wie durch ein spätes Wunder aus der Anonymität heraus, bekommt ein Gesicht, das unvergesslich ist.

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Perlentaucher.de
Maxim Biller: Sechs Koffer
Shortlist des Deutschen Buchpreises 2018


Aus sechs Perspektiven erzählt der Roman von einem großen Verrat, einer Denunziation. Das Opfer: der Großvater des inzwischen in Berlin lebenden Erzählers, der 1960 in der Sowjetunion hingerichtet wurde. Unter Verdacht: die eigene Verwandtschaft. Sechs Koffer ist eine Erzählung über sowjetische Geheimdienstakten, über das tschechische Kino der Nachkriegszeit, vergiftete Liebesbeziehungen und die Machenschaften sexsüchtiger Kultur-Apparatschiks. Zugleich ist es aber auch eine Geschichte über das Leben hier und heute, über unsere moderne, zerrissene Welt, in der fast niemand mehr dort zu Hause ist, wo er geboren wurde und aufwuchs.

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Perlentaucher.de

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