Film Retrospektive MAPPING GRAY ZONES

Mapping Gray Zones © HFA

Sa, 03.11.2018 -
Fr, 07.12.2018

Harvard Film Archive

Die ungenaue Schönheit des frühen westdeutschen Kinos, 1949 – 1963

Die fünfziger Jahre in Westdeutschland sind kein verlorenes Jahrzehnt, wie es die populäre liberale Mythologie gerne hätte. Ein schweigsames vielleicht, aber kein verlorenes. Und ja, die Filme dieser Zeit erzählen diese Geschichte. Mit all ihren unvorhersehbaren Irrungen und Wirrungen, Schicksalen, doppelten und dreifachen Enden, Widersprüchen in Stil und Genre. Das westdeutsche Kino legt Zeugnis ab von der Suche nach einem modernen, demokratischen Staat, der aus dem Schutt der faschistischen Diktatur entsteht. (…)
Bis heute ist das Kino der Bundesrepublik der 50er Jahre im Ausland relativ unbekannt. Zu Hause wird es als Sonderfall betrachtet. Von den Kinoleinwänden verschwunden, obwohl es bis zur Berliner Republik nach 89 recht präsent war. Die Filme sind schlecht archiviert, begraben unter Kliches und Allgemeinplätzen über eine Zeit, die von Historikern und Soziologen abgestempelt und ad akta gelegt ist.
Es wird immer schwerer, das deutsche Nachkriegskino zu diskutieren.
Diese Retrospektive ist eine Variation eines größeren Programms, das beim Locarno Film Festival 2016 unter dem Titel Beloved and Rejected präsentiert wurde. Beide Programme laden ein zu weiteren Forschungen, sie sind Skizzen auf einer Karte, die dringend Struktur und Farbe nötig hat. Im Gegensatz zu früheren cineastischen Studien der 50er Jahre, werden nicht nur Spielfilme gezeigt, sondern auch andere Formen, Experimental-, Dokumentar - und Kurzfilme, um die reichhaltige Kinoproduktion der Zeit darzustellen.
Dieser Text ist ein Ausschnitt eines Essays des Film- Kurators Olaf Möller, geboren, aufgewachsen und immer noch ansässig in Köln.

Samstag, 3. November, 19:00 Uhr
Freitag, 30. November, 21:00 Uhr

Vom Teufel gejagt
Regie: Viktor Turžanskij. Mit Hans Albers, Willy Birgel, Lil Dagover
Westdeutschland 1950, 35mm, b/w, 100 min.
Vorfilm:
Traum in Tusche
Regie: Rolf Engler
Westdeutschland 1952, 35mm, b/w, 9 min.

Samstag, 3. November, 21:00 Uhr
Freitag, 23. November, 21:00

Weg ohne Umkehr
Regie: Victor Vicas. Mit Ivan Desny, Ruth Niehaus, René Deltgen
Westdeutschland 1953, 35mm, b/w, 95 min.

Sonntag, 4. November, 19:00 Uhr
Rose Bernd
Regie: Wolfgang Staudte. Mit Maria Schell, Raf Vallone, Käthe Gold
Westdeutschland 1957, 35mm, Farbe, 85 min.

Montag, 5. November, 19:00 Uhr
Sonntag, 18. November, 15:00 Uhr

Asylrecht
Regie: Rudolf Werner Kipp
Westdeutschland 1949, 35mm, b/w, 42 min.
Am Tag als der Regen kam
Regie: Gerd Oswald. Mit Mario Adorf, Christian Wolff, Gert Fröbe
Westdeutschland 1959, 35mm, b/w, 88 min.

Sonntag, 11. November, 17:00 Uhr
Avantgarde Kurzfilme der 1950er
Einführung: Jennifer Lynde Barker
New Art – New Vision (Neue Kunst – neues Sehen)
Regie: Ottomar Domnick
Westdeutschland 1950, 35mm, b/w, 10 min.
Opuscula
Regie: Franz Schömbs
Westdeutschland 1946-52, 16mm, Farbe, 5 min
Der Wundertisch
Regie: Herbert Seggelke
Westdeutschland 1954, 35mm, Farbe, 10 min.
Alles für alle
Regie: Hans Fischerkösen
Westdeutschland 1955, DCP, Farbe, 4 min
Das magische Band
Regie: Ferdinand Khittl
Westdeutschland 1959, DCP, Farbe, 21 min
Die Purpurlinie
Regie: Florenz von Nordhoff
Westdeutschland 1959, DCP, Farbe, 14 min

Sonntag, 11. November, 19:00 Uhr
Der achte Wochentag
Einführung: Olaf Möller
Regie: Aleksander Ford. Mit Sonja Ziemann, Zbigniew Cybulski, Barbara Polomska
Polen/Westdeutschland 1958, 35mm, b/w, 83 min.
Polnisch mit englischen Untertitlen

Montag, 12. November, 19:00 Uhr
Olaf Möller im Gespräch mit Eric Rentschler
Die Rote
Regie: Helmut Käutner. Mit Ruth Leuwerik, Rossano Brazzi, Giorgio Albertazzi
Westdeutschland/Italien 1962, 35mm, b/w, 100 min.
Vorfilm:
Den Einsamen allen
Regie: Franz Schömbs
Westdeutschland 1962, 35mm, 8 min

Freitag, 16. November, 21:00 Uhr
Freitag, 7. Dezember, 21:00 Uhr

Der gläserne Turm
Regie: Harald Braun. Mit Lilli Palmer, O.E. Hasse, Peter van Eyck
Westdeutschland 1957, 35mm, b/w, 104 min
Vorfilm:
Die Geburt des Lichts
Regie: Franz Schömbs
Westdeutschland 1957, DCP, b/w & Farbe, 11 min.

Freitag, 23. November, 19:00 Uhr
Eine Sammlung von Dokumentarfilmen und Filmessays, produziert von den Gewerkschaften als Beispiel realistischen Kinos
Werftarbeiter
Regie: Wolf Hart
Westdeutschland 1951, DCP, b/w, 17 min.
Ein Wagen und sein Werk
Regie: Curt A. Engel
Westdeutschland 1953, DCP, Farbe, 5 min
Menschen im Werk
Regie: Gerhard Lamprecht. Mit Kurt Beck, Kaspar Brüninghaus, Paul Bürks
Westdeutschland 1957, 35mm, b/w, 27 min.
Schichten unter der Dunstglocke
Regie: Herbert Viktor
Westdeutschland 1959, DCP, Farbe, 15 min.
Kahl
Regie: Haro Senft Westdeutschland 1961, DCP, Farbe, 12 min.

Samstag, 24. November, 21:00 Uhr
Das Wunder des Malachias
Regie: Bernhard Wicki. Mit Horst Bollmann, Richard Münch, Christiane Nielsen
Westdeutschland 1961, 35mm, b/w, 88 min.

Sonntag, 25. November, 19:00 Uhr
Viele kamen vorbei
Regie: Peter Pewas. Mit Harald Maresch, Frances Martin, Christian Doermer
Westdeutschland 1955, 35mm, b/w, 85 min.
Vorfilm:
Durch Nacht zum Licht
Regie: Hans Fischerkösen
Westdeutschland 1955, DCP, Farbe, 2 min

Teil des Deutschlandjahres USA "Wunderbar togehter".
 

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