Film Alex Gerbaulet: Digging Deep

Tiefenschärfe © Alex Gerbaulet

Do, 02.11.2017

Gene Siskel Film Center of the School of the Art Institute of Chicago

164 N. State Street
60601 Chicago

Alex Gerbaulet bei CATE

Alex Gerbaulet in person.
Präsentiert in Kooperation mit der School of the Art Institut of Chicagos "Conversations at the Edge".


Alex Gerbaulet, *1977, lebt und arbeitet als Künstlerin, Filmemacherin und Kuratorin in Berlin.

Zwischen 2000 und 2007 hat Alex Gerbaulet Philosophie, Medienwissenschaften und Freie Kunst (bei Birgit Hein) in Braunschweig und Wien studiert.
Seitdem Lehraufträge, sowie Tätigkeit als selbstständige Kuratorin für Kunstinstitutionen und Festivals. 2017 war sie Mentorin der Short Film Station der Berlinale Talents. Seit 2014 arbeitet sie als Produzentin bei pong film GmbH Berlin.
In ihrer künstlerischen Arbeit lotet sie die Abbildbarkeit von Wirklichkeit und Erinnerung aus und benutzt dabei sowohl dokumentarische als auch fiktionalisierende Verfahrensweisen. Sie hat zahlreiche Video-Kunst Projekte realisiert, darunter u.a. ÜBER LAND (2002), DATTERODE (2006),GEFANGENENBILDER (2007) und SCHON NACHMITTAG (2009). Ihr letzter Film SCHICHT (2015) war ihr erster Kurzdokumentarfilm speziell fürs Kino. Er lief weltweit auf zahlreichen Festivals und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Hauptpreis des Deutschen Wettbewerbs der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen (2015), dem Prix Premiere des FID Marseille (2015), dem Preis der Deutschen Filmkritik (2015) und dem Best Female Director Award des Vienna Independent Shorts Festivals (2016).
Der Kurzfilm “Tiefenschärfe” ist ihre erste Kollaboration mit der Künstlerin und Filmemacherin Mareike Bernien. Er hatte im Herbst 2016 als Installation Premiere während des Festivals “Die Ästhetik des Widerstand – Peter Weiss 100” im HAU Hebbel am Ufer in Berlin.

Datterode (2005, 7 min)
„25. März 2005. Die Landschaft ist jetzt sehr bergig. Kleine spitze Berge und fast auf jedem hockt eine Burg oder eine Art Schloss oder Herrenhaus. Darum herum windet sich die Straße. Und alles taucht immer nur wie angedeutet kurz aus dem Nebel auf und versinkt gleich wieder. Das internationale Tagungshotel in Datterode empfängt mich mit Gartenzwergidylle im Vorgarten.“ (Reisetagebuch zu Datterode)

Gefangenenbilder (2007, 14 min)
Der Film beschäftigt sich mit Tätowieren als politischem Ausdruck am Beispiel eines Modellprojekts in der Jugendanstalt Neustrelitz, das jungen Straftätern ermöglicht, ihre verfassungsfeindlichen Symbole übertätowieren zu lassen.

Schicht
Schicht (2015, 29 min)
SCHICHT ist zugleich Abrechnung und Spurensuche nach der (eigenen) Vergangenheit. Alex Gerbaulet begibt sich in ihrem Film auf einen schwindelerregenden Trip durch Salzgitter: Eine Stadt wie ein Cyborg, in der sich Faser für Faser Geschichte ablagert. Roter Faden ist ihre Familiengeschichte, die durch Aufzeichnungen aus dem Privatarchiv zum Leben erweckt wird.

Tiefenschärfe (2017, 15 min)
Der Film untersucht Orte in Nürnberg, an denen der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) zwischen 2000 und 2005 drei Morde verübt hat. Es ist eine Umkreisung, die die Tatorte kontextualisiert, in ihren Markierungen liest und ihre heutige Be- und Umnutzung zeigt.

 

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