Konzert "Crackles" (2016) von Neo Hülcker und "Sheer Frost Orchestra" (1993) von Marina Rosenfeld

Marina Rosenfeld, Sheer Frost Orchestra, performance view, Greene Naftali Gallery, 1997 ©Marina Rosenfeld, Sheer Frost Orchestra, performance view, Greene Naftali Gallery, 1997

So, 03.12.2017

Constellation

3111 N Western Ave
Chicago

Marina Rosenfeld, Sheer Frost Orchestra, performance view, Greene Naftali Gallery, 1997

SSSS! Second Sexing Sound Symposium

crackles
for bodies on stage
mit Jenna Lyle, Amanda Bailey Und Jen Hill, Regie: Neo Hülcker 

„Crackles are caused by explosive opening of small airways and are discontinuous,nonmusical, and brief. Crackles are much more common during the inspiratory than the expiratory phase of breathing, but they may be heard during the expiratory phase.
Crackles are often described as fine, medium, and coarse. They can also be characterized as to their timing: fine crackles are usually late-inspiratory, whereas coarse crackles are early inspiratory.“
(wikipedia: „crackles“,  30.6.2016)


Neo Hülcker
Neo Hülckers Arbeit konzentriert sich auf Musik als anthropologische Forschung in Alltagsumgebungen, die Gestalt in Form von Situationen, Installationen, Performances, Aktionen oder Interventionen annimmt.
2006-2013 Kompositionstudium, zunächst bei Dieter Mack und Harald Muenz an der Musikhochschule Lübeck, dann bei Manos Tsangaris und Franz Martin Olbrisch an der Hochschule für Musik in Dresden.
Gemeinsam mit Stellan Veloce und Katie Lee Dunbar gründete Neo Hülcker den YouTube-Kanal „feminist ASMR" (gemeinsam mit Stellan Veloce und Katie Lee Dunbar) und den Kanal „ASMR studio berlin" (mit mam.manufaktur für aktuelle Musik).
Sie*er tritt als ASMR artist Thousand Tingles auf und ist Teil der Agentur „ASMR yourself", die im HAU Berlin, PACT Zollverein, der Akademie der Künste Berlin und den Münchner Kammerspielen zu Gast war. Neele Hülckers Kompositionen wurden u.a. vom Ensemble ascolta, Ensemble Garage, MOCREP, mam.manufaktur für aktuelle Musik und dem decoder ensemble auf Festivals wie Wittener Tage für neue Kammermusik, Wien Modern, London Contemporary Music Festival, Münchener Biennale, soundacts festival Athens und den Darmstädter Ferienkursen aufgeführt.
Zusammenarbeiten mit Antonia Baehr, Mario de Vega, Tomomi Adachi, Stellan Veloce, Lucie Vitkova, Johnny Chang, Andy Ingamells, Elisabeth Hager, Matthias Kaul, Astrid Schmeling, Eva Zöllner und Bastard Assignments.

Sheer Frost orchestra (1993) by marina rosenfeld
With Amanda Bailey, Jill Degroot, Jenna Lyle, Macie Stewart, Alex Temple, Deidre Huckaby, Lakshmi Ramgopal, Lee Blalock, Kristan Saloky, Rachel Ellison, Lia Kohl, Izzy Olive, Renee Baker, Jessica Aszodi, Billie Howard, Brit Barton, Petra Roggel, Rachel Copel 

Sheer Frost Orchestra
Das Sheer Frost Orchestra erlebte seine erste Inkarnation 1993 als Marina Rosenfeld eine Studentin am Calfornia Institute of the Arts war. Seither fanden Aufführungen in New York, London, Innsbruck, Cleveland und San Francisco statt, obwohl das Sheer Frost Orchestra in erster Linie als eine Konzeptarbeit und Komposition der 90er Jahre zu verstehen ist. Zeitlich unbegrenzt, geleitet von einem formalisierten Set – 17 weibliche Performerinnen, 17 elektrische Gitarren, die neben einander auf dem Boden liegen, 17 einzelnen Verstärkern, die hinter den Performerinnen eine Mauer bilden und hundert Nagellackfläschen als Abgrenzung gegen das Publikum ausreichend um jeder Performerin die Möglichkeit zu Klangproduktionen, die von der Größe und Form der Fläschen abhängig ist, geben – zeigt das Sheer Frost Orchestra die Schnittlinie zwischen Performance, Standortspezifität, improvisierter Musik und feministischer Strategien der Organisation und Sozialität auf. Die Teilnehmerinnen werden dazu angehalten eine Gruppe von einfäustigen Gesten und ein Partiturensystem, in Intervallen von 30 bis 60 Sekunden zu lernen. Die Instrumente berühren die Körper unter keinen Umständen außer vermittelt mit Hilfe der vorhandenen Lackfläschen. Die Teilnehmerinnen machen sich in Proben, die ebenso wichtig sind wie die Aufführungen, mit den Methoden vertraut. Die Arbeit gewinnt über mehrere lokale und befristete Ensembles ihre Identität; dazu gehören auch Aufnahmen in jeder Form: Kassetten, CDs und persönliche Erinnerungsstücke, wie zum Beispiel Partituren, Programmhefte und natürlich die Beziehungen, die sich im Zuge der Teilnahme formten.


Marina Rosenfeld
Marina Rosenfeld ist eine in New York lebende Künstlerin und Komponistin. Ihre Arbeiten sind zwischen Performance, Installation und experimenteller Partitur angesiedelt und werden oft in großem Rahmen mit live und aufgezeichneten Klängen unter Einsatz von Performern als Sänger*innen, Chören, Orchestern und anderen hybriden Ensembles präsentiert. Ihre Arbeiten wurden an zahlreichen Institutionen, Festivals und Museen geboten, u.a. im Museum of Modern Art, Guggenheim Museum, Whitney, Montreal, Liverpool und PERFORMA Biennalen sowie beimHolland Festival,  am Tate Modern, Stejdlijk Museum, der Secession und Wien Modern. Geplante Projekte für 2017 sind eine Soloausstellung bei Portikus in Frankfurt und am Bard Center for Curatorial Studies. Documenta 14 (“Every Time A Ear Di Soun”) und die Donaueschinger Musiktage gaben Kompositionen in Auftrag. Rosenfeld ist seit den späten 90er Jahren auch Pianistin und Experimental-Turntablistin, mit einer sich stetig ausweitenden Palette von handgemachten Dub-Platten, in Kooperation mit Christian Marclay, George Lewis, Okkyung Lee und Warrior Queen.
Marina schuf Musik für die Choreografen Maria Hassabi, Ralph Lemon und Merce Cunningham.
Sie ist in der Fakultät des MFA Programms von Bard College tätig, wo sie den Ko-Lehrstuhl für Musik und Klang an der Milton Avery School of the Arts inne hat.
 
In Kooperation mit Frequency Series
 







 

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