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Die Politik, Ökonomie und Ästhetik von Überwachungsgesellschaften

4.-6. DEZEMBER 2015


Im Zeitalter der Algorithmen geht Überwachung weit über zentrale staatliche Kontrolle hinaus, sie durchdringt alle Bereiche unseres Lebens und verändert unser kollektives Empfindungsvermögen. Riesige Kommunikationsnetzwerke breiten sich in der Welt aus, während sich gleichzeitig durch intensives Datensammeln die Abstraktion menschlichen Lebens beschleunigt, um das stetig wachsende Verlangen des Markts zu stillen. Massenüberwachung ist also nicht einfach nur ein Merkmal für einen verbrecherischen Sicherheitsstaat, sondern bildet die Grundlage für einen sehr viel umfangreicheren technologischen und wirtschaftlichen Komplex, der menschliche Interaktionen radikal umgestalten wird, während die Grenze von organischer und anorganischer Materie immer mehr verschwimmt. 

INTERDISZIPLINÄRES SYMPOSIUM 

Da Überwachung unsere Lebenswelten immer mehr durchdringt, brauchen wir einen erweiterten Begriffsapparat, um sie in ihrer enormen Komplexität zu fassen. Das Goethe-Institut New York freut sich daher, das interdisziplinäre Symposium Images of Surveillance: The Politics, Economics, and Aesthetics of Surveillance Societies (dt. Bilder der Überwachung: Politik, Ökonomie und Ästhetik von Überwachungsgesellschaften) zu präsentieren und Künstler, Wissenschaftler, Schriftsteller, Aktivisten und andere zusammenzubringen, um über Überwachung jenseits der Dichotomien zu reflektieren, die im Zuge der Enthüllungen von Edward Snowden den öffentlichen Diskurs zum Thema bestimmt haben. Images of Surveillance ist daher bewusst facettenreich angelegt und wird Referate, Podiumsdiskussionen, Vorträge und Präsentationen von Künstlern sowie mehrere Performances und eine Videoinstallation miteinander verbinden, um das Thema in seinen vielfältigen politischen, wirtschaftlichen und ästhetischen Dimensionen zu erkunden und neue Wege zu eröffnen, über Überwachung im 21. Jahrhundert nachzudenken.

Kernüberlegung von Images of Surveillance ist die Erkenntnis, dass Überwachung als Studienobjekt bei weitem zu komplex ist, um sie aus einem einzigen Blickwinkel zu betrachten. Für ein vollständigeres Bild dessen, was Überwachung sein könnte, müssen wir also mehrere Perspektiven zusammenfügen. Solch ein Ansatz verwirft Fächergrenzen genauso wie postmoderne Unbestimmtheiten zugunsten eines gemeinschaftlichen Versuchs, über eine breite Vielfalt von Praktiken und Diskursen hinweg Entsprechungen und begriffliche Verkettungen zu schaffen.

TEILNEHMER*INNEN

Jacob Appelbaum, Armen Avanessian, Roger Berkowitz, Big Art Group, Brooklyn Institute for Social Research, Ulf Buermeyer, Jimena Canales, Simon Critchley, Simon Denny, Diedrich Diederichsen, Bernard Harcourt, Dietmar Kammerer, Chris Kondek & Christiane Kühl, Korpys/Löffler, David Lyon, Uday Mehta, Evgeny Morozov, Trevor Paglen, Alessandra Renzi, Marcus Steinweg, Nils Zurawski