Gesprächsrunde Germans, Jews, Sex

Conrad Veidt & Fritz Schulz in 'Different from the Others' © Richard Oswald/Filmmuseum München

18.10.17
18.30 Uhr

Center for Jewish History

15 West 16th Street
New York, NY 10011

2014 erkannte das oberste Gericht in den USA durch Obergefell v. Hodges das Recht zum Heiraten von gleichgeschlechtlichen Paaren an, was zweifelsohne ein erheblicher Sieg für alle ist, die für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben kämpfen. Dennoch bleiben die Ansprüche für eine vollwertige Gleichberechtigung von geschlechtlichen Minderheiten hart umkämpft, sowohl in der Justiz, als auch in der Gesellschaft. Während der lange Kampf anhält, ist es ein passender Zeitpunkt, um die Schlüsselrolle zu betrachten, die deutsch-jüdische Reformer gespielt haben, indem sie mit der Erweiterung des Verständnisses von menschlicher Sexualität die homosexuelle und transsexuelle Rechtsbewegung stets gut informiert haben.

Im Weimarer Deutschland hat vor fast einem Jahrhundert eine Gruppe von Ärzten und Psychologen um Magnus Hirshfeld herum - viele von ihnen waren jüdisch - gekämpft, um die Kriminalisierung von Homosexualität in Deutschland mit Argumenten basierend auf einer Studie zur menschlichen Sexualität, die eher empirisch und beschreibend als normativ war, zu beenden. Die Inschrift über der Tür des Hirschfeld Instituts für Sexualwissenschaften in Berlin lautet Per Scientiam ad Justitiam – „Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit“. Zur gleichen Zeit haben jüdische Feministinnen eine Hauptrolle bei der Kontrolle von Geburten, Abtreibungsmöglichkeiten und Geschlechtervertretung für Frauen gespielt.

Atina Grossmann (Cooper Union), eine Wissenschaftlerin, die ausführlich über die Geburtenregelung und die Abtreibungsreform in Deutschland als auch in der jüdischen Geschichte geschrieben hat, wird gemeinsam die Diskussion mit Autorin und Therapeutin Ruth Westheimer und Autor Robert Beachy (Yonsei Intl. University), Autor des Buchs Gay Berlin: Birthplace of a Modern Identity (Random House, 2015), darüber führen, wie diese bahnbrechende Figuren nachfolgende und zeitgenössische Bewegungen der Rechte für Homosexuelle und Transsexuelle beeinflusst haben, als auch wie ihre deutsch-jüdischen Hintergründe eventuell ihre Standpunkte kenntnisreich gemacht haben.

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