Ausstellung BERLIN WONDERLAND

Berlin Wonderland © Rolf Zöllner

Fr, 08.11.2019 -
Fr, 27.12.2019

Pro Arts Gallery

150 Frank H. Ogawa Plaza
Oakland

Wild Years Revisited 1990—1996

Kurz nach dem Fall der Mauer blühte mitten in Berlin eine Subkultur auf. Mit bisher unbekannten Bildern und Kommentaren wichtiger Protagonisten dieser Zeit lässt Berlin Wonderland eine fast vergessene Ära wieder aufleben. Die Ausstellung zeigt, wie diese einzigartige Zeit Berlin geprägt hat.

Als 1989 in Berlin die Mauer fiel, läutete dieses epochale Ereignis eine einzigartige Zeit ein. Sie währte nur einige Jahre, und doch ist sie unwiderruflich in die DNA Berlins eingegangen. Die heutige Metropole wäre ohne sie nicht denkbar. Gerade im Bezirk Mitte standen 1989 viele Gebäude leer, waren ganze Straßenzüge verwaist. Unklare Zuständigkeiten und Besitzverhältnisse schufen für einige Jahre ein Vakuum, das von vielen Künstlern und Kulturschaffenden exzessiv genutzt wurde. Aus aller Welt kamen junge Kreative nach Berlin, um in dieser »temporären autonomen Zone« an den besonderen Möglichkeiten zu partizipieren und ein neues Lebensgefühl zu schaffen. Kunst- und Kulturprojekte entstanden, die schnell weit über die Grenzen Berlins bekannt wurden.

Die Fotografen Ben de Biel, Hendrik Rauch, Philipp von Recklinghausen, Stefan Schilling, Hilmar Schmundt, Andreas Trogisch und Rolf Zöllner waren Teil dieses Prozesses und bilden mit ihren Werken die Dynamik des Wandels und diese einmalige Zeit von Aufbruch, Widerstand und Neuordnung – die Berlin wieder zu dem gemacht hat, was es ist: ein kreativer Meltingpot mit internationaler Ausstrahlung – spürbar ab.

Berlin Wonderland ist ein gemeinsames Projekt von Anke Fesel und Chris Keller. Beide sind 1990 nach Berlin gekommen und waren von Beginn an in verschiedenen Projekten wie Tacheles, IM Eimer, Schokoladen oder Synlabor aktiv. Anke Fesel ist Gestalterin und betreibt das Grafikbüro capa, Chris Keller ist Musiker und freier Fotograf. 2007 gründeten sie die Fotoagentur bobsairport und gaben 2014 im Eigenverlag den Bildband Berlin Wonderland – Wild Years Revisited 1990–1996 heraus, der bereits in dritter Auflage vorliegt. Das Buch erzählt in Bildern sowie Stimmen von Protagonisten, wie nach der Wende in Berlin Mitte die Subkultur blühte. Die Veröffentlichung wurde begleitet von zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen in Berlin und im europäischen Ausland. Im Jahre 2017 folgte der zweite Band Berlin Heartbeats, der im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Die Bände zeigen Fotos von Ben de Biel, Ute Mahler, Harald Hauswald, Rolf Zöllner, Philipp von Recklinghausen, Hendrik Rauch, Sven Marquardt u.a.

Die Ausstellung findet vom 8. November bis 27. Dezember 2019 in der Pro Arts Gallery in Oakland statt. Ergänzt wird die markante Fotografie im Berliner Wunderland durch Interviews und Zitate derjenigen, die diese Subkultur geprägt haben. Die Ausstellung wird vom Goethe-Institut San Francisco und dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in San Francisco in Zusammenarbeit mit der Pro Arts Gallery präsentiert.

Neben den Fotografien beinhaltet die Ausstellung Podcasts, produziert von Arndt Peltner, mit Originalaufnahmen aus dieser pulsierenden Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung.

Arndt Peltner arbeitet als internationaler Journalist. Er ist Gründer, Produzent und Moderator von Radio Goethe, einer Musikshow auf derzeit über 40 College- und Community-Sendern in den USA, Kanada, Deutschland, Polen, der Schweiz, Österreich und Namibia. Unter dem Titel „Wunderbar Together“ stellt er verschiedene Musikgeschichten zusammen, die Deutschland und die USA verbinden.

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