Performance / Präsentation Roger Grunwald: The Mitzvah Project | Verschoben!

The Mitzvah Project Photo: Alessandra Mello Photography

So, 22.03.2020

Goethe-Institut San Francisco

ART-Lounge
530 Bush Street
San Francisco, CA 94108

The Mitzvah Project ist ein aus drei Teilen bestehendes theatrales Projekt, das sich mit dem Holocaust auseinandersetzt und von Roger Grunwald nicht nur ins Leben gerufen, sondern auch durchgeführt wird. Diese Veranstaltung ist der inoffizielle Auftakt der The Mitzvah Project Tour durch Bay Area High Schools und Colleges. The Mitzvah Project, das aus einem kurzen Theaterstück, einem Vortrag und anschließendem Gespräch besteht, wirft mehrere kritische sozio-historische Fragen auf: „Wer entscheidet über die Bedeutung von Kultur, Rasse und ethnischer Zugehörigkeit?“ „Auf welche Weise formt sich Identität?“ „Warum dämonisieren wir ‚das Andere‘?“

Als Kind deutscher Juden fühlt sich Roger Grunwald künstlerisch wie persönlich dazu berufen, die Kraft des Theaters zu nutzen, um die Lehren aus dem Holocaust in Zeiten wachsender Intoleranz und Ignoranz im Blick zu behalten. Diese Präsentation des Mitzvah Projekts erinnert an ein tragisches Jubiläum in der Weltgeschichte: der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes vom 24. März 1933, einer Änderung der Weimarer Verfassung, mit der die gesetzgebende Gewalt faktisch vollständig an Adolf Hitler überging und die seine 12-jährige Herrschaft des Terrors und der Zerstörung den Weg ebnete.

The Mitzvah, Einakter und der erste Teil des Mitzvah Projects, erforscht die Natur von Vorurteilen qua Dramatik über die miteinander verbundenen Lebenswege eines Auschwitz-Überlebenden polnisch-jüdischer Herkunft und eines halbjüdischen Wehrmachtsoffiziers in den dunkelsten Tagen des Holocaust. In seinem daran anschließenden Vortrag untersucht Grunwald die einzigartige Geschichte, aus der zehntausende „halbjüdischer“ und „vierteljüdischer“ Wehrmachtssoldaten hervorgegangen sind. Er greift die amerikanische Geschichte auf und beleuchtet die Rolle der amerikanischen Jim-Crow-Gesetze als Vorbild für die Nürnberger Gesetze der Nationalsozialisten. Diesen Teil abschließend untersucht er den jüngsten Aufschwung von „White Supremacy“ und Intoleranz und erörtert, wie sich Vorurteile im ganzen Land manifestieren, auch und vor allem in unseren Schulen. Der letzte Teil seines Vortrags untersucht, wie Fortschritte in der Humanbiologie und -genetik die rassistische Mythologie entlarven.

Die Veranstaltung wird zusammen mit dem Generalkonsulat Israels im pazifischen Nordwesten von San Francisco und dem deutschen Generalkonsulat San Francisco präsentiert.

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