Buchvortrag + Autorenauftritt Journalismus, Propaganda, und ein Mensch zwischen zwei Systemen

© Victor Grossman © Victor Grossman

Fr, 17.05.2019

Goethe-Institut Washington

1990 K St. NW, Ste. 03 (Eingang 20th St., Erdgeschoss)
Washington, DC 20006

Wie ist Harvard-Absolvent Stephen Wechsler zu Victor Grossman, Überläufer in der DDR, geworden?

Das Goethe-Institut Washington begrüßt den Journalisten Victor Grossman zu einer Diskussion seiner Memoiren A Socialist Defector: From Harvard to Karl-Marx-Allee.

Die eisige Atmosphäre der McCarthy-Ära zwang Victor Grossman, einen in Europa stationierten Wehrpflichtigen der US-Armee, aus einer Militärgefängnisstrafe zu fliehen. Grossman – alias Stephen Wechsler, seit seiner Zeit in Harvard ein überzeugter Linker und kurz als Fabrikarbeiter tätig – verließ an einem Augusttag 1952 seine Kaserne in Bayern und schwamm in Panik über die Donau aus der österreichischen US-Zone in die österreichische Sowjetzone. Das Schicksal – oder besser gesagt die Sowjets – brachten ihn in der DDR, die Deutschen Demokratischen Republik. Dort blieb er als Beobachter und Teilnehmer, Ehemann und Vater, während er den Aufstieg und die Erfolge, die Mühen und den späteren Tod des sozialistischen DDR-Experiments beobachtete. A Socialist Defector ist die in selten persönlichen Details erzählte Geschichte eines Aktivisten und Schriftstellers, der in der freien Marktwirtschaft der USA aufgewachsen ist, achtunddreißig Jahre in der zentralverwalteten Volkswirtschaft der DDR gelebt hat und nun im heutigen vereinten Deutschland lebt, egal was der Markt hergibt.

Victor Grossman, geborener Stephen Wechsler, ein New Yorker Kind des Sozialismus der 1930er Jahre, trat als Student in Harvard der Kommunistischen Partei bei. Als er während der McCarthy-Ära vor der US-Armee flüchtete, schwamm er durch die Donau in die Sowjetzone Österreichs und wurde nach Ostdeutschland geschickt. Dort studierte er Journalismus und wurde freiberuflicher Schriftsteller und beliebter Redner. Er ist die einzige Person auf der Welt, die Diplome sowohl an der Harvard-Universität als auch der Karl-Marx-Universität abgelegt hat. 1994 wurde er von der US-Armee begnadigt. 2003 veröffentlichte er eine Autobiografie mit dem Titel: Crossing the River: A Memoir of the American Left, the Cold War, and Life in East Germany.
RSVP Victor Grossman wird vom 15. bis 18. Mai als Teil seiner nationalen Büchertour in Washington, DC auftreten.

Am Mittwoch, dem 15. Mai, wird er von 18:30 bis 20:00 Uhr bei Busboys und Poets (14th & V Street) über Lektionen aus Ostdeutschland für den Aufbau des Sozialismus in den USA, Europa und der ganzen Welt sprechen.

Am Freitag, dem 17. Mai, wird er am Goethe-Institut um 18:30 - 20:30 Uhr darüber referieren, warum der Sozialismus in der DDR versagt hat.

Am Samstag, dem 18. Mai, wird Victor von 14:30 bis 17 Uhr darüber sprechen, was die ostdeutsche Regierung anders hätte machen können, um ihre Bürger anzusprechen, ohne eine autoritäre staatliche Kontrolle durchzusetzen, und warum die „Entnazifizierung“ in Ostdeutschland anders als in Westdeutschland verlief. Der Vortrag findet in der Nation Magazine Discussion Group in DC der Cleveland Park Public Library (3310 Connecticut Avenue, NW) statt.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos und jede*r ist herzlich willkommen.

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