Filmvorführung Die Mörder sind unter uns (1946), dir. Wolfgang Staudte

Die Mörder sind unter uns © DEFA © DEFA

Do, 30.01.2020

Goethe-Institut Washington @ The Liz

1377 R St. NW, Ste. 300
Washington, DC 20009

Die Mörder sind unter uns
Drehbuch und Regie: Wolfgang Staudte
90 Min. 1946, Vor-DDR-Ostdeutschland, in deutscher Sprache mit englischen Untertiteln.


1945: Berlin - eine Stadt in Trümmern. Susanne Wallner kehrt aus dem KZ in ihre alte Wohnung zurück, die nun von Dr. Mertens, einem Chirurgen, bewohnt wird. Susanne und Mertens müssen sich die Wohnung teilen. Mertens trifft derweil auf Brückner, seinen ehemaligen Hauptmann, den er tot glaubte. Brückner, der im Krieg die Erschießung von mehr als 100 Zivilisten befohlen hatte, ist nun ein erfolgreicher Unternehmer. Mertens beschließt, für Gerechtigkeit zu sorgen. Susanne kann ihn überzeugen, dass die Vergeltung solcher Schuld keine Privatangelegenheit ist, sondern der Kriegsverbrecher vor ein Gericht gehört.

Die Mörder sind unter uns war der erste Film, der nach dem Krieg in Deutschland gedreht wurde. Er war der erste Trümmerfilm - ein Begriff, der ein Film-Genre umfasst, in dem die Trümmerstädte der Nachkriegszeit eine wichtige ästhetische Rolle spielten. Die Mörder war auch der erste Film, der sich mit den Konzepten der Entnazifizierung und der Vergangenheitsbewältigung auseinandersetzte - beides Diskurse, die sich dem Thema der deutschen Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust näherten.

Es wird eine Einführung vor dem Film und eine Diskussion nach dem Film geben.
Zur Reservierung Wolfgang Staudte wurde am 9. Oktober 1906 in Saarbrücken geboren. Seit 1926 tritt er als Schauspieler an Berliner Theatern auf. 1933 wird ihm die Erlaubnis zum Bühnenschauspiel entzogen. Daraufhin dreht er Kurzfilme, ist als Synchron- und Rundfunksprecher tätig, realisiert Werbe- sowie Kompilationsfilme und ist in kleineren Filmrollen zu sehen. 1941 inszeniert er seinen ersten Studio-Kurzfilm Ins Grab kann man nichts mitnehmen und 1942 sein Langfilmdebüt Akrobat Schö-ö-ön. Nach Kriegsende dreht er 1946, nachdem sein Drehbuch im Westen abgelehnt wurde, für die DEFA Die Mörder sind unter uns. Bis zu seinem Tod 1984 arbeitete Staudte weiterhin für Fernsehen und Film.

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