Filmreihe GdV-on-Demand: Filmperspektiven zur Gestaltung der Vergangenheit

STP-on-Demand © Goethe-Institut

Mi, 28.10.2020 -
Do, 10.12.2020

Online

Filmprogramm Herbst 2020

Wie wird die Vergangenheit von uns wahrgenommen?
 
Egal ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht – Erinnerung und Gedächtnis spielen eine wichtige Rolle in den Räumen, durch die wir uns jeden Tag bewegen. Gedenkstätten, Denkmäler, Statuen und andere Darstellungen von gemeinschaftlich anerkannter Geschichte bilden den zentralen Schwerpunkt der Gestaltung der Vergangenheit – ein Projekt, das untersucht, wie Erinnerung Gestalt annimmt, und wie unsere Interpretationen derselben die Gesellschaft ständig verändern.
 
Wir kommen auf unserem Weg zur Arbeit an Denkmälern und Parks vorbei, wir besuchen an Feiertagen Gedenkstätten, wir versammeln uns um Monumente herum in Parks und auf Plätzen als Orte der Begegnung.
 
Doch wie kann Vergangenheit durch ein ganz anderes Medium Gestalt annehmen:  den Film?
 
Sich Vergangenheit und ihrer Gestaltung (oder Neugestaltung) durch das Medium Film anzunähern ist ein komplexer Prozess in sich selbst, der zwischen konkret und abstrakt angesiedelt ist. Wie Gedenkstätten tragen Filme eine auktoriale und künstlerische Intention, sind aber gleichzeitig offen für zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten. Wie Denkmäler, bewerten wir Filme und stellen uns Fragen zur Repräsentation: Wessen Geschichten sehen wir? Aus wessen Perspektive? Wer schreibt, dreht und produziert Filme? Und warum wenden sich einige Menschen nicht diesem Medium zu?
 
Es ist leicht zu vergessen, dass die Art und Weise, wie wir uns kollektiv an historische Ereignisse erinnern –beispielsweise an den amerikanischen Bürgerkrieg – fast vollständig von aufgezeichneten Überlieferungen (oral und schriftlich), Standbildern und Nachstellungen in Spiel- oder Dokumentarfilmen geprägt sind. Wenn wir aufgefordert werden, uns an unser visuelles kulturelles Gedächtnis an den Holocaust zu erinnern, können die meisten Menschen dieses ausschließlich über Spiel- und Dokumentarfilme rekonstruieren. Viele Filmaufnahmen und Fotos, die vom Holocaust übrig geblieben sind, wurden jedoch von den Tätern aufgenommen. Was bedeutet dies und wie gehen wir damit um?
 
Selbst Dokumentarfilme sind keine objektiven Werke; Auch hier müssen wir die Perspektiven der Filmemacher*innen und ihre eigenen Vorurteile berücksichtigen, die Herkunft des Ausgangsmaterials, den Bearbeitungsprozess nach der Produktion, die Art und Weise, wie Primär- und Sekundärquellen kuratiert werden, um eine zusammenhängende Erzählung zu erschaffen.
 
GdV-on-Demand – von Kolleg*innen der Goethe-Institute und der Goethe Pop Ups in ganz Nordamerika kuratiert, ist eine Reihe, die eine vielzahl von Werken umfasst, die sich, direkt oder indirekt durch stilistische Mittel, mit der Frage beschäftigen, wie die Vergangenheit durch das Medium Film gestaltet werden kann.
 
Diese Filme können in ganz Nordamerika angeschaut werden. Alle Filme sind mit englischen Untertiteln versehen; für Untertitel in weiteren Sprachen beachten Sie bitte die Informationen zu den einzelnen Filmen.
 
Für den Herbst 2020 sieht das Filmprogramm von GdV-on-Demand wie folgt aus:

28. Oktober | Was Bleibt / Šta Ostaje (What Remains / Revisited) (2020), Clarissa Thieme
*Präsentiert vom Goethe Pop Up Seattle in Partnerschaft mit dem Northwest Film Forum Seattle für das Filmprogramm German Cinema Now!.

5. November - 8. November | We Almost Lost Bochum (2019), Julian Brimmers & Benjamin Westermann
*Präsentiert vom Goethe-Institut Toronto in Zusammenarbeit mit Wavelength Music

12. November - 15. November | Muttererde (2017), Jessica Lauren Elizabeth Taylor
*Präsentiert vom Goethe Pop Up Seattle

13. November - 16. November | Mother I Am Suffocating. This Is My Last Film About You. (2019), Lemohang Jeremiah Mosese
*Präsentiert vom Goethe Pop Up Houston in Partnerschaft mit Houston Cinema Arts Society für Houston Cinema Arts Festival.

20. November - 22. November | Black Deutschland (2006), Oliver Hardt
*Präsentiert vom Goethe Pop Up Houston & Goethe Pop Up Kansas City

20. November - 22. November | Das Schwarze Museum (2018), Oliver Hardt
*Präsentiert vom Goethe Pop Up Houston & Goethe Pop Up Kansas City

25. November | Becoming Black (2020), Ines Johnson-Spain
*Präsentiert vom Goethe Pop Up Seattle in Partnerschaft mit dem Northwest Film Forum Seattle für das Filmprogramm German Cinema Now!.

27. November - 29. November | The Untold Story of Emmett Louis Till (2005), Keith A. Beauchamp
*Präsentiert vom Goethe Pop Up Kansas City

30. November - 4. Dezember | Das Fahrrad (1982), Evelyn Schmidt
*Präsentiert vom Goethe-Institut Washington für Films Across Borders: Stories of Resilience and Hope

30. November - 4. Dezember | Jakob der Lügner (1974), Frank Beyer
*Präsentiert vom Goethe-Institut Washington für Films Across Borders: Stories of Resilience and Hope

4. Dezember - 6. Dezember | From Here (2020), Christina Antonakos-Wallace
*Präsentiert vom Goethe Pop Up Houston & Goethe Pop Up Kansas City
 

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