„Puertos de Sur a Süd“ schafft Raum für neue Perspektiven, die u.a. auch die Verstrickung deutscher Interessen in die Kolonisierung Südamerikas thematisieren.
Häfen waren Ausgangspunkte und Transitknoten für die Kolonisierung des südamerikanischen Kontinents. Durch diese Einfallstore kamen Menschen und Waren aus Europa, Länder wurden besiedelt, indigene Bevölkerungen unterdrückt oder ausgelöscht und damit auch ihre kulturelle Vielfalt und ihre Sprachen.
Die lokalen Kollektive denken die Bedeutung von „Häfen“ als Umschlagplatz für Ideen und Geschichte neu. Bislang wenig gehörte Stimmen aus Südamerika werden so sichtbar gemacht, neue Netzwerke entstehen, die Zusammenarbeit mit bisherigen Partner*innen wird gestärkt. Black, Indigenous und People of Color (BIPoC) sowie anderen marginalisierten Bevölkerungsgruppen und ihren Weltanschauungen wird zu mehr Sichtbarkeit verholfen.
Das Projekt reflektiert kritisch das koloniale Erbe, das die Europäer hinterlassen haben, und tritt mit den ursprünglichen Ausgangsorten der Kolonialisierung in einen Austausch. Dies geschieht über Kunstwerke, Performances und Diskurse, die von lokalen Künstler*innen-Kollektiven des globalen Südens entwickelt werden. Richtungsgebend ist dabei die Frage, wie die Region dekolonisierenden Gedanken Ausdruck geben kann und was die heutigen Bewohner*innen des Kontinents den Europäer*innen mitteilen möchten.