Filmabend FILM FREI!

Victoria (c) Monkeyboy

Fr, 05.05.2017

20:45 Uhr

Goethe-Institut Montevideo

Victoria

Erscheinungsjahr:  2015
Dauer: 140 Min.
Land: Deutschland
Regie: Sebastian Schipper
Darsteller: Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski, Burak Yiğit, Max Mauff, André M. Hennicke

Erzählt wird in einer einzigen, ununterbrochenen Einstellung, großartig verdichtet zu einem rauschhaften Echtzeitereignis, das Folgende: Selbstverloren tanzt die junge Spanierin Victoria durch die Berliner Szene. Vor einem Club lernt sie vier Jungs kennen, die sich als Sonne, Boxer, Blinker und Fuß vorstellen. Schnell kommt man ins Gespräch. Sonne und Victoria interessieren sich füreinander und setzen sich bei erster Gelegenheit von der Gruppe ab. Ihr zarter Flirt wird jedoch jäh von den anderen unterbrochen, denn für die Kumpel ist diese Nacht noch lange nicht zu Ende. Um eine alte Schuld zu begleichen, herstammend aus der Zeit, da Boxer im Gefängnis war, sollen sie einen Überfall auf eine Privatbank durchziehen. Weil einer von ihnen zu betrunken ist, soll ausgerechnet Victoria die Rolle der Fahrerin übernehmen. Aus Spiel wird plötzlich Ernst.

Nach dem geglückten Bankraub kehrt die Gruppe in den Club zurück und feiert ausgelassen weiter. Beim Verlassen des Clubs werden sie jedoch von der Polizei erkannt und fliehen in einen Hinterhof. Boxer und Blinker werden angeschossen und erliegen nach kurzer Zeit ihren Verletzungen. Victoria und Sonne verschaffen sich Zugang zu der naheliegenden Wohnung eines fremden Pärchens, stehlen dessen Kleidungsstücke und Säugling, den sie wie versprochen im gegenüberliegenden Laden abgeben, und entkommen auf diese Weise getarnt zu einem Hotel. Dort angekommen bemerkt Victoria, dass auch Sonne bei dem Schusswechsel schwer verletzt wurde. Sie ruft einen Krankenwagen, der jedoch nicht rechtzeitig ankommt. Victoria nimmt das erbeutete Geld an sich und verlässt unerkannt das Hotel.

Nach eigenem Drehbuch skizzierte Schauspieler und Regisseur Sebastian Schipper die Geschichte einer atemlosen Nacht in den Straßen der Metropole. Die Kamera verknüpft die vergehende Zeit und die zahlreichen Schauplätze nahtlos miteinander und bezieht den Zuschauer unmittelbar ins Geschehen ein. Mit der verwegenen Truppe blickt man von Hochhausdächern über die Stadt, flaniert über menschenleere Bürgersteige und versteckt sich in abgelegenen Hinterhöfen. Scheinbar beiläufige Ereignisse verdichten sich zu einer dramatischen Tour de Force.

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