Amigomío

Retrospektive Jeanine Meerapfel|Im Rahmen der Retrospektive von Jeanine Meerapfel wird vom 10. bis 16. Oktober der Film Amigomío gezeigt.

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  • Sprache Deutsch mit spanischen Untertiteln
  • Preis Kostenlos

Vater nimmt Sohn an der Hand und geht mit ihm ein Weg in einer trockenen Berglanschaft entlang. Im Hintergrund sieht man einige Personen und einen alten Bus. © Jeanine Meerapfel

Argentinien/ Deutschland, 114 Min., 1995 

Mit; Daniel Kuzniecka, Diego Mesaglio, Atilio Veronelli.
Plattform Goethe on Demand

SYNOPSIS

Amigomío schildert die Beziehung zwischen dem achtjährigen Amigomío und seinem Vater Carlos. Der dreißigjährige arbeitslose Akademiker hat sich vor kurzem von seiner Frau Negra getrennt. Plötzlich wird Negra vom Militär verschleppt. Vater und Sohn müssen Argentinien sofort verlassen. Eine abenteuerliche Reise durch die Anden beginnt. In ramponierten Zügen und überfüllten Bussen durchstreifen sie die karge Hochebene Boliviens, die 4000 Meter hoch gelegene Minenstadt Potosí, die subtropischen Wälder Ekuadors. Sie treffen auf seltsame Gestalten, auf Legenden und zeitlose Mythen der Indio-Kultur. Endlich in Quito angekommen, findet der Vater eine Anstellung bei einem deutschen Unternehmen. Er vermisst sein Land und Negra. Der kleine Amigomío, mit weniger Erinnerungen belastet, kann sich besser anpassen und wird im Laufe der Jahre ein echter Junge aus Quito. Er möchte Ekuadorianer sein, der Vater will Argentinier bleiben.

REGIE: JEANINE MEERAPFEL

Jeanine Meerapfel ist Filmemacherin, Drehbuchautorin und Produzentin. Sie lebt in Berlin. In Buenos Aires geboren, besuchte sie dort die Journalistenschule und arbeitete anschließend in Argentinien als Redakteurin und freie Journalistin. Von 1964 bis 1968 studierte sie am Institut für Filmgestaltung der Ulmer Hochschule für Gestaltung bei Alexander Kluge und Edgar Reitz. 1980 drehte sie ihren ersten Spielfilm Malou. Es folgten zahlreiche prämierte Dokumentar- und Spielfilme wie Im Land meiner Eltern (1981), Amigomío (1995) u.v.a. Von 1990 bis 2008 war Jeanine Meerapfel Professorin im Bereich Film/Fernsehen an der Kunsthochschule für Medien Köln. Zu Beginn ihrer Tätigkeit in Köln leitete sie die Kunsthochschule als Sprecherin des Gründungsausschusses. 2008 erschien bei Neue Visionen Medien eine Werkausgabe ihrer Filme auf DVD. 2012 kam ihr Film Der deutsche Freund, eine argentinisch-deutsche Koproduktion, in die Kinos. 2015 produzierte sie den audiovisuellen Essay Confusion/ Diffusion zusammen mit Floros Floridis. Werkschauen ihrer Filme präsentierten zuletzt 2018 das Bundesplatz-Kino in Berlin und Anfang 2019 die Cinemateca de Cuba in Havanna. 2019 entstand auch, erneut in Zusammenarbeit mit Floros Floridis, der audiovisuelle Essay Moving Sand / Topos (mit Premiere am 29. Mai 2019 und nach weiteren internationalen Stationen der Wiederaufführung in der Akademie der Künste in Berlin am 9. November 2019). Im Dezember 2019 war sie Präsidentin der Jury des 41. Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano in Havanna. Für ihre Erfolge als Filmemacherin und Autorin sowie ihren Einsatz für Menschenrechte, Meinungsfreiheit und die gleichberechtigte Vielfalt der Kulturen wurde sie 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Jeanine Meerapfel ist seit 1998 Mitglied der Akademie der Künste, Sektion Film- und Medienkunst. Von 2012 bis 2015 war sie Stellvertretende Direktorin dieser Sektion. 2015 wurde sie zur Präsidentin der Akademie der Künste gewählt. Im Mai 2018 erfolgte die Wiederwahl. 

Preise und Auszeichnungen (Auswahl): 1981 Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI in Cannes für Malou; 1985 Preis der deutschen Filmkritik für Die Kümmeltürkin geht; Bundesfilmpreis 1989 und argentinische Oscar-Nominierung für La Amiga; 2000 Künstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen; 2001 Spezialpreis beim argentinischen Festival Mar del Plata für Annas Sommer; 2012 Ehrenpreis für das Gesamtwerk beim Internationalen Filmfestival Innsbruck. 

Auf dem Internationalen Filmfestival von Mar del Plata 2021 wurde sein neuester Film Una mujer vorgeführt, ein dokumentarischer Essay, der dieses Jahr in Argentinien seine Premiere haben wird.