Special Preview: Ulrike Ottinger: Paris Calligrammes

Film Poster Paris Calligrammes
© Ulrike Ottinger

Goethe-Institut London

1962 kam ich als junge Künstlerin nach Paris, um dort zu leben und zu arbeiten. Die Zeit bis 1969, in der ich die Stadt wieder verließ, wurde nicht nur für mich zu einer der prägendsten Phasen, sondern war auch zeitgeschichtlich eine Epoche der geistigen, politischen und gesellschaftlichen Umbrüche. Der Film Paris Calligrammes vereint meine persönlichen Erinnerungen an die 1960er Jahre mit einem Porträt der Stadt und einem Soziogramm der Zeit. (Ulrike Ottinger) 

Paris Calligrammes ist eine Liebeserklärung der deutschen Filmemacherin und Avantgarde-Künstlerin Ulrike Ottinger an die Stadt ihrer jugendlichen Selbstfindung. Zugleich ist der Film eine Erkundung ihrer von Besuchen in Buchhandlungen, Jazzclubs, Workshops und Cafés angetriebenen künstlerischen Entwicklung. „Calligrammes“ nannte der Dichter Guillaume Apollinaire seine sich durch visuell prägnante Typografie auszeichnende Gedichte. Wie eine Reihe von Calligrammes gliedert sich dieser Film in einzelne poetische Abschnitte, die den Zeitraum von Ottingers Ankunft in Paris im Jahr 1962 bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland sieben Jahre später abdecken. Ganz in der Tradition des Flaneurs, so schreibt Ottinger zu ihrem Film, führt sie uns durch die Stadt und richtet ihren Blick auf entscheidende persönliche und politische Momente. Dazu gehören ihre Verbindung zu einer legendären Buchhandlung, das Atelier, in dem sie die Kunst des Radierens erlernte, ihre Eintauchen in die Nouvelle Vague in der Cinémathèque Française sowie die Cafés und Straßen, in denen sich ihre persönliche künstlerische Entwicklung mit politischen Aktionen gegen den Krieg in Algerien vermischte - und schließlich auch der Moment der Proteste im Mai 1968. Sie selbst erscheint nur gelegentlich auf Archivfotos und schafft dennoch einen persönlichen Film, der ihr eigenes künstlerisches Erwachen mit den breiteren gesellschaftlichen Themen der Zeit verbindet. Indem sie zeitgenössisches und Archivmaterial kombiniert, beschwört sie die Vergangenheit herauf, ohne der Nostalgie zu verfallen.
Tickets über Eventbrite buchen Deutschland, Frankreich 2020, 131 Mins. Mit englischen Untertiteln
Buch, Regie und Kamera: Ulrike Ottinger



Mit besonderem Dank an Contemporary Films
 
Paris Calligrammes wird ab 27. August 2021 in britischen Kinos zu sehen sein.
 
Da der Film in Großbritannien nur im Kino startet, wird das Goethe-Institut keine Online-Vorführung anbieten.


 

Details

Goethe-Institut London

50 Princes Gate
Exhibition Road
SW7 2PH London

Preis: £5, Ermäßigt: £3 / Frei für SprachkursteilnehmerInnen und Bibliotheksmitglieder des Goethe-Instituts. Reservierung erforderlich.

+44 20 75964000
info-london@goethe.de