Migration



Das Thema Migration steht 2017/18 im Fokus des Kulturprogramms des Goethe-Instituts Venezuela ebenso wie bei anderen Goethe-Instituten in Südamerika, mit denen wir ein Netzwerk bilden.

Migrationsbewegungen prägen die Geschichte der Menschheit seit jeher. In den letzten Jahren sind diese in Europa und Deutschland wieder vermehrt ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit getreten, da Europa verstärkt von Migrationswellen, insbesondere aus den Ländern des Nahen Ostens wie aus Afrika, betroffen wurde.

Venezuela ist mehr noch als die meisten anderen Länder Südamerikas durch Migration gekennzeichnet. Mit Ausnahme einer zahlenmäßig kleinen indigenen Bevölkerung stammen seine heutigen Bewohner von Migranten ab, vornehmlich aus Europa und anderen Ländern Südamerikas und zu einem geringen Teil auch von zwangsweise in die ‚Neue Welt‘ verbrachten Afrikanern: Wie in praktisch allen Ländern Südamerikas gab es in Venezuela  vom 16. bis ins 19. Jahrhundert eine bedeutende Migration aus Europa, besonders aus Spanien, aber auch aus Portugal, Frankreich und Deutschland. Darüber hinaus wurde aber speziell Venezuela im 20. Jahrhundert durch Migration geprägt: Bald nach Ende der Entdeckung großer Ölvorkommen (1922) setzte in den 40er Jahren aus dem kriegsgeprägten Europa eine erste Migrationswelle ein, die mit der durch die „Ölrente“ induzierten permanenten Erhöhung des Lebensstandards im Land bis in die 70er Jahre hinein anhielt. Bereits Ende der 60er Jahre setzte eine zweite Migrationswelle aus den von Diktaturen beherrschten Ländern Südamerikas ein. Gleichzeitig gab es immer, bis in die 90er Jahre hinein, in großem Umfang Migration aus den Andenstaaten, insbesondere aus Kolumbien. Ein relativ neues, kaum mehr als eineinhalb Jahrzehnte altes Phänomen für Venezuela ist dagegen die Emigration, häufig wirtschaftlich oder auch politisch motiviert.

 

Venezolanische kulturschaffende in der Diaspora

Venezuela war im 20. Jahrhundert ein beliebtes Ziel der Einwanderung aus Europa und anderen Ländern Südamerikas. Seit zwei Jahrzehnten hat sich der Migrationsstrom umgekehrt und immer mehr Venezolanerinnen und Venezolaner wandern aus. Wir haben venezolanische Kulturschaffende, die im Ausland leben, zu ihren Motiven und zu ihrer neuen Lebenssituation befragt und veröffentlichen jeden Freitag ein neues Interview.

ARRIVAL CITY: CIUDADES DE LLEGADA 2018

Zum Umgang moderner Gesellschaften mit Migrationsbewegungen

Migration ist derzeit eines der zentralen Themen in Europa. Auf dieser Webseite werden die verschiedenen Projekte und Aktivitäten, die das Goethe-Institut gemeinsam mit lokalen und internationalen Partnern zum Thema Migration veranstaltet, präsentiert.