Migration



Das Thema Migration steht im Fokus des Kulturprogramms des Goethe-Instituts Venezuela im Jahr 2017 ebenso wie bei anderen Goethe-Instituten in Südamerika, mit denen wir ein Netzwerk bilden.

Migrationsbewegungen prägen die Geschichte der Menschheit seit jeher. In den letzten Jahren sind diese in Europa und Deutschland wieder vermehrt ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit getreten, da Europa verstärkt von Migrationswellen, insbesondere aus den Ländern des Nahen Ostens wie aus Afrika, betroffen wurde.

Venezuela ist mehr noch als die meisten anderen Länder Südamerikas durch Migration gekennzeichnet. Mit Ausnahme einer zahlenmäßig kleinen indigenen Bevölkerung stammen seine heutigen Bewohner von Migranten ab, vornehmlich aus Europa und anderen Ländern Südamerikas und zu einem geringen Teil auch von zwangsweise in die ‚Neue Welt‘ verbrachten Afrikanern: Wie in praktisch allen Ländern Südamerikas gab es in Venezuela  vom 16. bis ins 19. Jahrhundert eine bedeutende Migration aus Europa, besonders aus Spanien, aber auch aus Portugal, Frankreich und Deutschland. Darüber hinaus wurde aber speziell Venezuela im 20. Jahrhundert durch Migration geprägt: Bald nach Ende der Entdeckung großer Ölvorkommen (1922) setzte in den 40er Jahren aus dem kriegsgeprägten Europa eine erste Migrationswelle ein, die mit der durch die „Ölrente“ induzierten permanenten Erhöhung des Lebensstandards im Land bis in die 70er Jahre hinein anhielt. Bereits Ende der 60er Jahre setzte eine zweite Migrationswelle aus den von Diktaturen beherrschten Ländern Südamerikas ein. Gleichzeitig gab es immer, bis in die 90er Jahre hinein, in großem Umfang Migration aus den Andenstaaten, insbesondere aus Kolumbien. Ein relativ neues, kaum mehr als eineinhalb Jahrzehnte altes Phänomen für Venezuela ist dagegen die Emigration, häufig wirtschaftlich oder auch politisch motiviert.

 

Theaterstück und Symposium

Im zweiten Halbjahr wird eine Gruppe venezolanischer Schauspieler unter Regie von Juan José Martín, das Theaterstück Ein Teil der Gans von Martin Heckmanns inszenieren und das Goethe-Institut wird gemeinsam mit venezolanischen Partnern ein Symposium zum Thema Migration und „Venezolanidad“ organisieren.

Wohin? 21 Fragen zu Flucht und Migration

Dieser Text ist Teil des Projekts „Wohin?“, für das Autoren und Intellektuelle aus knapp 40 Ländern der Welt einen Fragebogen zu Flucht und Migration beantwortet haben.
Weitere Fragebögen finden Sie hier: 
goethe.de/wohin