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Unvollendeter Atlas © Atlas Inconcluso/Raúl Rodríguez

Unvollendeter Atlas einer Landschaft in Bearbeitung.

Jede Gesellschaft findet, in einem Prozess der ständigen Auseinandersetzung, ihre eigene Weise, ihre Umwelt abzubilden. So ist die Landschaftsdarstellung in der gesamten Kunstgeschichte in vielen verschiedenen Formen präsent. In der gegenwärtigen Bilderflut verblast das Erbe der Landschaftstraditionen jedoch zunehmend, ja es wirkt heute wie eine Art immaterielles Sediment: eine Atmosphäre, die uns umgibt und uns als Kollektiv Bedeutung schenkt, und trotz ihres scheinbaren Verschwindens eine wesentliche archäologische Schicht all der Orte bildet, die wir sehen und bewohnen. Ebenso sind es heutzutage die Medien, die es uns ermöglichen, in einer globalisierten Welt in Kontakt zu treten, dieselben, die jene Seh-, Bedeutungs- und Gestaltungsweisen konfigurieren. Diese sind aber eher fließender Natur und als solche festen Silhouetten entgegengesetzt, die in der Struktur des visuellen Gedächtnisses latent vorhanden sind und die Basis für Identitäten der Gesellschaft bilden. Doch wie ist es möglich, die Landschaft eines bestimmten Ortes zu betrachten, dessen Horizont verschoben wurde?

Das Projekt UNVOLLENDETER ATLAS EINER LANDSCHAFT IN BEARBEITUNG zielt darauf ab, Räume für Reflexion und Begegnung rund um eine durch Migrationen und Veränderungen geprägte Landschaft zu schaffen. Zur venezolanischen Diaspora kam es in den letzten Jahren sehr abrupt. Durch Protokolle und grafische Aufzeichnungen, basierend auf den Praktiken und Methoden des deutschen Historikers Aby Warburg (1866-1929), suchen wir in diesem Projekt die Konstruktion eines offenen Archivs der Landschaften von 10 venezolanischen Künstler*innen, deren Blicke sich auf neue Länder richten –  oder auf die Heimat, die wiederentdeckt werden soll. Die entstandenen dialektischen Beobachtungen werden über die neuen Kanäle und Wellen einer hyper-vernetzten Generation mit dem letztendlichen Ziel geteilt, einen Atlas dieser neuen geographischen, emotionalen und sozialen Gebiete im virtuellen Raum zu erschaffen.

Durch Warburgs Atlas wird die Beziehung zwischen künstlerischem Blick und Landschaft hinterfragt. Diese Ergründung ist wiederum der Leitfaden eines systematischen Prozesses der Korrelation und Begegnung zwischen Objekten, Montagen, Texten und anderen Elementen, die aus dem Kontext herausgearbeitet oder entnommen wurden. Außerdem wird der gemeinsame Arbeitsplan durch eine Recherche über Archivierungsstrategien in der zeitgenössischen Kunst sowie eine Reihe von Begegnungen zwischen den Teilnehmer*innen und eingeladenen Forscher*innen unterstützt.

PANEL 79 FRAGMENTO© Warburg Institute

Während eines kontinuierlichen Austauschs werden die Künstler*innen Ángela Bonadies, Analy Trejo, Eduardo Vargas Rico, Manuel Eduardo González, Paola Nava, Leonardo Almao, Eddy Chacón, Hayfer Brea, Julia Zurilla und Costanza De Rogatis eine offene Arche hybrider Bilder von unvollständigen Beziehungen gestalten: Revisionen von Schlüsselwerken der venezolanischen Landschaft und deren möglichen Verbindungen mit den parallelen Geschichten ihrer neuen Orte. Das Endergebnis wird dann in einem digitalen Atlas und einem audiovisuellen Protokoll dieses Prozesses festhalten.

Das Projekt wird unter der kuratorischen Leitung von Manuel Vásquez-Ortega, der Produktion von Manuela García (Espacio Proyecto Libertad, Mérida, Venezuela) und der visuellen Koordination von Raúl Rodríguez verwirklicht.

UNVOLLENDETER ATLAS EINER LANDSCHAFT IN BEARBEITUNG wird vom Goethe-Institut Venezuela gefördert, unterstützt von Tráfico Visual. Um über den Aufbau des Atlas und die Aktivitäten im Rahmen des Projekts auf dem Laufenden zu bleiben, können Sie @atlasinconcluso in den sozialen Netzwerken besuchen, ebenso wie die Kanäle von Espacio Proyecto Libertad und dem Goethe-Institut Venezuela unter @espacioplibertad und @goetheccs.
 

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