Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)


Eduardo Ramírez

Eduardo Ramirez Eduardo Ramirez: concierto teatro Diego Rivera, Puerto Montt, Chile. | Foto © Jaime Sauvalle.

Ich habe meine grundlegende Ausbildung erweitert und vertieft; sie basiert auf dem Respekt gegenüber allen Menschen, auf der Solidarität, der Zusammenarbeit, guter Musik und Kunst.


Was bedeutet für Sie das Wort Auswanderer?

Mein Land zu verlassen, um professionell zu wachsen, meinen Lebensstandard zu verbessern und mich kulturell mit dem Umfeld auszutauschen, d.h. Integration.
 
Wie haben Sie das Land ausgesucht, in dem Sie leben? Welche waren Ihre Motivationen?

In meinem Fall reise ich seit 20 Jahren durch Deutschland, seit 1997, als ich Deutschland zum ersten Mal besuchte. Ich kam mit einer Delegation, welche vom venezolanischen Ministerium für die Jugend zu Treffen mit Vertretern von verschiedenen deutschen Organisationen für die Jugendarbeit zur Unterzeichnung von Abkommen der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern geschickt wurde.
Momentan - und seit dem Jahre 2001- pflege ich eine Austauschbeziehung mit dem Verband der Zupforchester des Landes Baden Württemberg und einem der führenden Persönlichkeiten, Arnold Sesterheim. Von ihm  und dem Gitarristen, Matthias Kläger und der Unterstützung von Christian Wernicke und Sonja Wiedemer wurde ich im Jahre 2004 eingeladen, venezolanische Musik in einem der Orchester des Verbandes zu dirigieren.  Später hat das Orchester Venezuela besucht und das Projekt war ein voller Erfolg. Diese Austauschbeziehung wird kontinuierlich und förderlich aufrechterhalten, so dass ich am 25 und 26 November 2017 zwei Workshops und ein Konzert in der Alten Schule Ötigneim, organisiert von Mandolinen und dem Gitarrenorchester 1924 e.V. Ötigheim, abhalten konnte. Diese Aktivitäten verstärkten unseren Wunsch des musikalischen Austausches. Vom 9. bis zum 11. November 2017 fand das erste Gitarrenfestival von Tübingen statt, an dem eine Ehrung dem Maestro Antonio Lauro zu seinem 100. Geburtstag gemacht wurde. Ich hatte dies im Jahre 2016 vorgeschlagen und es war ein großer Erfolg.  
 
Wie war die Integration in die neue Kultur? Haben Sie den Eindruck, dass diese die eigene Kultur verändert hat?

Sie war perfekt, da ich meine grundlegende Ausbildung erweitert und vertieft habe; diese basiert auf dem Respekt zu allen Menschen, auf der Solidarität, der Zusammenarbeit, der guten Musik und Kunst im allgemeinen und vor allem auf der Möglichkeit, in meinem Beruf einen Beitrag zu leisten, damit diese Welt menschlicher wird.  

Im Jahre 2015 wurde ich vom Verein zur Förderung Iberoamerikanischer Kultur” eingeladen, um den Flüchtlingskindern Unterricht zu geben, was eine sehr gute Erfahrung war. Diese Initiative ist ein Programm unter dem Namen “Musizieren für Integration” und wird von der Stadt Tübingen unterstützt.
 
Haben Sie im Allgemeinen mit Venezolanern Kontakt und/oder im Arbeitsbereich?

In den letzten 3 Jahren habe ich mich mit Venezolanern deutscher Staatsangehörigkeit ausgetauscht und diese haben mir eine Unterkunft zur Verfügung gestellt. Ich verbringe meinen Aufenthalt teils bei ihnen und teils bei deutschen Musikern, auβerdem habe ich zusammen mit Ihnen musikalische Aktivitäten organisiert. Bei diesem Aufenthalt arbeite ich musikalisch hauptsächlich mit Deutschen zusammen, sehr wenig mit Personen anderer Nationalitäten.

Wenn Ja, wie ist Ihre Beziehung zu Ihnen?
 
100% freundschaftlich und in gemeinsamer Unterstützung.

Wie ist Ihr Kontakt zu Venezuela vom Ausland aus?
 
In diesen letzten Jahren lebe ich, aus gesundheitlichen Gründen einen Groβteil des Jahres auβerhalb Venezuelas. Ich bin jedoch weiterhin informiert und interessiert an allem Geschehen in meinem Land. Ich liebe mein Land und empfinde die Notwendigkeit zu wissen, was dort passiert.
 
Glauben Sie, dass die gesammelte Erfahrung im Ausland Ihre Karriere bereichert hat? Wie und warum?

Selbstverständlich, schon alleine die Tatsache, sein eigenes Land zu verlassen gibt einen Impuls zur Persönlichkeitsentwicklung und wenn man das Glück hat verschiedene Kulturen zu erleben, lernt man mit den Jahren sehr viel, bezüglich der Musik wie der Erweiterung des Blick, den die weite Welt ermöglicht. Aber das Wichtigste ist, diese Erfahrung denjenigen zu bieten, die sich in persönlicher Entwicklung befinden.

Ich hatte die Möglichkeit, an der venezolanischen Musik mit einem Zupforchester, bestehend aus deutschen Musikern, zu arbeiten. Ich habe ihr Repertoire, ihre Tradition und die Mandoline kennengelernt. In Deutschland habe ich zum ersten Mal überhaupt in Europa meine Arbeit vorgestellt, was für meinen beruflichen Werdegang sehr wichtig war.   

Eduardo Ramírez: Fiesta en Elorza (02:02)
Audio wird geladen

Eduardo Ramírez
Musiker

Seit 2001 aktives Mitglied des Gitarren Festival von Amerika, Chile. Vorsitzender der Stiftung für das nationale Volksmusikorchester aus Venezuela (2010 – bis zu heutigem Datum). Vizepräsident des Volksmusikorchesters (2006 – bis zu heutigem Datum) 

Wohnort:
Los Teques.
Derzeitiger Wohnort: Heidelberg, Deutschland.

Musikalische Aktivität:

  • 2001 | Leiter der “Estudiantina”*  des Staates Miranda, nimmt an dem XXXV Internationalen Musikfestival für Zupfinstrumente de La Rioja, Spanien teil.
  • 2004 | Gastleiter des Orchesters Baden – Württemberg, in Deutschland, für ein Konzert mit Venezolanischer Musik.
  • 2004 | Konzert des “Cuatro” *, Solist in dem Saal Gonzalo de Berceo de La Rioja in Spanien – März 2004.
  • 2005 | Konzert, Teilnahme an dem 4. Gitarren-Festival von Amerika mit Maestro Raúl García Zarate (Lebendes Erbe von Perú) Santiago de Chile, Chile
  • 2005 | Erteilung von Workshops für das Instrument “Cuatro” und Konzert an der Universität von Helsinki und Konzertsaal der Akademie Sibelius, Finnland.
  • 2007 | Teilnahme an dem Workshop und Aufenthalt in Offenburg, Deutschland. Gastleiter in dem II. Musikfestival für die Jugend in Europa.
  • 2009 | Cuatro Konzert, Solist in dem Oratoire du Temple Neuf, Strassburg, Frankreich.
  • 2013 | Cuatro Konzert, Solist in der Musikschule von Tübingen, Deutschland. 
*Estudiantina: Musikalische Gruppe, welche von Universitätsstudenten zusammengesetzt ist. Sie singen volkstümliche Lieder, die von verschiedenen hauptsächlich Streichinstrumenten begleiten werden; dabei tragen sie Kleidungsstücke der Epoche mit einem Umhang.
Übersetzerin: Sonya Gzyl.

Top