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Andrea Dopico

Andrea Dopico: Food© Andrea Dopico
 

Ich denke, dass die Pflege der Traditionen, der Orte an denen man gelebt hat unter Beibehaltung der eigenen, immer ein Gewinn und nie ein Verlust ist.

Andrea Dopico © Andrea Dopico Was bedeutet für Sie das Wort „Emigrant“?

Das Wort „Emigrant“ fühlt sich anders an, je nachdem, was die Gründe für die Emigration sind. Zuerst bin ich ausgewandert, um zu studieren und danach zurückzukehren. Diese Vision hat sich  aus verschiedenen Gründen geändert. Die Entscheidung, Auszuwandern drängte sich praktisch auf, was mich sehr traurig macht.
 
Wie haben Sie das Land ausgewählt in dem Sie jetzt leben? Was war Ihre Motivation?

Nachdem ich in einigen Länder gelebt und studiert habe, bin ich wegen meiner Herkunft nach Spanien zurückgekehrt, da Spanien außerdem in meinem Beruf zu den Ländern mit ‚Exzellenzanspruch‘ gehört. Die Faktoren, die das Bleiben in dem einem oder anderem Land beeinflussen, sind vielfältig, die wichtigsten sind meiner Meinung nach die Papiere und die Visa. Als Enkelin von spanischen Einwanderer in Venezuela und mit einem europäischen Schulabschluss, konnte ich mich glücklicherweise leicht in der Arbeitswelt zurecht finden.  
 
Wie war Ihre Integration in die neue Kultur: finden Sie, dass Sie sich wesentlich verändert haben?
 

Von zuhause aus bin ich empfänglich für neue Kulturen. Deshalb habe ich mich sehr schnell und leicht eingelebt. Ich denke, dass die Pflege der Traditionen, der Orte an denen man gelebt hat unter Beibehaltung der eigenen immer ein Gewinn und nie ein Verlust ist. Andrea Dopico: work © Andrea Dopico Haben Sie privat oder bei der Arbeit Kontakt zu Venezolanern?

Ich bin mit Venezolanern bei meiner Arbeit zusammengetroffen, und bin stolz darauf, dass meine Landsleute wegen ihre menschlichen Qualitäten anerkannt werden: fleißig, willig und fröhlich.

Wenn ja, wie sind diese Beziehungen?

Wir haben Lebenserfahrungen und eine Geschichte gemeinsam, dies gilt auch für Personen die wir nicht kennen. Ich glaube, dass ein Teil unseres Überlebens und Erfolgs im Ausland auf die Hilfe unserer Landsleute in den ersten schwierigen Zeiten zurückzuführen ist.
 
Wie ist Ihre Beziehung zu Venezuela aus der Außenperspektive?

Meine Eltern und meine Familie sind noch in Venezuela, deswegen ist unsere Beziehung intensiv, wir pflegen sie Tag für Tag. Aber auch wenn meine Familie nicht in Venezuela leben würde, glaube ich, dass die Beziehung zum Heimatland nie abreißen wird.

Sind Sie der Meinung, dass Ihre Erfahrungen im Ausland Sie beruflich bereichert haben? Wie und warum?

Mein Beruf als Konditorin (‚alta pastelaria‘)  gehört in Venezuela zu einem nicht sehr ausgereiften Bereich, deshalb hat mich mein Aufenthalt in Barcelona, der Hauptstadt der Gastronomie, sehr bereichert.

REzepte:

  • Rezept 1: Andrea Dopico © Simon A. Eugster (Eigenes Werk)/CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Fotocollage)
  • Rezept 2: Andrea Dopico © Txllxt TxllxT (Eigenes Werk), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
  • Rezept 3: Andrea Dopico © Maša Sinreih in Valentina Vivod (Eigenes Werk), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
  • Rezept 4: Andrea Dopico © Pallbo (Eigenes Werk), Public domain, via Wikimedia Commons
  • Rezept 5: Andrea Dopico © User: Madamadamada, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Rezept 6: Andrea Dopico © S N Barid (Own work), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Rezept 7: Andrea Dopic © Guy Courtois (Own work), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Rezept 8: Andrea Dopico © David Monniaux (Own work), CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
 

Geburtsort: Caracas
Derzeitiger Wohnort: Barcelona

Andrea Dopico kommentiert ihre Faszination für den Kakao und Desserts wie folgt:

„In meiner Kindheit war ich oft im Regenwald, wo die Natur in einem üppigen Pflanzen-Gewölbe aufblüht und der beste Kakao der Welt geerntet wird. Die Sonne sickert durch die hohen Baumwipfel hindurch und umhüllt dich in einem zarten Licht, und wenn du dann noch die abgebröckelte und feuchte Erde mit den Füßen berührst, ereignet sich eine unerklärliche Verbindung mit dem Ursprung, mit deinen Wurzeln. Der Geschmack dieser Schokolade, warm und beeindruckend zugleich, erlaubt es mir, all diese Gefühle auf dem Teller hervorzurufen. Ich habe mich  auf eine cremige Sorte wie die Illanka konzentriert, um zwei Nuancen eines Geschmacks zu zeigen: Ein klassisches Cremeúx, dicht wie ein Waldstück, und ein Cremeúx auf der Grundlage von Wasser, leicht wie der Meeresduft. Das frische Zitrus-Aroma dieser Schokolade inspiriert die Entstehung der Limetten-Yuzu-Mousse, sowie des Crème-Fraiche-Eis. Der erdige Charakter der Kakao-Nibs und das Kräftige der Gewürze im Pastinaken-Biskuit binden dann all diese Empfindungen zusammen, die dich an diesen magischen Ort bringen.“
 

Übersetzung: Sonya Gzyl.

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