Virtuelle Installation Von unten, aufwärts

From below, upward
© Manzi

Eine virtuelle Installation von Oanh Phi Phi
Lichtquelle in Hôm Markt, Eingang der Huế Straße, Hai Bà Trưng Distrikt

In dem bewohntem Gebiet von Hanoi ist der Hôm Markt ein wuseliger Marktplatz, wo Stoffe, günstige Kleidung, Lebensmittel und allgemeiner Schnick-schnack verkauft werden. Jeder Quadratmeter des Marktes ist genutzte Werbefläche – mit Ausnahme des Himmels. In Flut von Dingen ist dieser Zwischenraum ein Stück Himmel.
 
Durch dieses Werk versucht Oanh Phi Phi einige persönliche Erinnerungen über Raum mit der kollektiven und vererbten Nostalgie von Himmel und Wasser zu verbinden. Ihrer Kindheit in der Küstenebene von Texas vermittelte ihre einen Sinn von Weite. Nachdem sie nach Hanoi zog, vermisst sie bei dem Gedanken an ihre Heimat am meisten ihre Eltern und den weiten Horizont.
 
Die Künstlerin entschied sich für diese Lichtquelle um den ihr auffälligsten Stadtraum zu rahmen: Die Luft um uns und den Himmel. Ein Mikrokosmos in ständiger Bewegung, eine Fischteich oder ein Seehaus ist das Motiv, welches Oanh oft aufsucht hat wegen seiner symbolischen Bedeutung im Dorf und der Nostalgie, die es bei vielen Vietnamesen hervorruft. Es ist nicht ihre eigene Nostalgie, da sie in Texas aufgewachsen ist, vielmehr die ihres Vaters, der in einem kleinen Dorf in Hải Dương aufgewachsen ist. Für ihn war das Seehaus ein Ort der Kindheitserinnerungen an das sorglose Spielen und die unbeschwerte Zeit. Oanh Phi Phi nimmt seine Geschichten auf als wären es ihre eigenen. Und durch diese Geschichten und weitere tiefbewegende Momente ist sie mit diesem Ort verbunden. Oanh ist seltsam bewegt, wenn sie das Dorf ihres Vaters, die Baustelle, wo der Teich damals lag, besucht und Räucherstäbchen am Grab ihres Großvaters an einem Reisfeld anzündet, welche nicht mehr länger ihr gehört.
 
Der Besucher steht unter der Lichtquelle und schaut durch seine digitales Endgerät hoch in den Himmel, um in einen umgedrehten Teich hinauf zu sehen, in den er normalerweise von oben hineinschauen würde. Um die Körperlosigkeit der erweiterten Realität nutzen zu können, wurde als Bildquelle eine lackierte Glasplatte verwendet. Diese Oberfläche nutzte die Künstlerin breites in vorangegangenen Projekten, um mit der Entmaterialisierung und projizierten Größen zu experimentieren.
Das changierende Licht des Lackbildes täuscht eine Bewegung des Bildes vor, obwohl es statisch ist.

Nguyễn Oanh Phi Phi

1979 in Housten geboren, erhielt Phi Phi Oanh ihren Bachelor of Fine Arts an der Parsons School auf Design (2002) und ihren Master in Kunst und Forschung an der Universität von Madrid Complutense (2012). 2014 erhielt sie eine Fulbright Stipendium um Lackmalerei in Hanoi zu studieren. Seitdem ist die vietnamesische Lackmalerei zentral in ihren Arbeiten, die sich auf ihr Potential als Medium zur Vermittlung von Erinnerungen oder Reflektion fokussiert, aktuelle Bildtheorien untersucht sowie sich auf experimentellere Methoden und Größen erweitert.
 
Oanh hat an vielen Ausstellungen teilgenommen wie Pro Se, National Gallery Singapore (2016); Make Shift (2016) und Palimpsest (2014) FOST Gallery, Gillman Barracks, Singapore; Die Sicht einer Frau, Goethe Institut, Hanoi (2014); If the World Changed, Singapore Biennale (2013); Specula, Hanoi City Exhibition Hall (2009); Black Box, Vietnam National Arts Museum, Hanoi (2007).