Konzert HANOISE

HANOISE © Goethe-Institut Hanoi

Fr, 11.10.2019

Vietnam National Academy of Music

77 Hao Nam
Hanoi

Hanoi New Music Ensemble + Solisten aus Deutschland und Vietnam

Am 11.10. präsentiert das Goethe-Institut eine Aufführung des Hanoi New Music Ensembles, das mit der Klarinettistin Nina Janßen-Deinzer und dem Cellisten Lucas Fels spielen wird. Neben einem Stück des deutschen Komponisten Jörg Widmann und des Franzosen Olivier Messiaen wird die Uraufführung von „HANOISE“ des vietnamesischen Komponisten Vu Nhat Tan zu hören sein.
 
Die vietnamesische Weltpremiere von Hanoise, Vu Nhat Thans neuste Komposition, die vietnamesische Uraufführung von Olivier Messiaens berühmtem Werk: Quartett für das Ende der Zeit machen diesen Abend zu einem absoluten Höhepunkt der Konzerte des Hanoi New Music Ensemble 2019. Die beiden Gastsolisten aus Deutschland sind international renommierten Stars ihres Fachs, Nina Janßen Deinzer, Klarinette und Lucas Fels, Cello. Zusammen mit dem Hanoi New Music Ensemble eröffnen sie den Abend mit Jörg Widmanns, "Fieberphantasie" für Klavier, Streichquartett und Klarinette.
 
Dirigent
 
Honna Tetsuji

Honna Tetsuji Foto: Honna Tetsuji
studierte unter Kazuo Yamanda und Michiyoshi Inoue sowie  am Royal Amsterdam Concertgebouw Orchestra und London Sifonietta. Dauerhafter Dirigent des Osaka Symphony Orchestras (1995-2001), ständiger Gastdirigent am Nogoya Philharmonic Orchestra (1997-2000). Honna wurde beim VNSO zum Musikberater sowie Dirigenten ernannt (2001-2009); er dirigierte zahlreiche Konzerte (wie La Scala Phil, Filharmonia London, Hungary State Symphony, Arturo Toscanini Orchestra) sowie kontinuierlich Konzerte des VNSO.

 
Künstler*innen

Nina Janßen-Deinzer (*1972)

Nina Janßen-Deinzer Foto: Nina Janßen-Deinzer studierte in Hannover in der Schule Hans Deinzers und schloss ihr Studium mit dem Konzertexamen ab. Sie erhielt Erste Preise bei „Jugend musiziert“, beim Deutschen Musikwettbewerb und beim Internationalen Kammermusikwettbewerb in Osaka/Japan. Von 2006-2017 war sie Soloklarinettistin des Ensemble Modern. Als Solistin trat sie auf den renommierten Festivals auf, wie Salzburger Festspiele, Salzburg biennale, Donaueschinger Musiktage, Ultraschall Berlin, Festival NOW Essen, Berliner Festwochen, Forum Festival Moskau und mit Orchestern wie SWR Baden-Baden und Freiburg, hr- Sinfonieorchester, Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken, Ensemble Modern Orchestra, Konzerthausorchester Berlin, Kremerata Baltica u. v. m. Seit 2015 wirkt sie als Professorin für Kammermusik an der Hochschule für Musik Nürnberg, seit 2018 unterrichtet sie zusätzlich aktuelle Musik an der Hochschule für Musik Nürnberg.

Lucas Fels (*1962)

Lucas Fels Foto: Bernhard Strauss studierte bei Christoph Henkel in Freiburg, bei Anner Bijlsmain Amsterdam und bei Amadeo Baldovino in Fiesole. Bis heute hat er an die tausend Uraufführungen, über 100 CDs mit Solo-und Kammermusik des 20. und 21. Jahrhunderts gespielt. 1985 war Mitinitiator des ensemble recherche Freiburg und wirkte dort bis 2005 im Vorstand mit und als Cellist. Seit 2006 ist der Cellist des Arditti String Quartett London. Seit 2013 unterrichtet er neue Musik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt für Interpretatorische Praxis und Vermittlung. Er ist weltweit viel gefragt für Meisterklassen an Hochschulen und Universitäten.
 
Ngo Tra My (*1972)

Ngo Tra My Foto: Ngo Tra My studierte am Hanoi National Conservatory of Music, wo sie 1994 ihr Diplom und 2007 eine pädagogische Prüfung erhielt. Seit 1994 unterrichtet sie das Instrument Dan Bau am Konservatorium in Hanoi. Sie trat auf Festivals in China, Spanien, Korea, Skandinavien und Vietnam auf und nahm eine CD als Solistin mit Orchester auf: Lời ru quê hương (Wiegenlied der Ureinwohner) - 2001. Seit 2008 ist sie Vorstandsmitglied des Asian/Korean Orchesters. Mit The Six Tones, einer Plattform für Begegnungen traditioneller und experimenteller Kultur aus Asien und dem Westen, tourte sie durch Europa, Asien und die USA.
 
Pham Tra My (*1973)

Pham Tra My Foto: Pham Tra My zeigte schon in jungen Jahren ein musikalisches Talent. Sie liebt ihre Karriere und hat einen einzigartigen Stil. Im alltagsleben sowohl auch in der Kunst ist sie stark und stellt sich gerne Herrausforderungen an, leidenschaftlich und freundlich. Pham Tra My erhielt den Master als Dozent für Musikunterricht und wurde Mitglied der Vietnam Musician Association. Ihr wurde auch den Titel Ehrenkünstler vom Staat verliehen.
 
Das Hanoi New Music Ensemble (HNME)

Hanoi New Music Ensemble Foto: Hanoi New Music Ensemble ist das einzige professionelle Ensemble für zeitgenössische Musik in Vietnam. Die Mitglieder des Ensembles sind einige der besten professionellen Instrumentalisten und Lehrer des Landes, die teilweise Professoren an der Vietnamesischen Nationalakademie für Musik sind oder im Vietnamesischen Nationalorchester spielen.
 
2015 gründeten der Komponist Vu Nhat Tan und der Violinist Pham Truong Son gründeten das Ensemble. Vorausgegangen war Vu Nhat Tans Teilnahme am Ascending Dragon Cultural Exchange and Music Festival 2010, eine Programm zum Kulturaustausch zwischen den USA und Vietnam. Es war von Jeff von der Schmidt und seiner Frau Jan Karlin und dem Southwest Chamber Music initiiert worden. Seit der Gründung des HNME hat Jeff de Schmidt das Ensemble als Dirigent und musikalischer Berater begleitet.
Das Hanoi New Music Ensemble gibt regelmäßig Konterte in Hanoi. In diesem Jahr konzertierte es in Indonesien und lud im Gegenzug das Yogjakarta New Music Ensemble nach Hanoi. Diesen Kulturaustausch ermöglichte das Goethe-Institut
 
FIEBERPHANTASIE

In „Fieberphantasie“ aus dem Jahr 1999 beschäftigt sich Jörg Widmann mit der Melodik Robert Schumanns. Diese beschreibt er als eine Art „Fieberkurve“: „nervös, flackernd, fiebrig“ mit „unendlich vielen kleineren und größeren Wellenbergen und Wellentälern innerhalb des großen Linienzugs“. Die Notation besteht zu weiten Strecken aus einer Realisationspartitur, die zwar keine konkrete Tonhöhe, dafür aber umso detailliertere Spielanweisungen enthält.
 
Jörg Widmann (*1973) gehört zu den aufregendsten und vielseitigsten Künstlern und Komponisten seiner Generation. Ausgebildet von Gerd Starke in München und Charles Neidich an der Juilliard School New York ist der Klarinettist Jörg Widmann regelmäßig Gast bei bedeutenden internationalen Orchestern, wie dem Gewandhausorchester Leipzig, Orchestre National de France, Tonhalle-Orchester Zürich oder National Symphony Orchestra Washington und konzertiert mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Valery Gergiev, Kent Nagano, Sylvain Cambreling, Christoph Eschenbach und Christoph von Dohnanyi. Widmann ist Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg (2007), der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (2007) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (2016).
 
QUATUOR POUR LA FIN DU TEMPS

Wörtlich übersetzt “Das Quartett für das Ende der Zeiten” handelt das Stück auch inhaltlich von der Apokalypse. Der französische Komponist Olivier Messiaen vollendete das Werk mit insgesamt acht Sätzen als Insasse des in Görlitz liegenden deutschen Kriegsgefangenenlagers. Die Lagerkommandanten erlaubten es Messiaen zu komponieren. Die eher unübliche Besetzung der Instrumente ergab sich aus den im Lager verfügbaren Musikern, dem Klarinettisten Henri Akoka, dem Geiger Jean Le Boulaire und dem Cellisten Étienne Pasquier. Die Uraufführung des Werkes, mit dem Komponisten den Pianopart spielend, fand im Lager in Görlitz 1941 vor ca. 400 Kriegsgefangenen statt.
 
Olivier Messiaen (*1908, †1992) war ein äußerst bedeutender französischer Komponist und gilt als einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Wegbereiter der seriellen Musik. Im Alter von elf Jahren begann er seine musikalische Ausbildung am Konservatorium von Paris. Seine Musik entlehnt Struktur und Ideen aus der Zahlenmystik, indischer Rhythmen, der Gregorianik, des Vogelgesangs und der Musik Claude Debussys und Igor Strawinskys. Ein besonderes Merkmal ist außerdem die immer wieder kehrende spirituelle Energie und die Bezüge zu seinem tiefen, katholischen Glauben.
 
 
HANOISE (Âm thanh Hà Nội)
 
Der bekannte Komponist Vu Nhat Tan extrahiert und verdichtet die Klänge der vietnamesischen Hauptstadt zu einem Stück kontemporärer Musikkunst.  
 
In Kooperation mit dem Goethe-Institut präsentiert Vu Nhat Tan das eigens für das Hanoi Music Ensemble geschriebene Stück HANOISE, eine weitere Ergänzung zum jungen Schatz der kontemporären Musik Vietnams.

In HANOISE spiegelt sich der Klang- und Raumreichtum der Stadt wider: Es ist ein Stück, wo westliche Instrumente aus dem Symphonieorchester und traditionelle vietnamesische Instrumente zusammenkommen. HANOISE ist ein Stück gelebter Kulturaustausch durch kontemporäre Musik.
Neue Musik, die die „alte“ würdigt und fortschreibt, das ist die Zielsetzung des Hanoi New Music Ensemble (HNME). HNME konserviert die Essenz der Geschichte und des Musikbrauchtums Vietnams, ohne in die direkten Fußstapfen der Vorfahren zu treten. Neue Musik, darin sind Opferbereitschaft, Glauben und Hoffnungen der Bevölkerung Vietnams verquickt.

Verbindungen auf internationaler Ebene ermöglichen Austausch von Kreativität und Leidenschaft für neue Musik und tragen zur Kulturverständigung bei. Aus diesem Grund freuen wir uns, dass zum ersten Mal zwei exzellente Musiker*innen aus Deutschland mit dem Hanoi New Music Ensemble spielen werden. Nina Janßen-Deinzer (Klarinette) und Lucas Fels (Cello) kollaborieren mit zwei Meisterinnen traditioneller vietnamesischer Instrumente, Ngo Tra My (dan Bau und Stimme) sowie Pham Tra My (dan Tranh).  
    
Vu Nhat Tan (*1970)

Vu Nhat Tan Foto: Vu Nhat Tan ist einer der aktivsten und bekanntesten Komponisten seiner Generation. Sein 2019 komponiertes Stück „Fünf Elemente“ hatte in Hanoi seine Weltpremiere vor 1.000 Besuchern. Inspiriert von der orientalischen Theorie über die fünf Elemente, die die Welt bilden, ist das Vu Nhat Tans Botschaft zum Schutz unserer Umwelt.
 
 

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