Film Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg © Goethe-Institut

Di, 27.10.2020

Cinestar Cinema (Ho-Chi-Minh-Stadt)

135 Hai Ba Trung Str.
Ben Nghe Ward, Dist. 1
Ho-Chi-Minh-Stadt

Margarethe von Trottas bemerkenswerte Biografie folgt dem Leben der Revolutionärin und Frauenrechtlerin Rosa Luxemburg (1871-1919).
 
Die polnische Sozialistin und Marxistin Rosa Luxemburg (dargestellt von Barbara Sukowa) arbeitet unermüdlich im Dienst der Revolution in Polen und in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts. Während Luxemburg für ihren Glauben kämpft, den Spartakus-Bund gründet, der eine neue Vision für Deutschland bietet, wird sie wiederholt inhaftiert.
 
Durch die Schauspielerin Barbara Sukowa wird Rosa Luxemburgs Charakter auf der Leinwand mit Tiefe und Komplexität lebendig. Der Film war ursprünglich Rainer Werner Fassbinders Vorhaben. Als er 1982 starb, übernahm M. v. Trotta das Projekt. Sie recherchierte über 2.500 von Luxemburgs Schriften und Reden, schrieb sie das Drehbuch komplett um und führte Regie. Der Film wurde zu einem großen internationalen Erfolg, und die Regisseurin M. v. Trotta begründete ihren seitdem ungebrochenen Ruf als eine der großen Regisseurinnen des deutschen Kinos nach dem Krieg. Für die Schauspielerin Barbara Sukowa war es ihr erster Film mit M. v. Trotta. Ihre kenntnisreiche Personifikation von Rosa Luxemburg bildete den Auftakt zu einer langjährigen Zusammenarbeit mit Margarethe von Trotta bei den vielen Filmen, die noch kamen.
 
Margarethe von Trotta © Goethe-Institut Margarethe von Trotta

Nach Abschluss der Schauspielschule und Engagements an den Bühnen von Dinkelsbühl, Stuttgart und Frankfurt war Margarethe von Trotta ab 1967 in vielen Rollen des Neuen deutschen Films zu sehen, darunter in Filmen von Rainer Werner Fassbinder (u.a. „Der amerikanische Soldat“, 1970), Herbert Achternbusch (u.a. „Das Andechser Gefühl“, 1974) und Volker Schlöndorff, mit dem sie auch mehrere Filme gemeinsam schrieb (u.a. „Strohfeuer“, 1972) bzw. inszenierte („Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, 1975).

Ihre erste selbstständige Regiearbeit war „Das zweite Erwachen der Christa Klages“ (1978). Darauf folgten so kontrovers diskutierte Filme wie „Die bleierne Zeit“ (1981), “ Rosa Luxemburg“ (1986), „Das Versprechen“ (1995) sowie die mehrteilige Fernseh-Adaption von Uwe Johnsons „Jahrestage“ (2000). Immer wieder geht es in ihren Filmen darum, dass Vergangenheit, individuelle ebenso wie politisch-gesellschaftliche, reflektiert und der Versuch ihrer kritischen Aufarbeitung unternommen wird.
 
BARBARA SUKOWA © Concorde Filmverleih Barbara Sukowa

Wie viele in der Nachkriegszeit geborene Stars feierte auch die Bremer Kaufmannstochter Barbara Sukowa, Jahrgang 1950, ihren Durchbruch mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder. Als Muse der Autorenfilmerin Margarethe von Trotta verkörperte sie in Die bleierne Zeit (1981) die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, in Rosa Luxemburg (1986) die gleichnamige deutsch-polnische Sozialistin, die philosophische Theoretikerin Hannah Arendt (2012) und in Vision – Aus dem Leben von Hildegard von Bingen (2009) gar eine Heilige. Doch der dreifachen Mutter und Ehefrau des Multimediakünstlers Robert Longo gelang in New York eine zweite Karriere. Als Sängerin sowohl in Klassikkonzerten wie mit ihrer eigenen Rockband und mit Stippvisiten in coolen Filmen wie John Turturros Romance & Cigarette (2005) hat sie in den USA, so sagt sie selbst, endlich „das Lächeln“ gelernt.
 
 

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