Minibus Taxis Johannesburgs informelle Transportindustrie

Noord ist der zweitgrößte Taxistand im Herzen von Johannesburgs zentralem Geschäftsviertel. Von dort aus werden die Passagiere in die Vororte, die Townships und sogar in die Landeshauptstadt Pretoria transportiert. Die Taxiindustrie hat viele Stellen außerhalb des formellen Arbeitsmarkts geschaffen.
Noord ist der zweitgrößte Taxistand im Herzen von Johannesburgs zentralem Geschäftsviertel. Von dort aus werden die Passagiere in die Vororte, die Townships und sogar in die Landeshauptstadt Pretoria transportiert. Die Taxiindustrie hat viele Stellen außerhalb des formellen Arbeitsmarkts geschaffen. | © Lerato Maduna

Die Fotografin Lerato Maduna hat die Taxiszene in Johannesburg in Bildern festgehalten und mit den Taxifahrern über ihr Leben geredet. 

Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer Stadt. Doch wie kommen die Menschen in Johannesburg, das sich über eine riesige Fläche erstreckt und dessen kommerzielle Zentren und Wohngegenden nur unzureichend durch öffentlichen Transport verbunden sind zur Arbeit, zur Schule, oder ins Spital wenn sie sich ein Privatauto nicht leisten können?

Tausende von sogenannten Minibustaxis transportieren jeden Tag Passagiere quer durch die Stadt entlang der Hauptverkehrsadern. Johannesburgs Straßenbild ist geprägt von meist weißen Toyota Quantums oder alternativ farbig bemalten und mit Aufklebesprüchen verzierten Minibussen, anhand der unberechenbaren Fahrweise leicht als Taxis erkennbar. Minibustaxis haben sich als rege genutzte Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln wie Stadtbussen, Bahn oder dem ultramodernen aber teuren Gautrain etabliert. Die Taxibranche schafft zahlreiche informelle Arbeitsplätze und weitere kommen durch die Zubringerdienste wie Straßenhändler dazu.

Die Fotografin Lerato Maduna hat sich in Johannesburgs größten Taxiständen Bree, Noord und Wanderers unter die Taxifahrer gemischt und sich mit ihnen über ihr tägliches Leben unterhalten.

Rund-um-die-Uhr Betrieb in Johannesburgs Taxiständen

 
  • Die Taxibranche schafft Arbeitsplätze © Lerato Maduna
    Noord ist der zweitgrößte Taxistand im Herzen von Johannesburgs zentralem Geschäftsviertel. Von dort aus werden die Passagiere in die Vororte, die Townships und sogar in die Landeshauptstadt Pretoria transportiert. Die Taxibranche hat viele Stellen außerhalb des formellen Arbeitsmarkts geschaffen.
  • Ruhepause © Lerato Maduna
    Ein Taxifahrer im Noord Taxistand schläft während er auf Passagiere für die Strecke nach Vosloorus in Johannesburgs East Rand wartet. Der Arbeitstag eines Taxifahrers ist lang; meistens von vier Uhr morgens bis neun Uhr abends.
  • Mdu © Lerato Maduna
    Mdu, 37 Jahre, fährt seit Jahren Taxi; er hatte damit begonnen als er keinen regulären Job fand. Er fährt die Strecke von Johannesburg nach Vosloorus und zurück. Was ihm an seiner Arbeit gefällt ist, dass er jeden Abend Bargeld mit nachhause nehmen kann und nicht den ganzen Tag in einem Büro sitzen muss, überwacht von einem Vorgesetzten.
  • Mandla © Lerato Maduna
    Mandla, Alter unbekannt, ist ein Ordnungshüter im Noord Taxistand in Johannesburgs zentralem Geschäftsviertel. Sein Job ist es, ankommende Taxis am Morgen zu registrieren, die Standgebühr einzukassieren und tagsüber Passagieren zu helfen, das richtige Taxi für die gewünschte Destination zu finden. Er liebt seine Arbeit denn er hilft gerne seinen Mitmenschen.
  • Straßenhändler © Lerato Maduna
    Informelle Straßenhändler beliefern Taxifahrer und Pender am Noord Taxistand; sie verkaufen Esswaren, Süßigkeiten und Zigaretten. Wie ihre Kundschaft auch, kommen sie in den frühen Morgenstunden an und gehen erst spätabends nachhause. Die Polizei wird gefürchtet, da es manchmal zu Übergriffen kommt, wobei die Waren der Händler beschlagnahmt werden.
  • Noord Taxistand © Lerato Maduna
    Noord ist der zweitgrößte Taxistand im Herzen von Johannesburgs zentralem Geschäftsviertel. Von dort aus werden die Passagiere in die Vororte, die Townships und sogar in die Landeshauptstadt Pretoria transportiert. Die Taxibranche hat viele Stellen außerhalb des formellen Arbeitsmarkts geschaffen.
  • Bree, Johannesburgs größter Taxistand © Lerato Maduna
    Bree in Newtown ist Johannesburgs größter Taxistand. Von hier aus werden Passagiere in weite Teile Gautengs gefahren.
  • Fahrgemeinschaften als Alternative? © Lerato Maduna
    Eine Werbetafel am Joe Slove Drive ruft dazu auf, Fahrgemeinschaften zu nutzen um Verkehrsstaus zu vermindern. Viele Leute ziehen private Transportmittel dem öffentlichen Verkehr vor, denn Taxis werden als unsicher wahrgenommen. Die Mehrheit der Bevölkerung ist allerdings weiterhin auf öffentlichen Transport angewiesen um von A nach B zu gelangen.
  • Gautrain - ein Transportmittel für Privilegierte © Lerato Maduna
    Taxis warten außerhalb der Gautrain-Station. Viele halten den Gautrain für ein Verkehrsmittel für Privilegierte, und nicht für gewöhnliche Leute. Letztere benutzen weiterhin täglich Taxis, reguläre Züge, oder Stadtbusse.
  • Ein Taxifahrer träumt vom Leben als Bauer © Lerato Maduna
    Oxy Gabada, 37 Jahre, aus Botswana, arbeitet seit 2000 als Taxifahrer. Dazu gekommen ist er aufgrund seiner Vorliebe fürs Fahren. Das Einzige was ihm an seiner Arbeit nicht gefällt ist die Polizei. „Die Polizei denkt, mit Taxifahrern sei ein einfaches Zubrot zu machen“, sagt er. Oxy würde in naher Zukunft gern aufs Land ziehen und dort als Bauer leben.
  • Wondrous Taxistand © Lerato Maduna
    Die Taxis am Wondrous Taxistand bedienen Langstrecken; sie fahren in andere Provinzen sowie in Nachbarländer. Der Taxistand operiert von morgens um vier Uhr bis abends um zehn Uhr.
  • Von Ubuntu und Mißverständnissen © Lerato Maduna
    Bangani Maekane, 48 Jahre, aus Tshepisong, arbeitet seit 1998 als Taxifahrer. Ursprünglich war er viel mit Taxifahrern unterwegs, bis er selbst einer geworden ist. Er hat gerne mit verschiedenen Menschen zu tun, ganz im Sinne der südafrikanischen „Ubuntu“-Philosophie; was er jedoch nicht mag sind Mißverständnisse und unfreundliche Passagiere.
  • Rund-um-die-Uhr-Betrieb © Lerato Maduna
    Die Taxis am Wondrous Taxistand bedienen Langstrecken; sie fahren in andere Provinzen sowie in Nachbarländer. Der Taxistand operiert von morgens um vier Uhr bis abends um zehn Uhr.
  • Johannesburgs Skyline © Lerato Maduna
    Noord ist der zweitgrößte Taxistand im Herzen von Johannesburgs zentralem Geschäftsviertel. Von dort aus werden die Passagiere in die Vororte, die Townships und sogar in die Landeshauptstadt Pretoria transportiert. Die Taxibranche hat viele Stellen außerhalb des formellen Arbeitsmarkts geschaffen.
Lerato Maduna ist freie Fotografin aus Johannesburg. Für das Goethe-Institut hat sie die Taxiszene in Johannesburgs Innenstadt dokumentiert.