Ein Rhythmus, der Kulturen verbindet Ein Interview mit Batuk

Batuk_Artikel
Batuk_Artikel | Foto: Batuk © Kent Andreasen

Die neu gegründete Formation Batuk vereint vier außergewöhnlich talentierte Persönlichkeiten: der Produzent und DJ Aero Manyelo, die Theaterdirektorin, Schauspielerin und Performancekünstlerin Carla Fonseca, die Sängerin, Produzentin und Modedesignerin Nandi Ndlovu sowie der Songwriter, Produzent, DJ und Filmemacher Spoek Mathambo.
 

Derzeit arbeitet das Ensemble in Mosambik an seinem Debütalbum, an diesem Wochenende ist die Band jedoch in Jozi, wo sie im Rahmen des African Futures Abschlusskonzertes zum ersten Mal live auf der Bühne stehen wird, was mit Sicherheit ein besonderes Erlebnis werden wird. Wir wollten mehr über Batuk erfahren und baten die Band zum Gespräch.

Jessica Hunkin: Habt Ihr vor Batuk schon einmal miteinander gearbeitet? Und wie ist es zur Bandgründung gekommen?

Batuk: Wir alle sind eigenständige Künstlerpersönlichkeiten. Als wir uns kennenlernten und uns gut verstanden, fanden wir, es wäre doch eine gute Idee, mal etwas gemeinsam zu machen und aus unseren Talenten etwas Neues entstehen zu lassen. Aero und Spoek hatten bereits zusammengearbeitet, Spoek und Nandi hatten auch schon einmal miteinander zu tun. Wir vier kennen uns inzwischen sehr gut, die Zusammenarbeit ist eine natürliche Sache und wird mit der Zeit immer intensiver.

JH: Was hat es mit dem Namen Batuk auf sich?

B: Batuk ist der Name einer Trommel. Die Trommel- und Rhythmuskultur ist quasi der Kern unserer Zusammenarbeit. Wir wollen scheinbar unterschiedliche Kulturen durch ihre gemeinsame Rhythmuskultur zusammenbringen.

JH: Ihr nehmt gerade in Mosambik Euer erstes Album auf. Welche Erfahrungen macht Ihr dabei?

B: Das Ganze ist für uns einfach magisch, wir treffen viele verschiedene Künstler jeden Alters und haben das große Glück, mit einigen von ihnen auch zusammenarbeiten zu können.

JH: Welche Erlebnisse erwarten die Zuhörer bei Eurem Debütalbum? Gibt es irgendwelche zentralen Themen, die im Vordergrund stehen?

B: Das Album beschäftigt sich mit vielen verschiedenen Dingen. Man findet sehr persönliche Songs zum Thema Liebe und Verlust, es gibt aber auch energiegeladene Party-Hymnen. Wir packen auch einige heiße Eisen an, etwa den Bürgerkrieg oder den Mord an Albinokindern.

JH: Vor zwei Wochen ist Eure erste Single Daniel erschienen. Wo sind Eure musikalischen Einflüsse, und wie haben diese Euren aktuellen Sound beeinflusst?

B: Wir werfen alle unsere persönlichen musikalischen Vorlieben in einen Topf … Momentan konzentrieren wir uns auf elektronische Musik mit starkem afrikanischen Einschlag. Außerdem lassen wir noch Latin- und Soul-Elemente in unsere Musik mit einfließen.

JH: Wie würdet Ihr jemandem Eure Musik beschreiben, der die Band nicht kennt?

B: „Man muss sich einfach die beste Party vorstellen, auf der man je war … und an den Moment denken, in dem man mit geschlossenen Augen tanzt und alles andere um sich herum vergisst.“

JH: Wie geht Ihr ans Komponieren heran? Gibt es irgendwelche besonderen Techniken oder Instrumente, mit denen Ihr herumexperimentiert?

B: Also, wir experimentieren ständig und probieren mit verschiedenen Musikern immer wieder neue Dinge aus … Klar, da gibt’s schon einige interessante Techniken. Gestern haben wir etwa im Studio ein gewelltes Eisendach als Percussion benutzt.

JH: Der Begriff „Kreativkollektiv” beinhaltet auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit außerhalb der Musik. Was können wir in Zukunft noch von Batuk erwarten?

B: Pantomime!

JH: Gibt es noch etwas, das Sie den Leuten mitteilen wollen?

B: Unser Album wird einfach der Hammer! Lasst es euch nicht entgehen!

Dieser Artikel wurde zwischen dem 5. und 25. Oktober 2015 erstmals veröffentlicht. Batuk traten beim African Futures Festival auf, das vom 28. Oktober bis zum 1. November 2015 in den Goethe-Instituten in Johannesburg, Nairobi und Lagos stattfand.