Pop-Up Drive-In

Pop-Up Drive-In © Goethe-Institut Johannesburg

Im 20. Jahrhundert war das Autokino gleichbedeutend mit der Johannesburger Kultur. Ein Freitagabend im Autokino, entweder mit der ganzen Familie und einem Picknickkorb oder bei einem Horrorstreifen mit einem heißen Date... das war eine Institution des gesellschaftlichen Lebens in Johannesburg, welches die älteren Bewohner auf der einen Seite der Apartheid-Rassentrennung mit einem Gefühl der Nostalgie verschwinden sahen. Viele Johannesburger von der anderen Seite der Trennung hatten das Gefühl, etwas zu verlieren, zu dem sie gerade erst Zugang bekommen hatten, als es verschwand. Als dasTop Star Drive-In – welches über dem Stadtzentrum auf der riesigen Minenhalde gerade südlich der M2 thronte – verschwand, mussten die Johannesburger akzeptieren, dass das Autokino nun der Vergangenheit angehörte. 

In letzter Zeit jedoch haben neue Technologien und der Appetit auf neue Erlebnisse zu einem Aufleben des Autokinos geführt, zumindest in der Pop-up-Form. Das Goethe-Institut freut sich an dieser Neubelebung mitwirken zu können und nutzt mit Stolz diese Gelegenheit, vier der bahnbrechenden aktuellen Filme des gesamten afrikanischen Kontinents vorzustellen, die im African Film Package kuratiert von Katarina Hedren, enthalten sind. 

Das Pop-up Autokino wurde auf dem Parkplatz von Fox Junction, 1 Fox Street in Marshalltown abgehalten. Der Bereich war gut abgesichert, in Einklang mit Covid-Regulationen.

Die vier Filme waren:  

Frontières (2019), unter der Regie von Appoline Traoré, ein Road-Abenteuer-Film über die Busreise von vier westafrikanischen Frauen von Dakar nach Lagos; 

aKasha (2018), unter der Regie von Hajooj Kuka, eine sudanesische Komödie über einen Soldaten, der sich in der Zwickmühle zwischen seiner Liebe zu seiner Freundin und seiner AK-47 befindet; 

Rafiki (2018), unter der Regie von Wanuri Kahiu, die mehrfach ausgezeichnete Geschichte zwei junger Frauen, die in einer Wohnsiedlung in Nairobi Freundschaft und Liebe finden. Rafiki ist der erste kenianische Spielfilm, der im Rahmen der offiziellen „Un Certain Regard“-Auswahl zu den Filmfestspielen von Cannes 2018 eingeladen wurde; 

Burkinabe, unter der Regie von Nthato Mokgata & Carla Fonseca, ein Road-Movie, in dem eine junge Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln ist. Stattdessen erfährt sie spirituelles Erwachen mit Hilfe eines freundlichen Fremden. 

Das African Film Package wurde 2019 mit Hilfe von Katarina Hedren vom First Wednesday Film Club und dem fähigen Team des Big World Cinema zusammengestellt. Das Paket ermöglichte es, die fünf Filme des Pakets in Äthiopien, Angola, Eritrea, Burkina Faso, Ghana, Ruanda, Senegal, der Elfenbeinküste, der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria, Kamerun, Namibia, Tansania zu zeigen – und wegen dieses Projekts nun auch in Johannesburg. 

Aufgrund der Covid-Abstandsregeln wurde die Zulassung streng kontrolliert, und nur Gäste, die auf das Einladungsschreiben geantwortet und sich im Voraus registriert hatten, wurden zugelassen.