Archive of Forgetfulness © Goethe-Institut Johannesburg

“Wem gehört die Erde?”

Die Covid-19-Pandemie hat die Zerbrechlichkeit urbaner Infrastrukturen auf dem afrikanischen Kontinent und anderswo offenbart. Da Staaten weiterhin mit der Ausbreitung des Virus ringen, führen die Einschränkungen auf die Bewegungsfreiheit
zu weitläufiger Immobilität. Es mag paradox erscheinen die Frage von Mobilität when die Möglichkeiten und Notwendigkeit zur Bewegung so begrenzt ist. "Während sich das 21. Jahrhundert entwickelt", schreibt Achille Mbembe, "erscheint ein erneutes globales Verlangen von Bürgern sowie ihren Staaten nach einer stärkeren Kontrolle von Mobilität als evident." Covid-19 hat diesen Anstoß noch beschleunigt. Die Bewegung von Menschen von einer Stadt zu einer anderen steht nun unter strenger Beobachtung. Die Pandemie hat die Infrastrukturen der Mobilität und ihrer Schatten in das Rampenlicht gerückt: Pässe, Grenzen, Warteräume, Internierungslager, Zugstrecken, Kontrollpunkte, Straßensperren und patrollierende Polizei oder Militärs. Indem wir den Fokus von der Betonung auf die Kontrolle von Bewegung und Begrenzung wegrücken, stellen wir die Frage, was es im wörtlichen, kulturellen und politischen Sinne bedeutet, sich mit der Materialität der Bewegung auf dem afrikanischen Kontinent auseinander zu setzen. 


Infrastrukturelle Fiktionen

Wir ermutigen Beiträge, welche uns ermöglichen, uns zu bewgen - im wörtlichen oder übertragenen Sinne - Züge, Straße, Weltraumprogramme, Flugzeuge, Häfen, Boda Bodas und viele mehr - um infrage zu stellen, was es bedeutet über Grenzen hinweg zu leben. 
Wie könnten wir das Nachleben der Trans-Sahara-Handelsrouten aus dem 8. Jahrhundert nachzeichnen, um alternative, radikale Ideen von Reise und Bewegung zu entdecken? Wie könnte das Umdenken der globalen Swahili-Welten unser Verständnis von Verbindungen über Ozeane hinweg neu rahmen? Welche persönlichen, politischen und kulturellen Geschichten treten durch Infrastrukturen der Mobilität hervor? Was offenbaren Fluglinien über unsere gemeinsame planetare Zukunft? Inwiefern sind Geschichten der Unangepasstheit, antikolonialer Revolte und Pan-Afrikanismus in die erbaute Umwelt eingeschrieben? Was verbleibt von der politischen und kulturellen Idee des afrikanischen Kontinents als "ein Utopia einer grenzenlosen Welt"? Wie suchen diese Träume der Freiheit, die möglich waren, unsere Möglichkeit zur freien Bewegung heim?


Ein Archiv des Vergessens

Dieses Projekt ist ein Archiv der Mobilität. Statt das Archiv als ein direktes Protokoll zu verstehen, wir postulieren es als einen lückenhaften Prozess der Gedächtnisbildung selbst. Archive of Forgetfulness umfasst und beinhaltet Akte der Erinnerung, Geister anderer möglicher Welten und die Gespenster der "Ruinen vergangener Zukünfte" über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg. Wir verstehen das Archiv als eine Form der Fertigung der Vergangenheit für die Zukunft, wobei diese nicht notwendigerweise in einer linearen Verbindung stehen. Mit der Bildung eines fragmentarischen Archivs des Moments von allen ecken des Kontinents zielen wir nicht auf eine vollständige Sammlung ab. Stattdessen umarmen wir das Partielle, Momentane und das bisher Unvollständige; was im Versagen der Erinnerung existieren könnte oder was nicht mehr ausgesprochen werden kann.

Archive of Forgetfulness hat über 300 Einreichungen erhalten. Die eingereichten Projekte werden derzeit von einem Auswahlkommittee, welches aus Ali Al Adawy (Egypt); Bongani Kona (chair) (Zimbabwe/South Africa); Eric Ngangare (Rwanda); Huda Tayob (South Africa);Jumoke Sanwo (Nigeria); Omnia Shawkat (Sudan); Princess Mhlongo (South Africa); Zakiyyah Haffejee (South Africa); Zoubida Mseffer (Morocco) besteht.
 
Bewerber können um den 15. Februar eine Antwort erwarten. Die Online-Ausstellung started Mitte März. 

Unser Podcast "Conversations with Neighbors" veröffentlichte seine letzte Folge im Januar. Alle Folgen können hier heruntergeladen werden und sind auch auf Apple Music, Google und Spotify verfügbar.

 
Für weitere Fragen schreiben sie bitte an: archiveofforgetfulness@gmail.com
 
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