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Yaoundé, Kamerun
Ongola Land - Die Kraft der Kommunikation in Yaoundé

View of Yaoundé
View ofYaoundé | © Dagmawi Bedilu

Kamerun wird manchmal wegen seiner Diversität als "Miniatur-Afrika" bezeichnet - mehr als 240 Sprachen werden hier gesprochen. Das Spiel aus Yaoundé versetzt die Spieler in eine Zukunft, in der die Kommunikation zusammenbricht. Gerettet werden kann sie nur durch eine Reise in die Vergangenheit.

Stadt der Sieben Hügel

Yaoundé liegt umgeben von sieben Hügeln in einer Bergebene im Zentrum Kameruns. Die Ewondo, die seit Urzeiten in dieser Region leben, nannten die Stadt „Ongola“. Und „Ongola Land“ ist auch der Name unseres location-based Games aus Yaoundé.

Traffic in Yaoundé © Dagmawi Bedilu „Miniatur-Afrika“

Kamerun wird wegen seiner Diversität manchmal als „Miniatur-Afrika“ bezeichnet: Mehr als 240 Sprachen gibt es hier und die meisten kann man auch in der Hauptstadt hören. In vielen Vierteln leben Menschen aus unterschiedlichen Teilen des Landes zusammen – für die Kommunikation kann das zu einer Herausforderung werden. Außerdem haben die Kolonialismus-Erfahrungen des 19. Und 20. Jahrhunderts die Sprache in Kamerun stark beeinflusst. Von 1884 wurde das Land von Deutschland besetzt, nach dem Zweiten Weltkrieg dann zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt – die Spannungen zwischen anglophonen und frankophonen Communities bestehen bis heute.

Das Spiel: Ongola Land

An diesem Punkt setzt das Spiel an: Es versetzt uns in ein Yaoundé im Jahr 2500, in dem Menschen eine Technologie namens „Kongoss Talker“ nutzen, um miteinander zu kommunizieren - ohne eine gemeinsame Sprache zu nutzen. Dadurch haben die Menschen die Fähigkeit verloren auf anderem Weg miteinander zu reden. Eines Tages wird der „Kongoss Talker“ in einer Katastrophe beschädigt – und die gesamte Kommunikation bricht zusammen. Als Spieler ist man allein in der Lage die Fähigkeit des Sprechens unter den Menschen wiederherzustellen und die Gesellschaft zu retten.
Albert Justin Zeh Bekono
 

Die Orte

Locations in Yaoundé © Dagmawi Bedilu Um sein Ziel zu erreichen besuchen die Spieler vor allem Orte, die für Yaoundé eine historische Bedeutung haben. Das Spiel dreht sich nicht nur um Sprache, sondern lenkt die Aufmerksamkeit der Spieler auch auf die Kolonialzeit und auf den lokalen Widerstand – der Name „Ongola“ bedeutet auch kulturelle Grenze oder Schutz. Die Orte spiegeln das Narrativ des Spiels wider: Das Monument der Wiedervereinigung, die Plätze an denen deutsche Kolonialherren und lokale Chiefs ihre Verträge abschlossen und Orte, an denen Freiheitskämpfer bestraft wurden.

Warum sollte ich das Spiel spielen?

Das location-based Game aus Yaoundé spricht eines der dringendsten Themen in Kamerun an: Die Kommunikation. Es zeichnet die koloniale Vergangenheit des Landes nach, bietet aber gleichzeitig auch neue Perspektiven auf die Stadt, indem es die Spieler zu teilweise wenig besuchten Plätzen führt – eine interessante Route durch Yaoundé, für die EinwohnerInnen ebenso wie für BesucherInnen.

Interviewpartner:

Albert Justin Zeh Bekono

Albert Justin Zeh Bekono is Musiker aus Kamerun. Er hat Informatik und Kommunikationsdesign in Yaoundé und in Paderborn, Deutschland, studiert. Als Saxophonist war er Teil der Unity Big Band an der Hochschule Paderborn und leitete den Chor „Gospel Singers”. In Deutschland begann er auch als Software-Programmierer für Siemens IT Solutions zu arbeiten und entwickelte ein Interesse für Spieldesign auf Java-Basis.

Das Spiel

Ongola © Steven Tu













 

Das Team aus Yaoundé

Jean-Claude Awono (Dichter), Aurélien Xavier Payong (IT Experte), Cédric Minlo (Designer), Landry Mbassi (Künstler und Kurator), Mbapou Foumba (Filmemacher), Pierre Patrick Touko (Fotograf), Zogo Wabalana Benoit (Analyst), Epie Jim Ntube (Musiker/Unternehmer), Louis Darius Soung Meke (Ingenieur, Fotograf, Schauspieler), Julien Eboko (Psychologe, Tänzer), Didier Demassosso (Psychologe, Biochemiker), Tamnou Koloko (Produzent), Mbiappa William (Anwalt, Journalist), Nitjam Amos (Filmexperte)
Team Yaoundé© Dagmawi Bedilu

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