The Right to be Cold

„The Right to be Cold“ ist ein grenzüberschreitendes, interdisziplinäres Projekt, dessen Fokus auf der sogenannten arktischen und borealen Region liegt: Es verhandelt Fragen zu Indigenen Rechten, Ökologie, Klimagerechtigkeit und Kultur. Dazu kommen auf dieser Website Stimmen aus unterschiedlichen Perspektiven zu Wort. Sie alle setzen sich mit dem Klimawandel auseinander, der die nördlichen Lebensbedingungen grundlegend herausfordert und verändert. 

Mittelpunkt des Projekts ist eine zirkumpolare Residenzkette, die für 2021 geplant ist. „The Right to be Cold“ ist ein gemeinsames Projekt der Goethe-Institute in Helsinki, Montreal, Nowosibirsk und Oslo.  

Die Website 

Die Konzeption der Seite selbst sowie die der Beiträge geschieht gemeinsam mit unserem Redaktionsboard, das sich aus regionalen Expert*innen zusammensetzt. Die Expert*innen schreiben Essays, schlagen Interviewpartner*innen vor, setzen Themen. Diese enge Zusammenarbeit und der Austausch sind essenziell für die Website.   

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Die Residenzkette 

Einen weiteren Schwerpunkt dieser Seite wird die Residenzkette bilden, die den Ursprung des Projektes darstellt und im Sommer 2021 stattfinden soll. Teilnehmende aus verschiedenen Disziplinen werden an je zwei Residenzorten die Möglichkeit haben, sich mit den lokalen Gemeinschaften in Nunavik, Finnland, Jakutien, Norwegen und Sápmi sowie anderen Teilnehmenden über Indigene Rechte, Ökologie, Klimagerechtigkeit und Kultur auszutauschen. Während dieser Residenzen entstehen eigene Kunstwerke und Forschungsprojekte, die wir ebenfalls auf dieser Website veröffentlichen.   

Zur Residenzkette

Der Name „The Right to be Cold“ 

Der Titel des Projekts stammt aus dem langen Kampf der Inuit um ihre Rechte im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Das gleichnamige Buch von Sheila Watt-Cloutier (2015, Allen Lane Publication), zeugt von ihrer Pionierarbeit bei der Verknüpfung des Klimawandels mit Menschenrechten durch eine Inuit-Petition, die sie und 62 andere Inuit aus Kanada und Alaska bei der Amerikanischen Kommission für Menschenrechte 2005 in Washington DC eingereicht haben. Inuit-Repräsentant*innen und Klimawandel-Aktivist*innen verwenden diesen Ausdruck für ihren Kampf in der Hoffnung, dass die politische Führung erkennt, wie stark ihre Gemeinschaften vom Klimawandel betroffen sind. Auch wenn die Kommission die Inuit-Petition nicht annahm, gab es eine historische Anhörung zu den rechtlichen Auswirkungen und Zusammenhängen zwischen Klimawandel und Menschenrechten. Okalik Eegeesiak, die ehemalige Vorsitzende des Inuit Circumpolar Council (ICC), verwendete diesen Ausdruck in ihrer Rede bei der UN-Klimakonferenz COP 21 am 3. Dezember 2015 in Paris: „Der Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern ein Menschenrechtsproblem, und das Abschmelzen der Arktis wirkt sich auf alle Aspekte des Lebens der Inuit aus. Daher muss der endgültige Text die Rechte der Indigenen Völker wirksam machen und in Artikel 2.2 beibehalten. Wir haben das Recht kalt zu sein“, argumentierte Eegeesiak. 

Redaktionsboard

Der Hauptfokus von The Right to be Cold ist der Austausch mit lokalen Expert*innen. Hier stellen wir nun unser Redaktionsboard vor, das in der Konzeption der Seite sowie der Entwicklung der Beiträge maßgeblich beteiligt ist. 

Susanne Hætta

Susanne Hætta

Susanne Hætta ist eine samische bildende Künstlerin, Fotografin und Autorin aus Finnmark auf der norwegischen Seite von Sápmi. Hætta arbeitet sowohl in der Kunst- als auch in der Werbefotografie, Porträts und Landschaftsaufnahmen liegen ihr jedoch nach wie vor am meisten am Herzen. Ihre Bücher befassen sich mit dem Volk der Sámi und werden in vielen Sprachen veröffentlicht. Sie hat eine sozialwissenschaftliche Ausbildung und einen journalistischen Hintergrund.  
 
Pirita Näkkäläjärvi

Pirita Näkkäläjärvi

Pirita Näkkäläjärvi arbeitet als Direktorin für Fusionen und Übernahmen bei Helen, einem der größten finnischen Energieunternehmen. Sie ist außerdem ein gewähltes Mitglied des Sámi-Parlaments in Finnland. Frau Näkkäläjärvi hat den samischsprachigen Zweig des Finnischen Rundfunks in Inari, Sápmi, geleitet und für mehrere führende globale Unternehmen wie PwC, Nokia und Merrill Lynch in Helsinki und London gearbeitet. Frau Näkkäläjärvi wurde für ihre M&A- und Medienarbeit sowie für ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Vertretung für Indigene Bevölkerungsgruppen ausgezeichnet. 
Portrait von Wjatscheslaw Schadrin

Wjatscheslaw Iwanowitsch Schadrin

Er wurde 1967 in Nelemnoje, einem Dorf im Kreis Werchnekolymsky in der Republik Sacha (Jakutien) geboren. Er war Lehrer und Direktor der jukagirischen Tekki-Odulok-Nationalschule in Nelemnoje im Kreis Werchnekolymsky der Republik Sacha (Jakutien), Oberhaupt der jukagirischen Stammesgemeinden von „Jukagir“, später „Tekki-Odulok“. Derzeit ist er Mitarbeiter der Abteilung für Geschichte und arktische Forschungen des Instituts für humanitäre Forschungen und Probleme der Völker des Nordens der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften. 

Sein Forschungsgebiet sind die Geschichte und Ethnographie der kleinen Indigener Völker des Nordens Russlands, die Klimaveränderung, ethnologische Forschungen und die Rechte indigener Völker. Er ist Tschamadanidsha (Oberster Führer), Vorsitzender des Ältestenrates des jukagirischen Volkes und Vizepräsident des Verbandes der Indigenen Völker des Nordens der Republik Sacha (Jakutien).