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Harry Liivrand
Estland
Ist es sinnvoll, Freiheit zu beschränken?

Freiheit bedeutet für mich ein Erkennen der Verantwortung sowie die Fähigkeit zu begreifen, dass Freiheit nicht Anarchie ist.

Von Harry Liivrand

Freiheit in Europa

Als die Protagonisten der Aufklärung in der Zeit der Französischen Revolution die Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ ausgaben, steckten sie damit jeden Intellektuellen in Europa (und in den gerade entstandenen USA) an – die gebildeten Bürger der „Gelehrtenrepublik“.

Porträtfoto des Autors Harry Liivrand Foto: Arvo Wichmann © Goethe-Institut Im heutigen Europa sind diese drei Wörter nach wie vor aktuell. Insbesondere der Umgang mit Freiheit als ethischer Kategorie sowie das Verständnis von Freiheit haben angesichts von islamistischen Terroristen, manipulierenden Fake News und des sogenannten postfaktischen Zeitalters außerordentliche Bedeutung gewonnen. Freiheit bedeutet für mich ein Erkennen der Verantwortung sowie die Fähigkeit zu begreifen, dass Freiheit nicht Anarchie ist. Die Erkenntnis der Freiheit setzt logisches Denken voraus und erfordert den Respekt, seinen Gegnern zuzuhören, mit ihnen auf Augenhöhe zu streiten und häufig auch Kompromisse zu schließen. Andererseits ist Freiheit immer gekoppelt an Demokratie und Liberalismus, doch auch das hat seine Grenzen.

In diesem Sinne ist Freiheit ein Paradox. Denn Freiheit bedeutet eben nicht, die andersdenkende Partei zu ermorden – als wäre der Vorgang von 1819 eine Lösung, als ein deutscher Student den berühmten Dramatiker August von Kotzebue tötete, der sich über die nationalromantische Bewegung der Studenten lustig gemacht hatte. Dass Freiheit alles erlaubt, ist somit Unsinn. Gibt es ein universelles Freiheitsprinzip, oder soll jeder Staat bei der Definition von Freiheit von Brüsseler Direktiven oder von seinen eigenen Traditionen ausgehen?

Medientipps:
Kulturmagazin Vikerkaar 
Kulturwochenblatt Sirp 

Folgefrage:
„Gibt es ein universelles Freiheitsprinzip, oder soll jeder Staat bei der Definition von Freiheit von Brüsseler Direktiven oder von seinen eigenen Traditionen ausgehen?“

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