Neapel - Amsterdam Wie organisiert man seinen Lebensraum in Bezug auf andere Menschen?

Neapel hat eine der größten Bevölkerungsdichten in Europa – es gibt wenig Platz, kaum Grünflächen, Gebäude wachsen oft illegal in die Höhe. Die Nutzung des zur Verfügung stehenden öffentlichen Raums wirkt chaotisch, ist aber hochgradig selbstorganisiert und folgt ungeschriebenen Gesetzen, die das Ergebnis ständiger Aushandlungsprozesse zwischen den betroffenen Parteien sind. In Neapel gilt: Nur wer gut (aus)handelt, schafft es, längerfristig etwas zu besitzen.

 


Amsterdam-Neapel
Das Künstlerduo Giovanna Bianco und Guiseppe Valente, die Partner des Goethe-Instituts in Neapel, produzieren einen Film zur Amsterdamer Fragestellung. Die Protagonisten des Films sind die Bewohner der europäischen Metropole, Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft, Altersklassen und Interessen. Es sind Migranten, Flüchtlinge, Niederländer, die wir sehen und hören und die ganz persönlich und emotional auf die Frage antworten: Wie realisieren wir unsere kollektive Identität in Bezug zum Begriff der Freiheit? Wie können wir von der Freiheit Gebrauch machen, als ein Wert, der ein- und nicht ausschließt und starrem Scheuklappendenken mutig entgegentritt?

Das Amsterdamer Team rund um das Zentrum für Debattenkultur Pakhuis de Zwijger und den syrisch-deutschen Architekten und Aktivisten Yasser Almamooun hat sich zur Beantwortung der neapolitanischen Frage einen dichten Aktionsplan gesteckt: Aus Stadtspaziergängen, Erkundungen, Mini-Workshops, Netzrecherchen, Datensammlungen, Feldstudien, Gesprächen und Panels heraus wird eine mobile Ausstellung zur Fragestellung „Wie richten wir uns in einem engen sozialen Lebensraum frei ein?“ entwickelt, in Austausch mit Bianco-Valente, Stadtbewohner*innen, Wissenschaftler*innen vor Ort und interessiertem Publikum. Die Erfahrung der Amsterdamer*innen in Sachen Architektur, Stadtplanung, literarische Methodik und 3D-Design ist die konkrete Basis für eine interventionistische Idee, die Anfang November in der Stadt präsentiert werden wird: Amsterdam versucht sich an einer „Lösung“ der Neapolitaner Raumproblematik.

(Stand: September 2018)

Unser Partner

Das italienische Künstlerduo Giovana Bianco und Giuseppe Valente lebt und arbeitet seit 1993 zusammen in Neapel. Fasziniert von der Dualität von Körper und Geist beschäftigen sich Bianco-Valente in ihren Arbeiten mit Wissenschaft, Astrologie und Literatur. In Videos und interaktiven Installationen erforschen sie sprachliche, räumliche und soziale Beziehungen und Prozesse.

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