Luxemburg – Rijeka Wo in Luxemburg fehlen Freiräume? Wo und wie können sie hergestellt werden?

Öffentlicher Raum, der Kern eines freiheitlichen Lebens, wird zunehmend privatisiert – wird zum Townhouse-Garten, zur Café-Terrasse oder zur Shopping-Galerie. Das Luxemburger Institut stellt zusammen mit einer ganzen Reihe von Partnern aus Kunst, Architektur, Forschung und freier Szene fest: Die Jugendlichen verschwinden in Luxemburg aus der Öffentlichkeit. Wie lassen sich Räume der Begegnung schaffen, wie Außenräume beleben, wie also kann eine menschenfreundliche Städteplanung im 21. Jahrhundert aussehen? 

 



Luxemburg–Rijeka
Das Tandem Luxemburg-Rijeka hat sich unter dem Projektnamen „Luxflux“ zusammengeschlossen („flux“ deswegen, weil „Rijeka“ auf Kroatisch „Fluss“ bedeutet). Das Projekt setzt sich in zwei Teilen mit dem Begriff der Freiheit auseinander.

Im ersten Teil befasst Luxemburg sich mit dem öffentlichen Raum. Entwicklungsgeschichtlich ist der öffentliche Raum in europäischen Städten ein für alle zugänglicher Raum, doch sein Wert hängt davon ab, ob die Menschen tatsächlich motiviert sind, ihn zu benutzen und mit Leben zu füllen. Die Partner recherchieren also zur Qualität des öffentlichen Raums und fragen: Wie müssen öffentliche Räume beschaffen sein, damit Menschen Lust haben, sie nutzen und dort Zeit verbringen? Wo fehlt es an Freiräumen? Dieser Fragenkomplex wird im Rahmen zweier Workshops in Luxemburg untersucht, organisiert von den Projektpartnern Institut Pierre Werner, Universität Luxemburg und Luxembourg Center for Architecture.

Der zweite Teil der Recherchen widmet sich der Frage, wie unsere Gesellschaft individuelle Freiheiten
garantieren kann. Der sozioökonomische Status – Herkunft, Bildungsgrad, Beruf – definiert oft die Freiheiten, die uns zuerkannt werden, und macht manche Freiheiten für manche Menschen bedeutungslos, weil nicht nutzbar. Diesen Themenkomplex untersucht ein Workshop in Rijeka, organisiert vom Goethe-Institut und dem Projektpartner, dem Kulturinstitut Drugo More.

Im Anschluss werden die Workshop-Ergebnisse zu einer Projektpräsentation zusammengeführt. Aus der kroatischen auf der einen und der luxemburgischen auf der anderen Seite wird eine gemeinsame Perspektive, aus einem zunächst analytischen Ansatz wird ein künstlerisch-praktischer. In „The Place, It Has a Name“ beschäftigt sich ein Künstlertrio bestehend aus dem Autor Ian De Toffoli, der Schauspielerin Elsa Rauchs und der Künstlerin Lisa Khol mit der Definition eines Freiraums und dessen Bedeutung für jeden von uns. Die Präsentation, die sowohl Theater- und Performance-Elemente hat, wird im November 2018 in Rijeka und im März 2019 in Luxemburg gezeigt.

(Stand: September 2018)

Unsere Partner

Ian de Toffoli ist Verleger, Schriftsteller, Literaturkritiker und Theatermacher und lehrt als Romanist an der 2003 gegründeten Université du Luxembourg. Ein weiterer Partner ist das Kulturzentrum Rotondes, das sich mit Veranstaltungen von Kunst bis Theater, mit Konferenzen, Bildungsprojekten und Workshops vorrangig an Jugendliche bzw. junge Künstlerinnen und Künstler richtet. Dritter im Bunde ist LUCA, das Luxembourg Center for Architecture, das sich als Non-Profit-Organisation für gute Architektur als einen gesellschaftlichen Grundwert einsetzt. Es ist eine für ein breites Publikum offene Plattform mit diversen Veranstaltungen und vertritt Luxemburg seit 2004 bei der Biennale in Venedig.

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